Missbrauchsklage: Weiterer Teilerfolg für Steven Tyler
Aerosmith-Frontmann Steven Tyler (78) kämpft seit Jahren gegen eine im Dezember 2022 eingereichte Missbrauchsklage. Nun erreichte der Musiker vor Gericht in Los Angeles einen weiteren Teilerfolg. Das Gericht wies einen Großteil der Klage wegen sexueller Nötigung ab, wie das "People"-Magazin berichtet.
Demnach entschied ein Richter laut Dokumenten, die am vergangenen Dienstag eingereicht wurden, dass nur einer der verschiedenen Anklagepunkte von Julia Misleys weiterverfolgt werde. Die Klägerin hatte in den 1970er-Jahren als damals 16-Jährige eine sexuelle Beziehung mit dem Rockstar.
Laut der Klageschrift dreht sich der letzte verbleibende Anklagepunkt um sexuelle Nötigung und Belästigung. Es geht dabei um eine Nacht im Juni 1975, in der die Klägerin und der Rocker in einem Hotel im öffentlichen Whirlpool Sex gehabt hätten. Julia Misley war damals 16 Jahre alt. In der Klageschrift heißt es, dass die beiden damals "verlobt waren, ein Kind erwarteten und noch zusammen in Massachusetts lebten".
Prozess findet diesen Sommer statt
Trotz der verbleibenden Anklage gibt sich Steven Tylers Anwalt erfreut über den Teilerfolg. "Das ist ein Riesenerfolg für Steven Tyler. Das Gericht hat heute 99,9 Prozent der Klagepunkte gegen Herrn Tyler in diesem Fall endgültig abgewiesen", erklärte David Long-Daniels gegenüber dem "People"-Magazin. "Das Gericht hat entschieden, dass lediglich eine Nacht vor über fünfzig Jahren, in der eine dreijährige Beziehung stattfand, relevant bleibt." Er ergänzt: "Wir freuen uns darauf, den Prozess am 31. August zu führen."
Bereits im Jahr 2024 wies ein Gericht Teile der Klage von Julia Misley gegen Steven Tyler ab. Die Klägerin wollte geltend machen, dass sie aufgrund der Veröffentlichung der Memoiren Steven Tylers seelisches Leid erlitt. Tyler wies bereits im April 2023 alle Vorwürfe gegen sich zurück und erklärte, Julia Misley habe der sexuellen Beziehung zugestimmt.
Die Beziehung soll rund drei Jahre angedauert haben. Misley gab in der Klage an, dass sie damals "machtlos" gewesen sei, "Tylers Macht, Ruhm und beträchtlichen finanziellen Möglichkeiten zu widerstehen". Die Beziehung ging angeblich so weit, dass Tyler mit dem Einverständnis von Misleys Mutter die Vormundschaft für das Mädchen zugesprochen bekam. Der Beklagte habe sie "genötigt und überzeugt zu glauben", dass sie eine "romantische Liebesbeziehung" mit ihm führt. Er soll sie mit auf Tour genommen, mit Drogen versorgt und zu einer Abtreibung gezwungen haben, so die Vorwürfe.