Charles und Diana: Die emotionale Wahrheit über ihre Scheidung 1996
Drei Jahrzehnte ist es her, dass der damalige Prinz Charles (77) und Prinzessin Diana (1961-1997) ihre Scheidung besiegelten. Dem offiziellen Termin am 28. August 1996 war die Trennung 1992 vorausgegangen sowie ein jahrelanger Rosenkrieg, der sich vor den Augen der Weltöffentlichkeit abspielte. Die formelle Auflösung der Ehe erschien daher fast wie eine Formalität. Dennoch soll dieser endgültige Bruch bei beiden tiefe Gefühle geweckt haben.
Royal-Expertin Ingrid Seward schilderte in der Dokumentation "The Royal Family at War", was Diana ihr einst anvertraut habe: "Sie sagte, dass sie und Charles sich am Tag der Scheidung gemeinsam auf das Sofa gesetzt hätten und beide geweint hätten."
Sewards Kollege Richard Fitzwilliams ergänzte laut Medienberichten, dass dies für viele überraschend klingen möge, "aber es scheint, als hätten Charles und Diana, nachdem sie akzeptiert hatten, dass ihre Ehe vorbei war, beide ein ganz natürliches Gefühl der Traurigkeit verspürt". Nach den vielen Jahren öffentlich ausgetragener Konflikte "herrschte auch große Erschöpfung auf beiden Seiten, was möglicherweise diesen emotionalen Moment ausgelöst hat", erläuterte der Experte.
Besseres Verhältnis zwischen Charles und Diana nach der Scheidung
Seward zufolge hätten sich die beiden nach dem endgültigen Vollzug der Scheidung wieder besser verstanden. Fitzwilliams pflichtete dem bei: "Sie hatten ihr eigenes Leben und mussten sich um ihre Kinder kümmern." Die Ehe sei von Beginn an "ein Desaster" gewesen, "aber trotz der Bitterkeit zwischen ihnen waren sie beide durchweg sehr gute Eltern für Prinz William und Prinz Harry".
Nur 368 Tage nach der Scheidung, am 31. August 1997, verlor Diana bei einem Autounfall in Paris ihr Leben. Sie wurde lediglich 36 Jahre alt.
Königshaus-Biografin Tina Brown ("Diana: Die Biographie"), die Diana persönlich gekannt hatte, äußerte laut dem "Time"-Magazin: "Am Ende von Dianas Leben verstanden sich sie und Charles so gut wie schon lange nicht mehr. Charles hatte es sich zur Gewohnheit gemacht, bei ihr im Kensington-Palast vorbeizuschauen, und sie tranken Tee und führten eine Art wehmütigen Austausch. Sie lachten sogar gemeinsam."
Hegte Diana Hoffnungen auf eine Rückkehr zu Charles?
"Die Lage hatte sich definitiv beruhigt - die Jungen waren älter", führte Brown weiter aus. "Sie sprachen über ihre wohltätigen Projekte." Hinsichtlich Camilla Parker Bowles (79) - der heutigen Königin Camilla - erklärte Brown, dass Diana "Camilla akzeptiert hatte. Eine Sache, die sie endlich geschafft hatte, war, wirklich zu verstehen, dass Camilla die Liebe seines Lebens war und dass sie einfach nichts dagegen tun konnte."
Doch der Biografin zufolge hegte Diana nicht nur freundschaftliche Gefühle für Charles. Brown berichtete, Diana, die sie für äußerst einsam gehalten habe, habe ihr anvertraut, "sie würde sofort zu Charles zurückkehren, wenn er sie wollte". Die Prinzessin soll überzeugt gewesen sein, sie und Charles hätten ein hervorragendes Team gebildet.
Erste Risse in der Ehe bereits nach fünf Jahren
Dabei war Charles und Diana, die 1981 geheiratet hatten, nur kurzzeitiges Glück vergönnt. Schon nach fünf Jahren zeigten sich erste Bruchstellen. 1986 begann Diana eine Affäre mit James Hewitt (68), dem damaligen Reitlehrer der Familie. Im gleichen Jahr knüpfte Charles die Beziehung zu seiner Ex-Freundin Camilla wieder an.
Die Eheprobleme wurden 1992 durch die Veröffentlichung von Andrew Mortons Buch "Diana: Her True Story" publik. Das Werk, das Dianas vermeintliches Leid hinter den Palastmauern enthüllte, löste einen enormen Medienwirbel aus. Tonaufnahmen von Diana selbst dienten als Grundlage für das Enthüllungsbuch.
1992 vollzogen Charles und Diana schließlich die offizielle Trennung. Kurz darauf gelangte die außereheliche Beziehung des Thronfolgers mit Camilla durch geleakte Telefonate an die Öffentlichkeit. Die Aufnahmen mit intimem Inhalt sorgten weltweit für Schlagzeilen und wurden als "Tampongate"-Skandal bekannt.
Diana sträubte sich gegen die Scheidung
1994 gestand Charles in einem Fernsehinterview seinen Ehebruch ein. Ein Jahr später wurde Diana in einem eigenen TV-Interview für die BBC-Sendung "Panorama" gefragt, ob Camilla zum Scheitern ihrer Ehe beigetragen habe. Diana antwortete mit dem berühmt gewordenen Satz: "Nun, wir waren in dieser Ehe zu dritt, also war es etwas eng." Vor einem Millionenpublikum sprach sie zudem über ihre Affäre mit James Hewitt, ihre Depressionen und das belastete Verhältnis zur gesamten königlichen Familie.
Einen Monat nach Ausstrahlung des Interviews verkündete der Buckingham-Palast, dass Queen Elizabeth II. (1926-2022) Briefe an ihren Sohn Charles und Diana versandt habe, in denen sie beiden zur Scheidung riet. Diana soll der Scheidung erst auf Drängen der Queen zugestimmt haben. Als die Ehe am 28. August 1996 offiziell aufgelöst wurde, bezeichnete sie diesen Tag laut BBC gegenüber einer Freundin als "der traurigste Tag ihres Lebens".