Titelsammlung vervollständigt: Schopf/Lemke holen WM-Gold
Der deutsche Kajak-Zweier wird nach Olympiasieger und Europameister auch Weltmeister. Bei den Frauen holen Paulina Paszek und Pauline Jagsch Bronze.
Jacob Schopf und Max Lemke haben im Kajak-Zweier Gold bei der Ruder-WM geholt und damit ihre Titelsammlung vervollständigt. Die Olympiasieger von 2024 und zweimaligen Europameister wurden ihrer Favoritenrolle im polnischen Posen gerecht und siegten über die 500 m in 1:27,57 Minuten deutlich vor Portugal und Tschechien. Für beide war es nach Gold im K4 der zweite Triumph bei diesen Titelkämpfen.
"Das Rennen ist perfekt gelaufen", sagte Lemke im Siegerinterview. Vom Start an hätte es sich angefühlt, "als würden wir fliegen. Ich habe einen starken Motor im Rücken. Es ist ein Traum", schwärmte Schopf - und richtete einen Gruß in die Heimat: "Oma und Opa, wenn ihr das seht, ich hab euch den Link geschickt. Viele Grüße. Ich bin froh, dass ihr es sehen könnt."
Im Vorjahr hatte das Duo, das seit Olympia-Gold in Paris nahezu bei allen Titelkämpfen triumphiert hatte, bei der WM in Mailand nur Bronze gewonnen. In Posen ließen die Deutschen von Beginn an keine Zweifel aufkommen, entsprechend emotional fiel der Jubel im Ziel aus.
Der K2 der Frauen mit Paulina Paszek und Pauline Jagsch holte kurz danach Bronze. Jagsch paddelte zu ihrer persönlich dritten Medaille und verpasste den kompletten Medaillensatz bei dieser WM nur knapp. Nach Gold im K1 und Bronze im K4 lag sie im Duo mit Paszek nur eine Hundertstelsekunde hinter den zweitplatzierten Chinesinnen. Gold ging überlegen an Australien.
Am Nachmittag legte Carlotta Loske über die nicht-olympischen 5000 m im Canadier-Einer noch die insgesamt fünfte Goldmedaille für den Deutschen Kanu-Verband nach. Bereits am Freitag hatte sie neben dem Kajak-Vierer der Männer zusammen mit Maike Jakob im C2 sensationell Gold geholt. Nach der enttäuschenden WM 2025 mit lediglich zwei Bronzemedaillen in den olympischen Bootsklassen meldete der DKV auf dem Weg zu den Olympischen Spielen 2028 in Los Angeles damit eindrucksvoll zurück.
"Uns ist es gelungen, wieder alle Sportler als Team zusammenzukriegen. So hat Kanufahren wieder Spaß gemacht", sagte Bundestrainer Arndt Hanisch. "Wir sind wieder genau da, wo wir sein wollen, sind auf dem genau richtigen Weg. Da können wir ganz beruhigt in die Zukunft schauen", sagte der 16-malige Weltmeister Ronald Rauhe als TV-Experte im ZDF.