Ludwigsburger auf dem Thron - und irgendwann an der Macht?
Das Projekt Bundesliga hätte für die Ludwigsburger Volleyballer im ersten Jahr kaum besser laufen können.
Einen Thron haben die Ludwigsburger Volleyballer längst, die dazu passende Krone fehlt ihnen noch. "Wir sind nicht fertig oder geben uns mit dem zufrieden, was wir bisher erreicht haben", verdeutlichte Kapitän Ben-Simon Bonin die Ambitionen des Aufsteigers. Gleich in ihrer ersten Saison in der Volleyball Bundesliga (VBL) haben sich die Barock Volleys vorzeitig einen Platz in den Playoffs gesichert - eine Erfolgsgeschichte, die nun weitergehen soll.
"Ein gutes Jahr ist eine gute Sache", sagt Bonin im Gespräch mit dem SID, aber die starke Saison und das Erreichen der Playoffs reichen dem 23-Jährigen schon jetzt nicht: "Wir wollen uns dauerhaft etablieren und in der oberen Tabellenhälfte mitmischen."
In Ludwigsburg, der kleinen Stadt, geprägt von seinem imposanten Residenzschloss, soll es in den nächsten Jahren möglichst viel Glanz geben. Die Trainer werden schon jetzt auf riesige, rot gepolsterte Throne gesetzt, die VIPs vergnügen sich in der "Fürstenlounge", und die Spieler sorgen auf dem Feld für die Unterhaltung. Derzeit mit großem Erfolg.
Denn eigentlich hatten die Verantwortlichen, wie für einen Neuling üblich, am Anfang der Saison noch das Ziel "Nichtabstieg" ausgegeben. Dann aber, so Bonin, habe sich "schnell abgezeichnet, mit dieser Mannschaft, die wir zusammengestellt haben, können wir mehr erreichen und weiter oben angreifen". Im Verein scheue "niemand davor zurück, die nötigen Schritte zu gehen, um dieses Potenzial auszufüllen". Auch ein neuer Trainer soll dabei in der kommenden Spielzeit helfen, in Patrick Steuerwald verpflichteten die Baden-Württemberger den langjährigen Erfolgscoach der ASV Dachau.
Die Bezeichnung "Überraschungsteam" soll dann irgendwann nicht mehr aktuell sein - denn genau dieser Begriff hatte dem Spielführer zu Beginn der Saison nicht so recht gefallen. "Für meinen Geschmack kam das viel zu früh", erklärte er. Inzwischen sei der Name "okay, denn wir haben es geschafft, das zu bestätigen", sagt Bonin.
Das gleiche Ziel strebt der Verein nun auch in den Playoffs an. Er wäre "sehr, sehr glücklich, ein Spiel zu gewinnen - weil ich genau weiß, wie sehr es die Topteams ärgert", erklärt Bonin. Nur Rekordmeister Berlin Recycling Volleys oder Pokalsieger SVG Lüneburg würde er dabei gerne aus dem Weg gehen. Dafür muss die Mannschaft nach dem Hauptrundenabschluss wohl mindestens auf Platz sechs landen - der wäre "ein kleiner Traum", so der Außenangreifer.
Am letzten Spieltag der regulären Saison warten am Samstagabend (19.00 Uhr/Dyn) die Helios Grizzlies Giesen, gegen den Tabellenfünften werde sein Team "nochmal alles rausholen", versprach Bonin.