Tools: Kostenlos die Internetgeschwindigkeit messen
Die vom Provider versprochene Internetgeschwindigkeit ist nicht immer die, welche Dir auch geboten wird. Mit diesen Tools und Optionen überprüfst Du sie kostenlos.
Die vom Provider versprochene Internetgeschwindigkeit ist nicht immer die, welche Dir auch geboten wird. Mit diesen Tools und Optionen überprüfst Du sie kostenlos.
Der Internetprovider soll laut Vertrag eine bestimmte Down- und Uploadgeschwindigkeit liefern. In der Praxis liegt diese häufig unter den angegebenen Werten. Abgesehen davon kann es weitere Gründe geben, die Internetgeschwindigkeit messen zu wollen. So kann es zu Störungen kommen, zum Beispiel bei bestimmten Webseiten, Tools, Streaming-Services oder bei Telefongesprächen. Einleuchtende Erkenntnisse lassen sich eventuell dadurch gewinnen, mithilfe von Tools und Bordmitteln die Internetgeschwindigkeit zu überprüfen.
Die Internetgeschwindigkeit kannst Du ganz einfach mit einer Reihe von Tools und Services überprüfen – und das kostenlos. Diese Tools und Services stehen für Windows, Linux und macOS zur Verfügung.
Vor jedem Speedtest solltest Du ideale Bedingungen herstellen. Du brauchst Dich nicht zu wundern, dass die Verbindung ausgebremst wird, wenn im Netzwerk gerade mehrere Geräte aktiv sind und Daten aus dem Internet ziehen. Trenne daher vor dem Test jedes nicht gebrauchte Gerät vom Netz. Zudem solltest Du am PC alle nicht gebrauchten Programme schließen. Schließe ebenfalls jeden nicht benötigten Tab im Browser. VPNs solltest Du ohnehin abschalten, diese Dienste bremsen die Geschwindigkeit gezwungenermaßen immer aus, da hier mehrere Stationen dazwischengeschaltet werden. Eine WLAN-Verbindung kann ebenfalls hinderlich für eine stabile Internetgeschwindigkeit sein. Wenn möglich, dann führe die Geschwindigkeitsmessungen über das LAN-Kabel durch.
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1. Speedtest von Google durchführen
Googles Suchmaschine liefert eine sehr bequeme Möglichkeit zur Überprüfung der Internetgeschwindigkeit. Dafür gibst Du lediglich in der Google-Suche „speedtest“ ein. Der Suchdienst sollte anschließend eine Schaltfläche anzeigen mit dem Button „Speed-Test durchführen“. Klicke auf diesen Button.
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Der darauffolgende Test kann mehrere Sekunden in Anspruch nehmen, sollte jedoch nicht zu lange dauern. Zunächst prüft der Dienst die Download-, dann die Uploadgeschwindigkeit. Willst Du den Test wiederholen, dann klicke auf „Erneut testen“. Anschließend kannst Du Dir weitere Informationen anzeigen lassen, indem Du auf „Info“ klickst. Google wertet dann unter anderem die Messergebnisse aus.
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Die Downloadgeschwindigkeit ist für viele Internetnutzer am wichtigsten. Sie gibt an, wie schnell das Gerät Daten aus dem Netz herunterladen kann. Jedes Mal, wenn eine Internetseite geöffnet wird, wenn Du Videos oder Streaming-Dienste anschaust oder Musik streamst, werden Daten aus dem Netz gezogen.
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Die Uploadgeschwindigkeit hingegen gibt an, wie schnell Daten von Deinem Gerät ins Netz gesendet werden. Sie kann ebenfalls relevant sein, um Inhalte im Internet öffnen und mit ihnen interagieren zu können. Schließlich muss dafür die Anfrage von Deinem Gerät ausgehen. Wer Videos, Musik und andere Inhalte hochlädt oder Onlinespiele spielt, profitiert ebenfalls von einer stabilen und schnellen Uploadgeschwindigkeit.
