Vor Tourstart: Lipowitz entspannt, Evenepoel motzt in der PK
Beim gemeinsamen Pressetermin bringt den Belgier die harmlose Frage eines Journalisten auf die Palme.
Florian Lipowitz ganz entspannt, Remco Evenepoel reichlich dünnhäutig. Die Doppelspitze des deutschen Teams Red Bull-Bora-hansgrohe hat sich zwei Tage vor dem Start der 113. Tour de France ganz unterschiedlich gelaunt gezeigt. Bei der gemeinsamen Pressekonferenz in Barcelona schien der belgische Olympiasieger Evenepoel deutlich angespannter als sein deutscher Co-Kapitän.
"Das ist eine ganz seltsame Frage", blaffte Evenepoel, als ein Journalist schlicht wissen wollte, was die beiden voneinander lernen können: "Wir sind zwei ganz unterschiedliche Fahrer, wir müssen nichts voneinander lernen. Ich bin froh darüber, wie ich bin. Florian wird es genauso gehen." Gespräch beendet. Lipowitz saß lächelnd daneben und kam nicht mehr zu Wort.
Zuvor hatte Evenepoel schon relativ mürrisch auf die Frage geantwortet, ob die Doppelspitze mit dem ehemaligen Tourdritten und dem aktuellen Tourdritten Lipowitz funktionieren kann. "Wir wissen es seit langer Zeit, dass wir hier zu zweit sind, da konnten wir uns darauf einstellen. Wir sind ja schon bei der Katalonien-Rundfahrt zusammen gefahren. Da gab es keine Probleme", sagte Red-Bull-Neuzugang Evenepoel. Lipowitz meinte schlicht: "Wir haben gezeigt, dass wir gut zusammenarbeiten können und uns unterstützen können."
Lipowitz, der den deutlich geringeren Redeanteil in der internationalen Medienrunde besaß, verwies darauf, sehr zuversichtlich in seine zweite Tour zu gehen. "Pogacar, Vingegaard und Seixas haben gezeigt, dass sie superstark sind", sagte der 25 Jahre alte Ulmer, "aber wir werden in der Tour zeigen, dass wir uns sehr gut vorbereitet haben. Den Rest wird die Tour zeigen, aber ich glaube, dass ich sehr gute Beine habe."
Der Sieg bei der Slowenien-Rundfahrt kurz vor der Tour habe ihm Aufwind gegeben. "Es war schön, nach zwei Jahren mal wieder zu gewinnen", sagte er: "Aber es war natürlich kein Rennen gegen die ganz starken Jungs. Ich bin jedenfalls happy mit meinen Ergebnissen in diesem Jahr."
Und das Ziel der beiden? "Auf jeden Fall, eine Etappe zu gewinnen", sagte Evenepoel, der besonders auf die Zeitfahren schaut: "Ich möchte natürlich aufs Podium, das wollen wir beide." Beißen werden sich die Ziele beider aber nicht. "Wenn wir jeden Tag unser Bestes geben, werden wir mit dem Ergebnis zufrieden sein", sagte Lipowitz.