Adam Sandler wird 60: Der bodenständigste Hollywoodstar?
Zunächst als Komiker auf der großen Bühne Hollywoods in Erscheinung getreten, hat sich der in New York geborene Adam Sandler, der nun seinen 60. Geburtstag feiert, mittlerweile einiges Ansehen als ernstzunehmender Mime erspielt. Privat wirkt er nahbar, absolut bodenständig - und ist in den vergangenen Jahren zu einer unwahrscheinlichen Fashion-Ikone geworden. Aber der Reihe nach.
Mit Blödel-Komödien zum Hollywood-Erfolg
Adam Sandlers erstes von einigen verschiedenen Leben in Hollywood begann als Komiker. Nach seinem Start bei "Saturday Night Live" - hier war er von 1990 bis 1995 Cast-Mitglied - machte er zunächst in Blödel-Komödien wie "Billy Madison", "Happy Gilmore" oder "Waterboy" auf sich aufmerksam.
Diese drei Titel erschienen in der zweiten Hälfte der 1990er Jahre - und folgten ähnlichen Mustern: Sandler verkörpert die trottelige, liebenswerte, überraschend fähige Hauptfigur - auf gewisse Art eine Variation des zeitlosen Hollywood-Klassikers "Forrest Gump", nur mit kruderem Humor.
Das Kinopublikum liebte Sandlers nicht sonderlich anspruchsvolle, wenig zum Nachdenken anregende Komödien. Das hätte möglicherweise endlos so weitergehen können. Doch dem Star reichte das nicht.
Plötzlich war er im Jahr 2002 in der Tragikomödie "Punch-Drunk Love" des Autorenfilmers Paul Thomas Anderson ("One Battle After Another", 56) zu sehen. Hier zeigte Sandler eine sehr viel reduziertere, ernsthaftere und tiefsinnigere Seite von sich. Der Film lief sogar im Wettbewerb des Filmfestivals von Cannes, was für den Hauptdarsteller von "Waterboy" zuvor im Grunde undenkbar erschien.
Dann wieder variierte Sandler sein Komödien-Konzept, holte sich prominente Verstärkung in Form von Altstar Jack Nicholson (89) für "Die Wutprobe" oder Drew Barrymore (51) in der charmanten RomCom "50 erste Dates".
Frühzeitige Kooperation mit Netflix
Doch die zwei möglicherweise größten Karriereschritte aus der zweiten Hälfte von Sandlers Hollywood-Karriere lagen zu diesem Zeitpunkt noch vor ihm. Zunächst erkannte er als einer der Ersten die künftige Bedeutung und den kommenden Stellenwert des Streaming-Giganten Netflix. Schon im Jahr 2014 unterzeichneten er und seine Produktionsfirma Happy Madison Productions mit Netflix einen Deal für mehrere Filme, der seitdem auch wieder erneuert worden ist.
Sandlers Aufgabe war es in der Folge, Netflix mit Content zu beliefern. Das Resultat sind Werke wie etwa "Murder Mystery 1 und 2" an der Seite von Jennifer Aniston (57) oder "Spaceman: Eine kurze Geschichte der böhmischen Raumfahrt". Die Kooperation dürfte Sandler zudem um einiges wohlhabender gemacht haben.
Meisterwerk "Der schwarze Diamant"
Doch die Zusammenarbeit mit Netflix brachte auch Sandlers wohl unzweifelhaft größte schauspielerische Leistung hervor: den atemlosen New-York-Thriller "Der schwarze Diamant" (Originaltitel: "Uncut Gems") des Regie-Duos Benny ("The Smashing Machine", 40) und Josh Safdie ("Marty Supreme", 42).
Hier hetzt Sandler als spielsüchtiger Juwelier Howard Ratner durch eine zwielichtige und doch so authentisch wirkende Version des Big Apple, immer auf der Suche nach dem nächsten Hustle, der ihm Geld in die eigene Kasse spült und so seine nächste Wette finanziert.
Sandler, einer der bekanntesten Comedians und Blödel-Typen des Planeten, ist in der Rolle so gut, dass man als Zuschauer komplett vergisst, gerade einen Film mit Adam Sandler zu schauen.
Gilt privat als bodenständig
Über die Privatperson Adam Sandler gibt es zahlreiche Anekdoten und Beobachtungen von Fans. Er gilt als nahbar und bodenständig, liebt es etwa, auf Straßenplätzen Basketball zu spielen, und soll in New York und Los Angeles regelmäßig und komplett frei von Star-Allüren an öffentlichen Partien teilnehmen.
Auch sein Fashion-Stil, über lange Jahre belächelt, gilt mittlerweile als ikonisch. Sandler wollte nie in Anzug und feinem Zwirn zu wichtigen Hollywood-Events oder Talkshow-Auftritten erscheinen. Seine Outfits wirkten schon immer wild zusammengestellt und oversized.
Der Star selbst sagte darüber einmal "Esquire" zufolge: "Es geht nur um Bequemlichkeit und oft um die Hoffnung: 'Hoffentlich passt das'." Und: "Alles, was sich weich anfühlt, kaufe ich normalerweise."
Wer mittlerweile in den Weiten des Internets und sozialer Netzwerke etwa nach "#sandlercore" sucht, entdeckt eine ganze Welt von angeblich von Sandler inspirierter Fashion. Das hat der Star selbst wohl nie beabsichtigt, doch eins ist klar: Adam Sandler ist sich im Lauf der Jahre immer selbst treu geblieben.