König Charles: KI-Gipfel nach Streit mit Earl Spencer
König Charles (77) zeigte sich bei einem offiziellen Termin unbeeindruckt vom Konflikt mit seinem früheren Schwager. Nur wenige Stunden zuvor hatte der Buckingham-Palast eine Erklärung veröffentlicht, die Royal-Beobachtern zufolge tiefe Verärgerung des Monarchen erkennen ließ. Der Disput mit Charles Earl Spencer (62), dem Bruder der verstorbenen Prinzessin Diana (1961-1997), schien bei dem Termin am Donnerstag jedoch keine sichtbare Rolle zu spielen.
Der britische König empfing Gäste zu einer Konferenz über künstliche Intelligenz im schottischen Dumfries House. Unter den Teilnehmern befanden sich hochrangige Vertreter von KI-Unternehmen. Medienberichten zufolge richtete der Monarch auch eine Ansprache an die Anwesenden.
Charles mahnt Verantwortung bei KI-Entwicklung an
In seiner Rede soll der 77-Jährige erklärt haben: "Die Entwicklung der KI - sowohl ihr Wesen als auch ihr Tempo - ist gleichermaßen faszinierend wie zutiefst beunruhigend. Diejenigen in unserer Welt, denen unsere Menschlichkeit und ihre unverzichtbare moralische Komponente am Herzen liegen, suchen besorgt nach Ihrer Zusicherung, dass wir die Kontrolle über unser Schicksal nicht verlieren werden."
Laut Buckingham-Palast drehte sich das Treffen zentral um die Frage, wie KI zum Nutzen von Gesellschaft und Umwelt eingesetzt werden kann. Geplant waren Gespräche über gemeinsame Leitlinien für die weitere Technologieentwicklung.
Earl Spencers Memoiren lösen Kontroverse aus
Der schottische Auftritt des Königs fand nur kurze Zeit nach einer bemerkenswerten Reaktion des Palastes auf das kontroverse neue Werk von Earl Spencer statt. Anlass ist eine angebliche Äußerung des damaligen Prinzen Charles unmittelbar nach Dianas Tod. Wie die "Daily Mail" vorab aus dem Buch berichtete, behauptet der Bruder der Prinzessin in "Swan Song: Diana, My Sister", Charles habe bei einem Telefonat gesagt: "Sei versichert, wir werden sie schon bald vergessen."
Der Konflikt habe sich in den Tagen zwischen Dianas Unfalltod am 31. August 1997 und der Trauerfeier am 6. September zugetragen. Im Zentrum stand die Frage, ob ihre Söhne Prinz William (44) und Prinz Harry (42), seinerzeit 15 und 12 Jahre alt, dem Sarg ihrer Mutter durch die Straßen Londons folgen sollten. Spencer habe sich dem Bericht nach entschieden gegen die Beteiligung seiner Neffen ausgesprochen.
Das Telefonat sei zunehmend aufgeheizt verlaufen. Spencer schildert, Charles habe seinem Unmut Luft gemacht und schließlich jene Worte geäußert, die ihn bis heute nicht losließen. Er selbst sei von dieser Aussage so perplex gewesen, dass er zunächst einige Sekunden sprachlos geblieben sei. Dann habe er Charles nur erwidert: "Ich kann nicht glauben, dass du das gerade gesagt hast", und den Hörer aufgelegt.
Palast: Trauer kann Erinnerung verzerren
Nach Bekanntwerden der Buchpassage bezog der Buckingham-Palast Stellung zu Spencers Schilderung. Üblicherweise kommentiere man keine Bücher, erklärte ein Sprecher laut "The Sun". König Charles sei allerdings bewusst, dass der Schmerz über ein verstorbenes Geschwister die Vernunft trüben, das Urteilsvermögen beeinträchtigen und selbst Jahre später die Erinnerung verzerren könne.
Die ungewöhnlich deutliche Stellungnahme des Palastes, mit der Earl Spencers Darstellung zurückgewiesen wird, offenbart Experten zufolge das Ausmaß der königlichen Empörung. Der frühere BBC-Hofberichterstatter Peter Hunt sagte laut "Daily Mail", Charles sei "offensichtlich absolut außer sich vor Wut".
Julian Payne, ehemaliger Kommunikationschef des Königs, erklärte gegenüber der "BBC", die angeblichen Worte des Monarchen in dem Buch würden "einfach nicht der Sprache entsprechen, die ich kenne". Die "äußerst ungewöhnliche" Reaktion des Palastes verdeutliche, "wie stark die Emotionen gewesen sein müssen, dass man es für notwendig hielt, sich öffentlich zu äußern und dies zu korrigieren".