Ende Gelände: Jeep Wrangler wird eingestellt
Jeep stellt den Vertrieb des Wrangler in Europa ein. Damit endet die fast vierzig Jahre andauernde Ära des berühmtesten Geländewagens der Welt. Ein Rückblick.
Der Jeep Wrangler verschwindet aus dem offiziellen deutschen Neuwagenprogramm. Bei deutschen Jeep-Händlern können zwar noch einzelne Fahrzeuge stehen, neue Bestellungen sind jedoch nicht mehr möglich. Ein Sprecher von Stellantis Deutschland bestätigt auf Anfrage von auto-motor-und-sport.de: "Neue Bestellungen sind nicht mehr möglich. Eine Einführung des MJ 2027 in Deutschland ist bisher nicht vorgesehen." Bei noch in Deutschland verfügbaren Neufahrzeugen handelt es sich nur noch um Bestandsfahrzeuge bei Vertragshändlern.
Damit endet vorerst eine Modellgeschichte, die in Europa fast vier Jahrzehnte umfasst. Zuvor war der Rückzug auch von Jeep Europa bestätigt worden. Europa-Chef Fabio Catone erklärte 2026, der Wrangler werde nicht mehr nach Europa importiert. Neben den Sicherheitsvorschriften spielen dabei die europäischen CO₂-Vorgaben eine Rolle. Hintergrund sind in erster Linie die verbrauchsbedingten Strafzahlungen an die EU, die für jeden verkauften Wrangler fällig werden.
Der Schritt betrifft nicht die Baureihe weltweit. In den USA und anderen Märkten wird der aktuelle Wrangler weiterhin angeboten. In Europa soll dagegen der elektrische Jeep Recon einen Teil des bisherigen Offroad-Spektrums übernehmen. Also blicken wir etwas wehmütig zurück auf eine vor allem Anfangs wilde Zeit mit dem offenherzigen Gaudiburschen.
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1987: Wrangler YJ
Der Wrangler YJ löste 1987 die seit 1944 produzierte CJ-Baureihe ab. Technisch blieb das Konzept im Vergleich zum Urgestein CJ vertraut: separater Leiterrahmen, Starrachsen, Blattfedern und zuschaltbarer Allradantrieb. Auffällig waren die rechteckigen Scheinwerfer, mit denen der YJ in der Jeep-Szene für rege Diskussionen und Kritik sorgte. Der kurze Zweitürer war 3,88 Meter lang und 1,68 Meter breit. Und: Er wog nur 1,3 Tonnen in der Basisausstattung.
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Zum Start standen je nach Markt ein 2,5-Liter-Vierzylinder und ein 4,2-Liter-Reihensechszylinder zur Verfügung. Später ersetzte der kräftige "High-Output" 4,0-Liter-Sechszylinder den betagten 4,2-Liter-Motor. In Deutschland startete der 2,5-Liter-Wrangler bei rund 28.000 D-Mark.
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Der YJ wurde bis 1995 gebaut. Für den Nachfolger blieb die Grundidee erhalten, allerdings sollte der Wrangler mit einer überarbeiteten Fahrwerkskonstruktion und einem moderneren Innenraum alltagstauglicher werden.
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1997: Wrangler TJ
Mit dem Wrangler TJ änderte Jeep die Konstruktion des Fahrwerks grundlegend. Die Blattfedern wichen an beiden Achsen Schraubenfedern, während Leiterrahmen und Starrachsen erhalten blieben. Der Modellcode TJ steht für die zweite Wrangler-Generation, die von 1997 bis 2006 gebaut wurde. Der Radstand betrug 2,37 Meter, die Länge 3,84 Meter.
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Basismotor blieb zunächst der 2,5-Liter-Vierzylinder mit 87 kW (118 PS). Darüber rangierte der 4,0-Liter-Reihensechszylinder mit zunächst 130 kW (177 PS). Die deutsche Preisliste führte den Wrangler 2.5 Softtop um die Jahrtausendwende für rund 19.200 Euro und den Vierliter-Wrangler für rund 22.400 Euro. Zum Modelljahr 2002 sortierte Jeep den betagten 2,5-Liter-Vierzylinder aus und ersetzte ihn durch einen moderneren, leistungsstärkeren und vor allem sparsameren 2,4-Liter-Motor.
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2003 ergänzte Jeep den TJ um den Rubicon. Die besonders auf Geländeeinsatz ausgelegte Variante erhielt unter anderem kürzere Achsübersetzungen, sperrbare Differenziale an beiden Achsen und das leistungsfähigere Rock-Trac-Verteilergetriebe mit ultrakurzer 4,0:1-Geländeuntersetzung.
