König Charles III. eröffnet walisisches Parlament
Premiere für den britischen Monarchen: König Charles III. (77) hat am Donnerstag zusammen mit Königin Camilla (79) die siebte Legislaturperiode des walisischen Parlaments in Cardiff eröffnet. Es war das erste Mal, dass er den Senedd als König feierlich einberief.
Laut BBC besuchte Charles das walisische Parlament erstmals seit 2024 wieder. Besonders brisant: Der König begegnete zum ersten Mal offiziell Rhun ap Iorwerth in dessen Funktion als Erster Minister von Wales. Ap Iorwerth steht an der Spitze von Plaid Cymru - einer Partei, die sich für die Unabhängigkeit von Wales einsetzt und fest in republikanischer Tradition steht. Nach dem erstmaligen Wahlsieg der Partei im Mai stuft die BBC diese Begegnung als symbolisch bedeutsamen Moment ein.
"Nicht mein König" vor dem Senedd
Ganz ohne Widerstand verlief der Besuch jedoch nicht. Vor dem Parlamentsgebäude erwartete eine Gruppe von Demonstranten das Königspaar. Sie hielten Schilder gegen die Monarchie in die Höhe mit Aufschriften wie "Nieder mit der Krone" und "Nicht mein König".
Als Charles und Camilla das Gebäude betraten, stimmten die Protestierenden das Lied "Yma o Hyd" an. Das Volkslied von Dafydd Iwan ist eine nationalistische Hymne - der Titel lässt sich mit "Wir sind immer noch hier" übersetzen.
Camilla trägt Lauch-Brosche als Hommage
Königin Camilla wählte für den Anlass ein durchgehend rotes Outfit. Sie trug einen Wollkrepp-Mantel von Fiona Clare und kombinierte dazu eine Filzbaskenmütze von Philip Treacy. Besonderes Augenmerk verdiente ihre Brosche: Sie zeigte eine Lauchstange - eines der Nationalsymbole von Wales.
Monarch betont "besondere Verbundenheit"
Im Plenarsaal richtete Charles anschließend das Wort an die Abgeordneten. "Ich habe mich immer außerordentlich privilegiert und stolz gefühlt, eine so besondere Verbindung zu Wales zu haben, zu seiner Sprache, seiner Kultur und seiner Landschaft", erklärte der König laut BBC.
Charakter und Identität von Wales seien stets aus der Stärke seiner Orte erwachsen, führte er weiter aus, sowie aus den vertrauensvollen Beziehungen, die man dort pflege. Darin spiegele sich die typisch walisische Vorstellung einer "tiefen Verbindung zwischen Ort, Menschen, Kultur und Zugehörigkeit" wider.