Marius Borg Høiby: Königshaus schweigt nach Vergewaltigungsurteil
Das norwegische Königshaus setzt auch nach dem Schuldspruch gegen Marius Borg Høiby (29), den ältesten Sohn von Kronprinzessin Mette-Marit (52), auf Schweigen. Bereits während des Gerichtsverfahrens hatte sich die Königsfamilie äußerst zurückhaltend gezeigt - diese Linie behält der Palast offenbar bei.
"Das Königshaus gibt zum Ergebnis keinen Kommentar ab"
Kronprinz Haakon (52) hatte sich zuletzt bei seiner Japanreise Anfang Juni knapp über seinen Stiefsohn geäußert: "Wir haben gehört, dass das Urteil voraussichtlich im Juni fallen wird, und darauf sind wir vorbereitet." Am Montagmorgen verkündete das Gericht in Oslo dann das Strafmaß: Der 29-Jährige wurde unter anderem wegen zweifacher Vergewaltigung zu vier Jahren Gefängnis verurteilt. Eine Reaktion der Royals bleibt jedoch aus. Laut "VG" habe der Palast per E-Mail mitgeteilt, den Verfahrensausgang nicht kommentieren zu wollen. "Der Fall wurde vom Gericht bearbeitet, und das Königshaus gibt zum Ergebnis keinen Kommentar ab", heißt es in dem Schreiben. Auch "Aftenposten" bekam diese Antwort von der Kommunikationsabteilung.
So zeigt sich das norwegische Königshaus auf Instagram:
Am Dienstag stehen für Königin Sonja (88) und Kronprinz Haakon offizielle Termine an. Die Monarchin empfängt laut Programmplan Vertreter der Norwegischen Oper und des Balletts, während ihr Sohn Konsuln im Palast begrüßt. Ob sich dabei jemand zum Urteil äußert, ist ungewiss.
Verteidigung und Staatsanwaltschaft prüfen Berufung
Offen ist auch, ob eine der Parteien in Berufung geht. Staatsanwalt Henriksbø erklärte gegenüber "VG": "Wir haben zwei Wochen Zeit, um zu überlegen, ob wir gegen das Urteil Berufung einlegen wollen, und wir werden das in Erwägung ziehen." Die Anklage hatte eine Freiheitsstrafe von sieben Jahren und sieben Monaten verlangt. Die Anwälte von Marius Borg Høiby kündigten an, das Urteil zunächst eingehend zu studieren und dann mit ihrem Mandanten über eine Berufung zu sprechen. Eine solche sei jedoch "wahrscheinlich".
Darüber hinaus beantragte die Verteidigung erneut die Haftentlassung. "Wir halten es für wichtig, diese Gelegenheit zu nutzen, um seine Freilassung zu erreichen. Er möchte unbedingt bei seiner Mutter sein", erklärte Verteidigerin Ellen Holager Andenæs gegenüber "VG". Die Kronprinzessin leidet an chronischer Lungenfibrose, ihr Gesundheitszustand hat sich in den vergangenen Monaten verschlechtert. Seit dem Tag vor Prozessbeginn am 3. Februar sitzt der 29-Jährige in Untersuchungshaft. Mehrfach stellte er Anträge auf Freilassung, die das Gericht jedoch stets ablehnte.