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TJ Unlimited
Im Jahr 2004 wuchs die Baureihe dann über sich hinaus. Erstmals gab es den Wrangler ab diesem Zeitpunkt mit langem Radstand, aber immer noch zwei Türen. Lang ist dabei relativ: Der auf den Namen "Unlimited" getaufte Familien-Wrangler streckte sich auf gerade einmal 4,24 Meter Länge.
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2007: Wrangler JK
Der Wrangler JK brachte erstmals eine viertürige Langversion des Modells, die ebenfalls auf den Namen Unlimited getauft wurde. Neben dem klassischen Zweitürer bot Jeep auch in Deutschland die viertürige Unlimited-Version als reguläres Serienmodell an. Der Zweitürer hatte einen Radstand von 2,42 Metern, der Unlimited 2,95 Meter. Beide blieben beim Leiterrahmen und bei Starrachsen, erhielten aber ein deutlich moderneres Interieur und eine breitere Karosserie.
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In Europa wurde der JK unter anderem mit dem 2,8-Liter-Turbodiesel von VM Motori angeboten. Der Vierzylinder leistete zunächst 130 kW (177 PS), später 147 kW (200 PS). Als Benziner kamen zunächst der 3,8-Liter-V6 mit 146 kW (199 PS) und später der 3,6-Liter-Pentastar-V6 mit 209 kW (284 PS).
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Eine Preisliste aus dem Jahr 2009 weist den kurzen Wrangler JK mit Dieselmotor bei 28.590 Euro aus, der Rubicon startete bei 36.490 Euro.
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2018: Wrangler JL
2018 folgte der Wrangler JL, wie wir ihn bis heute kennen, mit einem erheblichen Wachstum. Jeep vergrößerte den Zweitürer auf 4,33 Meter Länge – länger, als einst der erste Unlimited war. Der viertürige Wrangler Unlimited dehnte sich auf 4,88 Meter Länge. Gleichzeitig wuchs die Breite auf 1,89 Meter. Der Radstand legte beim Zweitürer auf 2,46 Meter und beim Unlimited auf 3,01 Meter zu. Trotz der größeren Abmessungen blieb es bei Leiterrahmen, Starrachsen und der charakteristischen offenen Karosserie.
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In Deutschland startete die vierte Generation zunächst mit einem 2,2-Liter-Diesel mit 147 kW (200 PS) und einem 2,0-Liter-Turbobenziner mit 199 kW (270 PS). Der zweitürige Wrangler Sport kostete zur Markteinführung ab 46.500 Euro, der Unlimited jeweils 3.000 Euro mehr. Sahara und Rubicon starteten bei 53.000 beziehungsweise 56.000 Euro.
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Später kamen unter anderem der 3,6-Liter-V6 und der Wrangler 4xe mit Plug-in-Hybridantrieb hinzu. Der 4xe kombinierte einen 2,0-Liter-Turbobenziner mit Elektromotoren und erreichte 280 kW (380 PS).
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Mit dem Modelljahr 2022 folgte das Aus für den kurzen Dreitürer in Deutschland, der lange 4xe Plug-in-Hybrid wurde zum einzigen Modell. Nachdem Stellantis Anfang 2026 das kategorische Aus für alle Plug-in-Hybride bei Jeep beschlossen hatte, war auch der Wrangler 4xe Geschichte und der Zweiliter-Benziner mit 272 PS der letzte angebotene Wrangler in Europa.
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So geht es weiter
Mit dem JL endet damit zumindest vorerst die offizielle Wrangler-Geschichte in Deutschland und Europa. Der YJ hatte 1987 die Verbindung zum CJ hergestellt, der TJ modernisierte das Fahrwerk, der JK brachte vier Türen und der JL elektrifizierte den Antrieb.
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Im Kernmarkt USA wird der Wrangler weiter produziert und angeboten, erst jüngst hatte Jeep eine 2027er Sonderversion angekündigt. Jeep bietet den Wrangler dort mit drei Benzinern von 2,0 bis 6,4 Liter Hubraum und 274 bis 476 PS Leistung zu Preisen ab umgerechnet rund 33.100 Euro an. In Deutschland startete der letzte reguläre Wrangler mit der Zweiliter-Maschine bei 70.900 Euro.
Weitere Autos, die eingestellt wurden, zeigen wir in unserer Galerie über Auslaufmodelle.