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In der Regel ist die Uploadgeschwindigkeit niedriger im Vergleich zur Downloadgeschwindigkeit. Die Latenz bemisst, wie schnell Du eine Antwort vom angepeilten Server erhältst. Sie sagt nichts direkt über die Datenmengen aus, die im Anschluss als Antwort heruntergeladen werden. Kurze Latenzen sind für Echtzeit-Anwendungen wichtig, wie etwa für Livestreams, Videoanrufe oder Onlinespiele.
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2. Ookla-Speedtest ohne Anmeldung nutzen
Zur Überprüfung der Internetgeschwindigkeit wird auch häufig der Ookla-Speedtest herangezogen. Diesen Internetservice kannst Du ohne Anmeldung kostenlos nutzen. Rufe dazu die Webseite von Ookla auf und klicke dann auf den großen Button mit „Los“. Ookla zeigt während des Tests auch den Namen des Providers sowie Deine externe IP-Adresse an.
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Für den Fall, dass Du den Service häufiger nutzen willst, bietet sich eine Anmeldung bei Ookla an. Notwendig ist das nicht und der Dienst bleibt auch mit Anmeldung kostenlos. Eine Anmeldung erlaubt es Dir, die Messungen der Internetgeschwindigkeit nachzuverfolgen und Beobachtungen anzustellen. Im „Ergebnisverlauf“ werden die bisherigen Messungen angezeigt. Der Dienst lässt sich auch per App nutzen. Lade Dir dafür im Microsoft App-Store „Speedtest by Ookla“ herunter und führe Tests jederzeit aus, ohne den Browser öffnen zu müssen. Die Desktop-Anwendung kann zudem Berichte erstellen, um Trends bei der Geschwindigkeitsüberwachung zu erkennen.
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Zudem steht die App für Smartphones zur Verfügung. Mit ihr kannst Du unterwegs die Mobilverbindung testen und überprüfen, ob Dein Mobilfunkprovider auch das liefert, was er im Vertrag verspricht. Mit der App kannst Du ebenfalls WLAN-Verbindungen austesten, sollte das Gerät über heimische Netzwerke mit dem Internet verbunden sein.
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3. Telekom-Speedtest
Der Speedtest der Telekom steht nicht nur Telekom-Kunden zur Verfügung, jeder kann ihn nutzen. Eine Anmeldung ist nicht notwendig, die Telekom bietet den Dienst kostenlos auf der eigenen Webseite an. Klicke auf der Webseite auf „Speedtest starten“, dann auf „LOS“. Neben der Download- und der Uploadgeschwindigkeit zeigt die Telekom auch die Ping-Zeiten an.
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Diese Ping-Zeiten können wertvolle Hinweise über die Stabilität der Verbindung liefern, weswegen einige später im Beitrag genannte Dienste sie ebenfalls anzeigen. Eine App für den Telekom-Speedtest gibt es nicht, die Geschwindigkeit lässt sich lediglich über den Webbrowser ermitteln.
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4. WieIstMeineIP.de für spezifische Informationen
Die Webseite WieIstMeineIP.de liefert einige nützliche Informationen, die nicht jeder Dienst anzeigt. Auch diesen Service kannst Du ohne Anmeldung und kostenlos nutzen. Indem Du auf „Speedtest starten“ klickst, wird die Internetgeschwindigkeit gemessen. Hier lässt sich ebenfalls einstellen, in welchem Land Du Dich befindest und welche Anschlussarten Du verwendest. Zu den Anschlussarten zählen unter anderem DSL, Kabel, Glasfaser, mobile Verbindungen oder die Verbindung via Satellit. Somit kannst Du direkt vergleichen.
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5. Bordmittel von Windows, Linux und macOS verwenden
Die Betriebssysteme liefern eigene Bordmittel für die Messung der Internetgeschwindigkeit. Diese sollten standardmäßig auf Windows, Linux und macOS installiert sein. Dazu zählt unter anderem das Kommandozeilentool „ping“. Der Ping misst die Zeit, innerhalb der ein Datenpaket vom PC zu einem entfernten Host und wieder zurückgesendet wird. Genauer handelt es sich um ICMP-Echo-Request-Pakete, die Antwort nennt sich ICMP-Echo-Reply. Die Zeit, welche das Datenpaket für diese Reise benötigt, wird in Millisekunden (ms) gemessen.
