Sportfördergesetz: DOSB kritisiert Politik
Am Mittwoch soll sich das Kabinett mit dem Gesetz befassen. Auch der überarbeitete Entwurf sorgt weiterhin für Unmut.
Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) sieht mit Blick auf das geplante Sportfördergesetz weiter Optimierungsbedarf und hat das Vorgehen der Politik kritisiert. Es bestehe "noch immer keine Augenhöhe zwischen der Politik und dem organisierten Sport", sagte Otto Fricke, Vorstandsvorsitzender des DOSB, am Dienstag.
Am Mittwoch soll sich das Kabinett mit dem in der vergangenen Woche bekannt gewordenen, überarbeiteten Papier befassen. Nachdem der ursprüngliche Entwurf des Bundeskanzleramts von Ende Oktober für reichlich Unmut gesorgt hatte, sehe man "trotz wichtiger Annäherungen" auch in der neuen Fassung "weiterhin Optimierungspotenzial", sagte Fricke.
Insbesondere zeigte sich der Funktionär "verwundert über die gesetzliche Vorfestlegung auf den Standort Leipzig als Sitz der geplanten Leistungssportagentur", so Fricke. Diese soll laut Gesetzentwurf über die Verteilung der Bundes-Fördermittel entscheiden.
Die Entscheidung über den Standort sei jedoch "ohne Rücksprache mit dem Sport wohl schon in der vergangenen Woche getroffen" worden, kritisierte Fricke: "Das ist ein wenig faires Verständnis von Augenhöhe." Aus Sicht des DOSB gebe es "andere Optionen, über die spätestens im Parlamentsverfahren diskutiert werden muss". Konkret brachte Fricke Frankfurt am Main ins Spiel, dort hat auch der Dachverband seinen Sitz.