König Charles III.: Karibikreise auf Bahamas gestartet
Mit militärischen Ehren ist König Charles III. (77) am Dienstag auf dem Flughafen von Nassau empfangen worden. Der britische Monarch startete damit seine neuntägige Karibikreise, wie unter anderem der "Daily Express" berichtet. In hellgrauem Anzug, rosafarbener Krawatte und mit Sonnenbrille betrat er erstmals seit 53 Jahren wieder den Boden des Inselstaates.
Gleich zu Beginn wartet ein heikler Programmpunkt auf den König. Bei einer Jugendveranstaltung im Clifford Park von Nassau möchte Charles die schmerzhafte Geschichte der Region thematisieren. Der Palast veröffentlichte vorab Auszüge der geplanten Rede. Darin wolle er das "große Leid der Vergangenheit" auf den Inseln und darüber hinaus anerkennen, gleichzeitig aber den Blick in die Zukunft richten.
🇧🇸 Looking forward to joining the people of The Bahamas …
— The Royal Family (@RoyalFamily) October 27, 2026
When travelling, The King likes to spend time reading briefing papers, continuing with his Government red box duties, reading and writing correspondence, and discussing projects with his support team.
Follow our posts… pic.twitter.com/LwsY1iKmRM
Offizielle Entschuldigung für Sklaverei bleibt aus
Die Reise erfolgt vor dem Hintergrund zunehmender Forderungen nach einer formellen Entschuldigung Großbritanniens für seine Beteiligung am transatlantischen Sklavenhandel. Auch Reparationszahlungen werden in der Region diskutiert. Eine offizielle Entschuldigung werde Charles britischen Medien zufolge jedoch nicht aussprechen - der König richtet sich in dieser Angelegenheit nach dem Rat der Regierung. Ein hochrangiger Palastmitarbeiter erklärte gegenüber der BBC, Charles werde den "dunkelsten Tagen unserer Vergangenheit" nicht ausweichen. Entscheidungen über Entschuldigungen und Reparationen lägen allerdings ausschließlich bei der Regierung.
Bereits während des Transatlantikfluges blieb der Monarch beschäftigt. Ein vom Palast auf X veröffentlichtes Foto zeigt Charles ohne Jackett, wie er an Bord konzentriert einen umfangreichen Aktenordner durcharbeitet. Auf Reisen nutze der König seine Zeit gerne für Briefings und Korrespondenz, erläutert der Begleittext des Beitrags.
Historische Verbindung zum Clifford Park
Der Clifford Park besitzt für Charles eine besondere Bedeutung: Bereits 1973 nahm er dort als Thronfolger an den Unabhängigkeitsfeiern der Bahamas teil. Bis zum 29. Oktober stehen Termine zum Natur- und Meeresschutz, ein Besuch bei den Streitkräften sowie Treffen mit Generalgouverneurin Cynthia Pratt und Premierminister Philip Davis auf dem Programm. Der atlantische Inselstaat gehört zu den 14 Ländern außerhalb des Vereinigten Königreichs, in denen Charles Staatsoberhaupt ist.
Im Anschluss führt die Reise nach Guyana. Dort trifft der Monarch Präsident Irfaan Ali und würdigt 60 Jahre diplomatische Beziehungen zu Großbritannien. Letzte Station ist Antigua und Barbuda, wo Charles ab dem 1. November am Commonwealth-Gipfel teilnimmt. Der König steht dem Staatenbund vor, dem 56 unabhängige Nationen angehören, die größtenteils historische Verbindungen zu Großbritannien pflegen. Zu diesem Teil der Reise wird auch Königin Camilla (79) hinzustoßen. Gemeinsam werden sie unter anderem den 45. Jahrestag der Unabhängigkeit des Inselstaates feiern.