Warum Microsoft nicht will, dass Du öffentliches WLAN nutzt
Warum Microsoft nicht will, dass Du öffentliches WLAN nutzt
Wieder einmal warnt Microsoft davor, öffentliche WLAN-Netzwerke zu verwenden. Wir zeigen Dir, warum das so ist und was Du tun kannst.
Das Problem ist altbekannt
Was Microsoft behauptet, ist nicht neu. Da öffentliche Netzwerke per Design für alle zugänglich sind, kann es sein, dass sich dort auch Personen mit bösartigen Absichten einklinken. Diese könnten Dich dann dazu verleiten, auf gefälschte Webseiten zu klicken. Du glaubst beispielsweise, dass Du Dich auf der Startseite eines öffentlichen Netzwerkes gerade dort einwählen willst, aber in Wirklichkeit handelt es sich um eine Fälschung – und wurde erstellt, um sensible Login-Daten und ähnliche Informationen abzugreifen.
Microsoft warnt beispielsweise davor, dass Du etwa von einem Hotel-WLAN aus versuchst, Dich bei Deinem Microsoft-Konto anzumelden. Tatsächlich wirst Du jedoch auf eine Phishing-Webseite umgeleitet, wo Geräteinformationen und Tokens für die Authentifizierung abgegriffen werden. So können die Angreifer im schlimmsten Fall Deine Microsoft-Konten übernehmen.
„Aber merke ich das nicht?“ Nein, wahrscheinlich nicht. Die gefälschten Webseiten sehen echt aus und Deine gestohlenen Daten wirst Du meistens erst dann bemerken, wenn Du eine E-Mail à la „Jemand aus Singapur hat sich gerade in Ihrem Konto angemeldet. Waren Sie das?“ erhältst – und dann ist es wahrscheinlich zu spät.
Trojaner & Co. durch Hotel-WLANs
Ebenfalls denkbar ist das Einschleusen von Schadsoftware über öffentliche Netzwerke. Das geht nicht so ohne Weiteres, aber ist bereits vorgekommen – etwa, indem die Netzwerkausrüstung in Hotels oder an Flughäfen übernommen wurde. So könntest Du Dich versehentlich mit Schadsoftware infizieren, und diese überträgt dann vielleicht Deine Eingaben oder auch Audiodaten wie Gespräche an fremde Server. Je nach Software könnte auch ein Remote-Zugriff auf Deine Geräte eingerichtet werden – Angreifer könnten also einfach so auf Dein Smartphone oder vergleichbare Geräte zugreifen.
Diese neuerliche und durchaus komplexe Angriffsvariante kann nicht durch einige wenige Kriminelle durchgeführt werden, dazu ist der Aufwand zu hoch. Microsoft selbst hat durch Untersuchungen herausgefunden, dass es sich dabei wahrscheinlich um die bekannte Gruppe Storm-2945 handelt, die wiederum ausländischen (aus US-Sicht) Geheimdiensten angehören soll. Dass ausgerechnet Du persönlich Opfer eines solchen Angriffs wirst, ist also nicht unbedingt wahrscheinlich – dazu bist Du einfach zu unwichtig. Aber es ist nicht unmöglich, weshalb Du Dich immer schützen solltest.
Alternative zu öffentlichen Netzwerken
Die beste Möglichkeit, Gefahren in diesen Netzwerken aus dem Weg zu gehen, besteht darin, sie nicht zu nutzen. Verwende einfach Dein Mobilfunknetz, auch wenn Dein Hotel oder Flughafen vielleicht kostenloses WLAN anbietet. Dazu findet Microsoft selbst auch deutliche Worte und sagt, dass Du an Flughäfen, in Hotels, auf etwaigen Events und Konferenzen gar nicht erst daran denken solltest, diese Netzwerke zu verwenden – denn sie seien schlicht „nicht vertrauenswürdig“.
Falls es sich nicht vermeiden lässt, solltest Du auf jeden Fall auf jegliche Downloads verzichten. Wenn möglich, solltest Du ein VPN zwischenschalten, damit zumindest Deine IP-Adresse verschleiert wird. Das schützt Dich nicht direkt vor Angriffen, aber gibt Dir ein wenig Privatsphäre.