"Die Blechtrommel"-Star wird 60: Was macht David Bennent heute?
Viele kennen ihn vor allem als Oskar Matzerath aus der Verfilmung von "Die Blechtrommel": 1979 wurde David Bennent durch Volker Schlöndorffs Verfilmung des Romans von Günter Grass über Nacht bekannt. Heute feiert der Schauspieler seinen 60. Geburtstag. Doch was wurde eigentlich aus dem einstigen Kinderstar?
David Bennent wurde am 9. September 1966 in Lausanne geboren. Seine ersten Lebensjahre verbrachte er gemeinsam mit seinen Eltern und seiner Schwester Anne auf Mykonos. Die Schauspielerei lag bei den Bennents bereits in der Familie, denn auch seine Eltern waren der Schauspielerei leidenschaftlich verbunden. Einen Großteil seiner Schulzeit wurde David von seiner Mutter unterrichtet. Eine besondere Rolle spielte dabei auch seine körperliche Entwicklung. Da Bennent im Säuglingsalter an einer Wachstumsstörung litt, blieb er bis zu seinem 20. Lebensjahr 1,30 Meter groß. Danach wuchs er noch um 25 Zentimeter. Für die Rolle des Oskar Matzerath, eines Jungen, der sich weigert zu wachsen, schien er damit wie geschaffen.
"Die Blechtrommel ist natürlich ein Riesenklotz am Bein - aber einer aus Gold"
Dass er aufgrund der Hormonstörung spät gewachsen sei, "war in der Familie nie ein Thema", verriet der Schauspieler in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung. "Es war eben so. Wir haben schon die Ärztetour gemacht, um herauszufinden, woran es lag, aber niemand konnte es uns sagen", so Bennent. Er war bei der Geburt zu klein und trank nicht. Der Chefarzt habe seinen Eltern damals gesagt, dass "dieses Kind" die drei nächsten Tage "nicht überleben" würde. "Darauf sagte mein Vater: 'Wenn das so ist, dann stirbt er zu Hause.' Und zu Hause habe ich dann plötzlich getrunken, und alles war gut, und die Ärzte schrien: 'Oh Wunder!'"
"Die Blechtrommel" wurde für Bennent zum entscheidenden Karrieresprung und prägt seine öffentliche Wahrnehmung bis heute. In einem weiteren Interview mit der Süddeutschen Zeitung von 2019 sprach er über die besondere Verbindung zu seiner wohl bekanntesten Rolle. "Ich glaube, wenn ich diesen Film nicht gemacht hätte, wäre die Boulevardpresse nie so interessiert an mir gewesen", erklärt er. Einmal äußerte er sich auch etwas kritisch zu seiner Rolle als Oskar: "Die Blechtrommel ist natürlich ein Riesenklotz am Bein - aber einer aus Gold". Mit dieser Aussage sorgte er damals für Empörung. Die Leute hätten sich gewundert, wie er den "tollen Film" als Klotz am Bein bezeichnen könne. "Dabei hatte ich sofort angefügt: aus Gold!", so Bennent.
Bühne, Schauspiel und Soziales
Nach dem Erfolg der "Blechtrommel" folgten Theater-Engagements in Paris und Berlin. Dabei arbeitete er unter anderem mit namhaften Regisseuren wie Peter Brook und Thomas Langhoff zusammen. Ab den 90er-Jahren stand er außerdem immer wieder gemeinsam mit seinem 2011 verstorbenen Vater Heinz auf der Bühne, unter anderem in einer gefeierten Inszenierung von Samuel Becketts "Endspiel".
2016 übernahm er bei den Salzburger Festspielen die Rolle des Mammon im "Jedermann". Daneben war er immer wieder im Fernsehen zu sehen. 2019 spielte er unter anderem in der Krimireihe "SCHULD nach Ferdinand von Schirach" und im "Tatort: Väterchen Frost" mit. In diesem Jahr war Bennent im deutsch-französischen Spielfilm "Heimsuchung - Eine Jahrhundertgeschichte" zu sehen. Erneut unter der Regie des "Blechtrommel"-Machers.
Neben seiner Schauspielkarriere engagiert sich Bennent auch sozial. Seit 2019 ist er Botschafter für das Kinderhilfswerk "Terre Des Hommes" und setzt sich unter anderem gegen Kinderarbeit in der Textilindustrie ein. Über sein Privatleben hält sich der Schweizer dagegen weitgehend bedeckt. Öffentliche Auskünfte über sein persönliches Leben gibt der Schauspieler kaum. Vor zehn Jahren trennte er sich von seiner Partnerin Kavita Chohan, mit der er rund acht Jahre zusammen war.