Neue Studie verdeutlicht das Gesundheitsrisiko von Küchenschwämmen
Dass Küchenschwämme nicht zu den hygienischsten Küchenhelfern gehören, ist kein Geheimnis. Eine neue Untersuchung des Bundesamtes für Risikobewertung, die im "Journal of Food Protection" veröffentlicht wurde, verdeutlicht nun jedoch das Ausmaß des Gesundheitsrisikos, das von ihnen ausgeht.
So können Topfreiniger nicht nur über längere Zeiträume mit gefährlichen Krankheitserregern belastet sein, sondern diese sich auch schnell vermehren - und andere Oberflächen verunreinigen. Das passiert oft unbemerkt, denn weder sieht man den Schwämmen die Kontamination an, noch merkt die Nase die Verunreinigung. Selbst bei starken Verunreinigungen konnten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler keine auffälligen Veränderungen am Schwamm wahrnehmen.
Küchenschwämmen übertragen Keime
Für die Untersuchung haben die Forscherinnen und Forscher geringe Mengen der drei Bakterienarten Salmonella Enteritidis (Salmonellen) Escherichia coli (E. coli ) und Staphylococcus aureus auf Küchenschwämme gegeben. Es zeigte sich, dass sich die Bakterien erheblich auf den Schwämmen vermehrten. Nach mindestens zwei Wochen war ihre Präsenz immer noch nachweisbar. Vor allem Salmonellen und E. coli vermehrten sich schnell. Dabei spielt es keine Rolle, ob der Schwamm nass oder ausgetrocknet ist. Auch auf Schwämmen, die schon drei Tage lang getrocknet waren, ließen sich Verunreinigungen nachweisen.
Besonders gefährlich ist jedoch, dass mit den Bakterien im Schwamm auch andere Oberflächen oder Gegenstände mit den Bakterien kontaminiert werden können, wenn sie mit dem Schwamm abgewischt werden. Laut den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern reicht dafür bereits sanfter Druck aus. Auf diese Weise können auch Lebensmittel mit den Krankheitserregern in Kontakt kommen und so schlimmstenfalls zu einer Lebensmittelinfektion führen. Dafür reichen bereits geringe Keimzahlen aus.
So verringern Sie die Keimgefahr bei Küchenschwämmen
Wechseln Sie Küchenschwämme regelmäßig aus, idealerweise alle sieben Tage. In Haushalten mit immunschwachen Personen sollte der Schwamm öfter gewechselt werden.
Werden mit dem Schwamm Oberflächen gereinigt, die mit zuvor mit rohem Fleisch in Kontakt gekommen sind, sollte der Schwamm entsorgt werden.
Wird der Schwamm für mindestens zwei Minuten mit mindesten 70 Grad heißem Wasser gespült, kann das die Keimbelastung reduzieren.
Alternativ können Bürsten und Mikrofasertücher verwendet werden, die laut Bundesamt für Risikoforschung, geringere Keimzahlen aufweisen und sich auch in der Spül- oder Waschmaschine reinigen lassen.