Infekt: Fischer verpasst EM-Finale - Kiesler rechtzeitig fit
Beim Kreisläufer aus Hannover tritt kurzfristig ein Infekt auf. Abwehr-Kante Kiesler kann nach zwei verpassten Spielen wieder mitwirken.
Deutschlands Handballer müssen im EM-Finale kurzfristig auf Justus Fischer verzichten. Der Kreisläufer aus Hannover laboriert an "einem kurzfristig aufgetretenen Infekt und ist nicht spielfähig". Das teilte der Deutsche Handballbund (DHB) eine Stunde vor Anwurf des Spiels gegen Weltmeister Dänemark mit. Abwehrspezialist Tom Kiesler (VfL Gummersbach) wurde nach seinem Magen-Darm-Infekt rechtzeitig für das Duell am Sonntagabend (18.00 Uhr/ZDF) in Herning fit. Als zweiten Spieler strich Bundestrainer Alfred Gislason wie schon im Halbfinale den Gummersbacher Mathis Häseler aus seinem 16-köpfigen Spieltagskader.
Gislason hat 18 Spieler mit zur Europameisterschaft genommen und kann aus diesem Aufgebot für jedes Spiel maximal 16 Spieler nominieren. Fischer hatte bei seinen EM-Einsätzen überzeugt, im Halbfinale gegen Kroatien sorgte er mit drei Blocks in einem Angriff für ein seltenes Kunststück in der Defensive.
Kiesler hatte das letzte Hauptrundenspiel gegen Frankreich (38:34) und das Halbfinale gegen Kroatien (31:28) verpasst. Der 24-jährige Kiesler habe zwei Tage "nur im Bett gelegen" und sei "völlig geschwächt" gewesen, hatte Gislason am Samstag berichtet. Sein bislang letztes EM-Spiel bestritt Kiesler am vergangenen Montag bei der Hauptrundenniederlage gegen Dänemark (26:31). Bei diesem und den vorherigen Auftritten hatte der Turnierdebütant mit starken Leistungen in der Deckung überzeugt. Gislason bezeichnete Kiesler während der EM als "besten Abwehrspieler des Turniers".
Deutschland greift gegen die Dänen nach seinem insgesamt dritten EM-Titel. Auch Olympiasieger Dänemark kann zum dritten Mal den europäischen Handball-Thron besteigen, die Weltmacht wartet seit 14 Jahren auf die Goldmedaille bei einer EM.