Finanzspritze für die Eishockey-Frauen: DEB will größere Liga
Der Verband unterstützt die Klubs in der DFEL künftig mit 100.000 Euro im Jahr.
Bei Olympia schauten Millionen zu, auch beim Saison-Kehraus durften sich die deutschen Eishockey-Nationalspielerinnen noch einmal über eine stattliche Kulisse freuen. Und künftig gibt es eine Finanzspritze für die arg geschrumpfte Bundesliga.
"Wir haben uns als DEB entschieden, die Deutsche Frauen Eishockey Liga mit 100.000 Euro pro Jahr zu unterstützen", erklärte Frank Lutz, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB), am Rande des 5:1-Länderspielsiegs in Kaufbeuren gegen die Schweiz bei MagentaSport. Der Grund: In der DFEL gebe es "weiterhin strukturelle und finanzielle Probleme, wir haben mittlerweile nur noch fünf Mannschaften".
Nach dem Rückzug des Rekordmeisters ESC Planegg und der Bergkamener Bären in den letzten beiden Jahren spielen nur noch Seriensieger ECDC Memmingen (mit dem Großteil der Nationalmannschaft), die Eisbären Berlin, der ERC Ingolstadt und die Mad Dogs Mannheim in der DFEL, zudem HK Budapest. Die Etats der Klubs liegen bei durchschnittlich 75.000 bis 100.000 Euro.
Der Betrag soll laut Lutz "nicht nach dem Gießkannen-Prinzip" verteilt, sondern gezielt eingesetzt werden - auch für mögliche neue Erstligisten. In der DFEL2 Nord spielen unter anderem die Düsseldorfer EG, die Kölner Haie und die Hannover Indians, die bei einem Spiel im März 2024 mit mehr als 4000 Fans für den aktuellen Zuschauerrekord im deutschen Frauen-Eishockey sorgten. "Klubs, die im Moment an der Schwelle stehen und es vom Wirtschaftlichen her nicht so ganz packen, sollen einen Anreiz bekommen, den letzten Schritt zu machen, um die Liga zu erweitern", sagte Lutz, der auf eine Signalwirkung für Sponsoren und die Deutsche Eishockey Liga (DEL) der Männer hofft: "Wir sehen es in der Schweiz und in Schweden, was da möglich ist."
Eine größere Breite in der DFEL sei "elementar für die Nationalmannschaft", betonte er. Derzeit gibt es in Deutschland 3000 Eishockeyspielerinnen, die Hälfte ist bis zur U15 aktiv. "Wir verlieren in den höheren Altersklassen immer mehr Spielerinnen – einfach, weil es strukturell nicht passt und die Distanzen zu den Klubs zu groß sind", sagte Lutz: "Wir brauchen mehr Klubs in der DFEL."
In Mailand hatten die DEB-Frauen ihr Olympia-Comeback nach zwölf Jahren gegeben und Platz sieben belegt, teilweise schauten mehr als vier Millionen Sportinteressierte am Fernseher zu. In Kaufbeuren feuerten am Donnerstag 1308 Fans die Nationalspielerinnen beim Sieg gegen die Olympiadritten aus der Schweiz an. Zum entscheidenden DFEL-Finale zwischen Memmingen und Berlin Ende März kamen 2679 Zuschauerinnen und Zuschauer.