"Ich werd verrückt, eine Liegewiese!", wollte sich "Bares für Rares"-Moderator Horst Lichter am liebsten in die Polster fallen lassen. Doch das ungewöhnliche Designer-Möbel schien durchaus wertvoll zu sein ...
"Das stammt aber nicht aus dem Jugendzimmer?", vermutete Lichter. "Wir haben ein kleines Haus gekauft im Oberbergischen, und die Vorbesitzer haben Möbel und Utensilien drin gelassen", erklärte Jörg aus Waltrop, der von Sohn Benedict begleitet wurde.
Damit ging ein kleines Schätzchen in ihren Besitz über, wie der Experte Sven Deutschmanek offenbarte: "Diese Sitzgelegenheit, die ist von Gerd Lange, die ist von Anfang der 70er-Jahre und wurde von Herman Miller produziert."
Das Modulsofa "living levels" konnte nach Belieben umgestaltet und immer wieder anders aufgestellt werden: "Zu der Zeit war das sehr innovativ, es war etwas Neues."
"Was wollt ihr denn haben dafür?", fragte Horst Lichter die Verkäufer. "Wir haben so 8.000 Euro gehofft", äußerte Jörg seinen Wunsch. Mit einem so hohen Wert rechnete Lichter jedoch nicht: "Jaaa, das würde mich umhauen!" Doch was meinte der Experte?
"Also 8.000 Euro ist in diesem Fall zu viel", drückte er die Erwartungen und sah maximal die Hälfte des Wunschpreises als realistisch an. "Ist auch in Ordnung", nahm Jörg die Expertise von 3.000 bis 4.000 Euro an. "Finde ich echt gute Kohle", meinte Horst Lichter - vor allem für ein geschenktes Sofa.
"Letztendlich sind wir hier, um das Sofa zu verkaufen", ging Jörg zuversichtlich in den Händlerraum. "Da ist es auch egal, wenn es unter der Expertise weggehen würde", meinte Benedict. "Hauptsache wir haben es nicht mehr bei uns."
"Ihr werdet es nicht glauben: Das ist von Herman Miller", las Christian Vechtel Benjamin Leo Leo und Liza Kielon vor, die es sich in der Sitzgruppe bereits gemütlich gemacht hatten.
Die einzigen Interessenten Benjamin Leo Leo und Christian Vechtel gingen in kleinen Schritten nach oben. Bei 1.800 Euro wurde die Luft langsam dünn. Benedict versuchte sein Glück: "Eine 2 sollte schon davor." Leo hakte nach: "Eine 2 vorne oder hinten?"
"Beides", grinste Benedict. "Dann würde ich die 2.002 Euro machen", bot der Händler den ungewöhnlichen Preis an, den Vater und Sohn akzeptierten. Tatsächlich fand Benjamin Leo Leo zwei Euro-Münzen im Geldbeutel und bezahlte die abgemachte Summe passend in bar.
Die Bronzefigur von Rudolf I. von Habsburg mit Pferd auf einem Sockel mit Jagdmotiven von Hans Müller entstand in der Zeit um 1910 und war 1.000 bis 1.500 Euro wert.
Nachdem die Verhandlung nur schleppend in Gang kam, bot Christian Vechtel am Ende doch noch 1.050 Euro an und übertraf damit den Wunschpreis des Verkäufers.
Der Verkäufer einigte sich mit Liza Kielon auf 820 Euro. "Ich finde die klasse! Die ist zeitlos, eine schöne Tischuhr", freute sich die Händlerin über den Kauf.