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Rufe für den Test die Kommandozeile auf und tippe „ping“ gefolgt von der Zieladresse ein. Diese Adresse kann irgendeine Webseite sein (die Domain reicht aus) oder eine IP-Adresse wie 8.8.8.8. Das ist die Google DNS. Cloudfare bietet sich mit der IP 1.1.1.1 ebenfalls als Zieladresse an. Wichtig ist, dass die Adresse verfügbar sein und eine stabile Verbindung aufweisen muss.
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Die Kommandozeile sollte dann vier Antworten ausspucken. Die lesen sich in etwa so: „Antwort von 8.8.8.8: Bytes=32 Zeit:17ms TTL=111“. Jeder einzelne Punkt in dieser Antwort liefert Dir wertvolle Informationen. „Antwort von 8.8.8.8“ sagt Dir, dass das Datenpaket nicht nur angekommen, sondern auch erfolgreich zurückgekehrt ist. Es besteht also eine stabile Internetverbindung. Auf diese Weise lässt sich auch die Namensauflösung austesten, indem eine Domain direkt anvisiert wird und die Kommandozeile den Namen wiedergibt. Die Angabe „Bytes=32“ sagt Dir lediglich, wie groß das Datenpaket ist. In diesem Fall 32 Byte. Solche Datengrößen sind für ICMP-Echo-Request-Pakete vollkommen ausreichend.
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Wichtiger ist dagegen „Zeit:17ms“. Dementsprechend beträgt die Latenzzeit 17 Millisekunden. So lange hat das Paket für die Reise zur IP-Adresse und wieder zurückbenötigt. Je niedriger die Angabe, desto schneller und stabiler ist die Internetgeschwindigkeit. Sollte es jedoch länger dauern, dann stimmt etwas mit der Verbindung nicht. Bedenkliche Latenzzeiten beginnen ab 100 ms. Zeigt der Test solche Latenzzeiten an, dann ist die Verbindung empfindlich gestört oder wird durch etwas gedrosselt.
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Sollte der Test keine Zeiten liefern, dann ist die Verbindung unterbrochen worden. Der Router könnte falsch eingestellt sein oder der Fehler geht vom Provider aus. Es kann sich lohnen, diesen Test mehrmals durchzuführen. Schwanken die Zeiten, dann ist das Netzwerk eventuell ausgelastet oder es bestehen temporäre Störungen.
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Interessant kann auch die Angabe „TTL“ sein. Das steht für „Time-to-Live“ und verweist auf die Zahl der Router, welche das Datenpaket während seiner Reise passiert hatte. Ein niedriger Wert ist gut, könnte man meinen, doch das Gegenteil ist der Fall. Je niedriger der Wert, desto mehr Router musste das Paket durchlaufen. Und desto anfälliger ist die Verbindung für Störungen.
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6. Das kannst Du bei Fehlermeldungen unternehmen
Läuft etwas bei der Datenübertragung schief oder kommt das Datenpaket nicht zurück, dann antwortet die Kommandozeile oftmals mit „Zeitüberschreitung der Anforderung“. Eine solche Antwort kann unterschiedliche Ursachen haben. So können Firewalls die Daten blockieren, das Netzwerk lässt sich nicht anpeilen oder es liegt ein Problem mit dem Router vor.
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Wie die Fehleranalyse anschließend abläuft, hängt von dem Betriebssystem ab. Bei Linux etwa gibst Du „traceroute“ ein, bei Windows wäre es der Befehl „tracert“. Dann wird Dir die Reise des Datenpakets genauer angezeigt, wodurch sich Rückschlüsse auf das eigentliche Problem ziehen lassen.
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Wenn bei Windows Probleme beim Versenden eines Pakets an Google auftreten, dann gibst Du „tracert google.com“ ein. Die Kommandozeile gibt die einzelnen Schritte in Hops an. Die Hops können sowohl Netzknoten als auch Router sein.
