IBAN-Betrug nimmt zu – regelmäßig Kontoauszüge checken!
IBAN-Betrug nimmt zu – regelmäßig Kontoauszüge checken!
Wie kannst Du Dein Konto vor Internet-Betrug schützen oder Dein Geld zurückholen, wenn es dafür bereits zu spät ist? Erfahre hier, wie Du am besten vorgehst.
Cyber-Kriminalität ist auf dem Vormarsch. Die Betrüger denken sich immer wieder neue Maschen aus, um Geld unrechtmäßig von Privatkonten abzubuchen. Seit kurzer Zeit häufen sich Meldungen über eine neue Betrugsmasche der Scheinfirma Megatipp Ltd.
Betroffene berichten, dass die Firma „Megatipp Emergency Call-Service“ 89,90 Euro von Konten abbucht, obwohl dafür zu keiner Zeit Einzugsermächtigungen vorlagen. Unter Verwendungszweck findet man dann den Vermerk „Notfallkarte“ sowie medizinische Telefonnummern, sodass es erscheint, als hätte der Bankkunde eine Dienstleistung in Anspruch genommen. Wie kann so etwas passieren? Ganz einfach: Man benötigt lediglich die IBAN eines Bankkunden, um eine Lastschrift zu veranlassen.
Die Banken weisen darauf hin, dass es praktisch gar nicht möglich sei, jeden Lastschriftauftrag zu überprüfen. Deshalb wird der geforderte Betrag erst einmal abgebucht. Selbstverständlich kann man sich gegen derartige Betrugsmaschen wehren und im Rahmen eines Widerspruchs dafür sorgen, dass das Geld zurückgebucht wird. Das klappt allerdings nur innerhalb einer Frist von acht Wochen nach der erfolgten Abbuchung.
Aus diesem Grund ist es sehr wichtig, regelmäßig die Kontoauszüge zu checken. Dann fallen unrechtmäßig abgebuchte Beträge sofort auf und man kann sich erfolgreich wehren. In diesem Fall erhältst Du nicht nur Dein Geld zurück, die Firma, welche die Abbuchung vorgenommen hat, muss außerdem eine Gebühr für die Rückbuchung bezahlen und der falsche Lastschriftauftrag wird in Zukunft gestoppt. Wenn man diese Maßnahmen nicht ergreift, ist es wahrscheinlich, dass die Betrüger im nächsten Monat erneut Geld abbuchen.
Es stellt sich die Frage, warum es Cyber-Kriminellen immer wieder gelingt, Bankkunden auf diese Weise zu schädigen. Am wahrscheinlichsten ist, dass viele Bankkunden ihre Kontoauszüge zu selten kontrollieren. Zudem fallen insbesondere in der hektischen Vorweihnachtszeit Abbuchungen unter 100 Euro oft nicht auf oder werden zu spät bemerkt.
Die Scheinfirma Megatipp ist derzeit vorwiegend in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz sowie Sachsen-Anhalt aktiv. Nachforschungen haben ergeben, dass der Firmenstandort in der Türkei registriert ist und das erbeutete Geld auf Bankkonten in Malta landet. Es ist also nahezu unmöglich, die Betrüger dingfest zu machen und die Betrugsmasche endgültig zu stoppen. Ganz im Gegenteil, es ist damit zu rechnen, dass die Masche abgewandelt immer wieder genutzt wird, um Bankkunden in Deutschland zu schädigen. Aus diesem Grund solltest Du zusätzlich zum Widerrufen der Abbuchung einen Musterbrief der Verbraucherschutzzentrale nutzen, um klarzustellen, dass Du keinen Vertrag mit Megatipp Ltd. abgeschlossen hast. Kommt es tatsächlich zu einer weiteren Abbuchung, kannst Du direkt online bei der Polizei Anzeige erstatten.