Internet zu langsam? So lässt sich die Geschwindigkeit prüfen
Der Download benötigt schon wieder gefühlt Tage und YouTube-Videos buffern immer eine Ewigkeit? Wer überprüfen möchte, ob die vom Anbieter versprochene Internetgeschwindigkeit auch tatsächlich in der Regel geliefert wird, kann dafür auf Tools zurückgreifen, die von der Bundesnetzagentur zur Verfügung gestellt werden. Damit lassen sich sowohl der Festnetzanschluss als auch der Mobilfunk kontrollieren.
Die tatsächliche Geschwindigkeit lässt sich mit der sogenannten Breitbandmessung, abrufbar via "breitbandmessung.de", nachweisen. Unterschieden wird zwischen Tools zur Messung von Festnetzanschlüssen und mobilem Internet. Wer das mehrtägige, aber einfache Nachweisverfahren unter Berücksichtigung aller Bedingungen durchläuft, kann bei dem entsprechenden Nachweis einer sogenannten Minderleistung laut Bundesnetzagentur einen Minderungsanspruch oder sogar ein Sonderkündigungsrecht gegenüber dem jeweiligen Anbieter geltend machen.
Wie funktioniert die Mobilfunkmessung?
Für das Smartphone sind in Apples App Store und im Play Store von Google jeweils die entsprechenden Apps mit dem Namen "Nachweisverfahren Mobilfunk" zum Download zu finden. Zur Prüfung müssen Nutzerinnen und Nutzer zunächst in der App ihren genauen Anbieter und den entsprechenden Tarif auswählen.
Userinnen und User sollten für eine volle Messkampagne maximal 30 Messungen an maximal fünf unterschiedlichen Tagen - innerhalb eines Zeitraums von zwei Wochen - durchführen. Pro Tag sollten es maximal sechs Messungen sein, zwischen denen ein Abstand von mindestens fünf Minuten eingehalten wird. Zwischen der dritten und vierten Messung an einem Tag sollten zudem mindestens drei Stunden vergangen sein.
Daneben gilt es unter anderem zu beachten, dass sich das Smartphone nicht im Energiesparmodus befindet, dass das Datenvolumen während des Tests noch nicht aufgebraucht ist, dass man sich nicht gerade im Roaming befindet, mögliche VPNs deaktiviert sind, man sich im Freien aufhält, eine 4G-/5G-Verbindung besteht und dass während des Tests keine anderen Apps laufen. Wenn zum Beispiel gerade ein Video gestreamt wird oder Daten an anderer Stelle hochgeladen werden, beeinflusst das die Messung. Sämtliche Vorgaben sind etwa auf einer "Fragen und Antworten"-Seite einsehbar.
Daneben gibt es die gesonderte App namens "Mobilfunk-Check". In dem Programm lassen sich grundsätzlich Speedtests und ein Netzcheck durchführen. Bei ersterem werden die Latenz, die Download- und die Upload-Rate gemessen, bei zweiterem die Verfügbarkeit des Netzes vor Ort. Auch die Raten im WLAN sind damit testbar, für Aussagen über die Mobilfunkleistung muss der WLAN-Zugang allerdings vorübergehend deaktiviert werden beziehungsweise sichergestellt werden, dass man sich gerade nicht im WLAN befindet.
Wie funktioniert der Festnetztest?
Für die Messung im Festnetz am Laptop oder Desktop-PC steht ein "Festnetz-Check"-Programm für Windows, macOS und Linux zum Download bereit. Nach der Installation finden sich hier Optionen für Einzelmessungen und eine Messkampagne.
Auch hier werden für eine Einzelmessung zunächst Anbieter und Tarif ausgewählt, danach müssen die Postleitzahl und die Zufriedenheit mit dem Anbieter angegeben werden. Tests sind ebenfalls über WLAN möglich. Grundsätzlich ist dabei zu beachten, dass WLAN-Verbindungen im Vergleich zum Kabel das Messergebnis negativ beeinflussen können. Während der Messung sollten keine anderen Uploads oder Downloads laufen.
Eine Messkampagne, die zum verbindlichen Nachweis einer Minderleistung notwendig ist, kann unter dem entsprechenden Punkt im Programm gestartet werden. Hierzu ist eine Verbindung per WLAN nicht zulässig. Nutzerinnen und Nutzer sollten demnach an drei unterschiedlichen Kalendertagen jeweils zehn Messungen durchführen - mit mindestens einem Kalendertag dazwischen. Das Ziel sind 30 Messungen in maximal 14 Tagen. Daneben sollten jeweils zwischen der fünften und sechsten Messung an einem Tag mindestens drei Stunden Abstand bestehen; bei allen anderen mindestens fünf Minuten. Ist die Kampagne abgeschlossen, erstellt das Programm ein Messprotokoll, das direkt darauf hinweist, ob eine regelmäßige oder kontinuierliche Abweichung von der vereinbarten Geschwindigkeit vorliegt.
Wann liegt eine Minderleistung vor?
Angaben dazu, wann genau eine Minderleistung vorliegt und wie Verbraucherinnen und Verbraucher weiter vorgehen können, liefert die Bundesnetzagentur für Mobilfunk und Festnetz auf ihrer Internetseite. Unter anderem in PDFs sogenannter Allgemeinverfügungen werden sämtliche Begrifflichkeiten und Bedingungen für eine Minderleistung ausführlich beschrieben. Beim Festnetz kann dies beispielsweise der Fall sein, wenn "die normalerweise zur Verfügung stehende Geschwindigkeit nicht in 90 Prozent der Messungen erreicht wird".