Die Kommandozeile schreibt dann etwa: „Routenverfolgung zu google.com über maximal 30 Hops“ und erstellt dafür eine kleine Tabelle:
1 2 ms 2 ms 2 ms 192.168.1.1
2 16 ms 17 ms 14 ms 2001:4860:1:1:2240
3 15 ms 15 ms 14 ms 2001:4860:1:1:32ef
4 14 ms 14 ms 14 ms 2001:4860:0:1:5895Die Zahlen, welche der Spalte vorangehen, stellen die Hop-Nummer dar, gefolgt von den Latenzzeiten in Millisekunden und der IP-Adresse. Diese können auch als Hostnamen des Knotens ausgeschrieben werden. Bei der Linux-Eingabe von „traceroute google.com“ wird eine ähnliche Tabelle aufgebaut. Jedoch gibt Linux die Zwischenschritte bis zur angepeilten Domain genauer wieder, womit sich Dir mehr Möglichkeiten zur Fehleranalyse bieten.
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7. Fehleranalyse unter Linux
Die Optionen unter Linux sind umfassender. Sollte die Fehleranalyse auf eine langsame oder unterbrochene Verbindung hinweisen, dann kannst Du hier die Bandbreite und den Durchsatz überprüfen. Hilfreich ist auch der Befehl „ping“. Das ist der einfachste und schnellste Weg für einen Echo-Request. Damit lässt sich unter anderem auch ein lokales Netzwerk anpingen und die Latenzzeit ermitteln. Unter Linux werden dabei Pings so lange gesendet, bis Du den Test mit der Eingabe eines ^c stoppst. Bei Windows-System werden in der Regel nur vier Tests durchgeführt und dann ist Schluss. Über das Terminal von Linux kannst Du die Internetgeschwindigkeit messen.
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Für den Speedtest gibst Du „speedtest-cli“ ein. Dabei handelt es sich allerdings nicht um einen eigenen Speedtest. Stattdessen greift Linux direkt auf den Service von Ookla zurück. Ookla testet die Download- und die Uploadgeschwindigkeit Deiner Linux-Installation und gibt das Ergebnis in Millisekunden an.
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Bei Ubuntu muss der Dienst erst installiert werden. Gib dafür „sudo apt-get install speedtest-cli“ in die Befehlszeile ein. Sobald das abgeschlossen ist, kannst Du mit „speedtest-cli“ die Geschwindigkeitsmessung durchführen. Ubuntu meldet dann:
Retrieving speedtest.net configuration...
Testing from [provider] ([IP-Adresse])...
Hosted by [Server] ([Distanz]): 25.123 ms
Testing download speed......................
Download: 120.67 Mbit/s
Testing upload speed................
Upload: 25.34 Mbit/s -
Bei dem Befehl „speedtest-cli“ handelt es sich um ein Python-Skript zur Messung der Internetgeschwindigkeit. Mit dem Parameter „help“ lassen sich zusätzliche Optionen aufführen. In der Regel handelt es sich bei den Speedtests um unverschlüsselte HTTP-Verbindungen. Willst Du jedoch aus irgendeinem Grund verschlüsselt einen Geschwindigkeitstest durchführen, dann hilft Dir der Parameter „secure“ weiter. Der Befehl „mtr“ kombiniert die Befehle „ping“ mit „traceroute“. Die Abkürzung „mtr“ steht für „my traceroute“. Dieser Befehl zeigt Dir unter anderem über „Loss%“ den prozentualen Datenverlust an. Zudem lassen sich Aussagen über die Stabilität der Verbindung mittels „Avg“, „Best“, „Wrst“ und „StDev“ treffen. „Avg“ gibt die durchschnittliche Latenzzeit wieder, „Best“ die schnellste Latenzzeit und „Wrst“ die langsamste Latenzzeit. Für Statistiker interessant ist „StDev“, dieser Wert zeigt die Standardabweichung an.