König Charles: Rede über Sklaverei auf den Bahamas
Zum Auftakt seiner Karibikreise hat König Charles (77) das historische Unrecht der Sklaverei thematisiert. Wie die BBC berichtet, ging der britische Monarch damit indirekt auf die in der Region erneut verstärkt erhobenen Forderungen nach Reparationszahlungen ein.
Bei einem Event für junge Menschen auf den Bahamas erklärte der Monarch, einige der schönsten, freudvollsten und hoffnungsvollsten Aspekte der Landeskultur seien "aus der Dunkelheit geboren" worden. Es sei "nur richtig", dieses historische Unrecht anzuerkennen. Dem Bericht zufolge protestierte in der Nähe eine kleine Gruppe Demonstranten mit Forderungen wie: "Zahlt uns, was ihr uns schuldet".
Britischer Monarch lehnt Entschuldigung ab
Die neuntägige Reise des britischen Staatsoberhaupts erreicht ihren Höhepunkt mit dem Commonwealth-Gipfeltreffen. Laut BBC bestätigte Charles, dass dabei auch die Folgen der Sklaverei in der Region thematisiert werden sollen.
Bereits vor der Reise hatte der Buckingham-Palast angekündigt, der König werde über die Vergangenheit und die Auswirkungen des Sklavenhandels sprechen. Entsprechend der Position der britischen Regierung werde er jedoch weder eine Entschuldigung aussprechen noch Entschädigungszahlungen in Aussicht stellen.
Nach seiner Ankunft auf den Bahamas am Dienstag traf der König zunächst Generalgouverneurin Dame Cynthia A. Pratt (80) sowie Premierminister Philip Edward Davis (75). Im Anschluss sprach er mit Angehörigen der Streitkräfte.
Charles setzt sich für Klimaschutz ein
Bei seinem Auftritt im Clifford Park in Nassau, wo das Jugend-Event stattfand, wurde Charles laut BBC mit Jubel begrüßt. Bereits 1973 hatte er als Thronfolger an den Unabhängigkeitsfeierlichkeiten der Bahamas teilgenommen.
In seiner Ansprache erinnerte der König zudem an sein jahrzehntelanges Engagement gegen den Klimawandel. Er verwies auf die besonderen Herausforderungen, denen die niedrig gelegenen Karibikinseln durch die Erderwärmung ausgesetzt seien. Die jungen Menschen rief er dazu auf, ihren Beitrag zur Bewältigung der Klimakrise zu leisten.
Am Mittwoch und Donnerstag setzt der Monarch seine Termine auf den Bahamas fort, bevor er nach Guyana weiterreist. Dort stehen vor allem Umwelt- und Artenschutzthemen auf dem Programm.
Anschließend besucht er Antigua und Barbuda, wo Königin Camilla (79) zu ihm stoßen wird. Gemeinsam nehmen sie am Commonwealth-Gipfel teil, bei dem Charles als Oberhaupt des Staatenbundes eine Grundsatzrede halten wird.