Nach 21 Profijahren: Böhme beendet Volleyball-Karriere
Der ehemalige Nationalspieler feierte während seiner Laufbahn unter anderem WM-Bronze 2014, doch nach dieser Saison ist Schluss auf dem Feld.
Der ehemalige Volleyball-Nationalspieler Marcus Böhme wird nach der laufenden Saison seine aktive Karriere beenden. Wie sein Verein VfB Friedrichshafen am Mittwoch mitteilte, ist für den 40-Jährigen nach den Playoffs um die deutsche Meisterschaft endgültig Schluss.
"Die Knochen tun eigentlich noch gar nicht so sehr weh, das war es nicht", sagte Böhme, der neun seiner 21 Profijahre in Friedrichshafen verbracht hat. "Es hat schon ein Weilchen gedauert, mich mit diesem Gedanken anzufreunden", gab der 2,12 Meter große Mittelblocker zu: "Klar hätte ich auch noch ein Jahr spielen können. Genauso gut hätte schon vor zwei Jahren Schluss sein können. Ich denke, ich habe das richtige Mittelmaß gefunden." Er habe trotz geringerer Spielzeit noch seine Rolle in der Mannschaft gehabt: "Jetzt ist der richtige Zeitpunkt."
Böhme war Teil der größten Erfolge der deutschen Nationalmannschaft, mit dem DVV-Team gewann er 2014 WM-Bronze und 2017 EM-Silber. Seine sportliche Laufbahn nahm in Berlin ihren Anfang, 2009 wechselte er nach Friedrichshafen. Drei Jahre später folgte der Schritt ins Ausland, wo er in Italien, Polen, der Türkei, Griechenland und Russland aktiv gewesen war. 2020 war Böhme nach Friedrichshafen zurückgekehrt.
"Es ist folgerichtig, dass ich hier meine Karriere beende", sagte er. Derzeit kämpft Böhme mit Friedrichshafen gegen den Dauerrivalen Berlin Recycling Volleys um das Ticket für die Finalserie der Volleyball Bundesliga (VBL). Am Samstag (20.00 Uhr/Dyn) steht das möglicherweise entscheidende zweite Spiel der best-of-three-Serie vor heimischer Kulisse an, das erste hatte der VfB 1:3 verloren.
"Dass eines meiner letzten Spiele gegen Berlin sein wird, ist eine sehr schöne Klammer. Auch wenn ich mir natürlich wünsche, dass wir das Ding noch drehen und ich in ein allerletztes Finale einziehen kann", betonte Böhme.
"Marcus ist ein besonderer Charakter und ein besonderer Mensch, der uns sicherlich sehr fehlen wird", sagte VfB-Geschäftsführer Thilo Späth-Westerholt: "Wir haben lange überlegt, wann wir Marcus offiziell verabschieden, um ihm dafür den richtigen Rahmen zu geben. Ich denke, dass ein Halbfinale vor ausverkauftem Haus gegen Berlin der richtige Rahmen ist."