Der beste Schutz bei Betrugsanrufen
Betrugsanrufe auf dem Handy oder im Festnetz? Das sind die Gegenmaßnahmen
Bei Betrugsanrufen melden sich angebliche Enkelkinder, falsche Polizisten und vermeintliche Support-Mitarbeiter. So schützt Du Dich vor den Betrügern.
Selbst der vorsichtigste Nutzer kann heute Opfer von Telefonbetrügern werden. Denn die raffinierten Täter haben ihre Methoden verfeinert und überrumpeln ihre Opfer zum Beispiel mit Schockanrufen. Der Enkeltrick ist zwar mittlerweile bekannt, funktioniert aber immer noch. Auch wenn Banken und Behörden sich telefonisch melden, ist Vorsicht geboten. Die Kriminellen nutzen gezielt die Neugierde, Hilfsbereitschaft oder Angst der Menschen aus. Doch auch die eigene Risikowahrnehmung spielt hier eine Rolle.
Ein erfolgreich durchgeführter Betrugsanruf kann ernste Konsequenzen nach sich ziehen. Dazu gehören finanzielle Schäden ebenso wie seelische Beeinträchtigungen. Es ist daher besser, aufmerksam zu sein und rechtzeitig in den Schutz zu investieren. Denn es gibt viel, was Du gegen die Betrüger unternehmen kannst. Wir zeigen Dir die wirksamsten Maßnahmen und helfen Dir dabei, Dein Handy oder Festnetz abzusichern.
Hinweis: Die Investition in neue Hardware ist häufig der einfachste Weg, um sich zu schützen. Ein Scam-Schutz ist zum Beispiel in den aktuellen Pixel-Smartphones von Google integriert. Für die Fritzbox wiederum ist der Tellows-Anrufschutz verfügbar. Es lohnt sich also, sich über das Thema zu informieren und eventuell auch in neue Hardware zu investieren.

Das sind Betrugsmaschen, mit denen aktuell jeder rechnen muss
Der Betrug am Telefon kann in der Praxis sehr unterschiedliche Formen annehmen. Die dahinterstehenden psychologischen Mechanismen sind aber oft ähnlich. Gerade mit älteren Menschen solltest Du in der Familie über die Tricks sprechen, die Kriminelle anwenden, damit sie nicht auf den Betrugsversuch reinfallen.
Die aktuell am häufigsten auftretenden Betrügereien
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Der Enkeltrick: Der Enkeltrick ist nicht neu, funktioniert aber heute leider immer noch so zuverlässig wie früher. Ein angebliches Mitglied aus der Familie ruft zumeist ältere Menschen an und berichtet von einer Notsituation. Die Person soll dringend Geld für einen Anwalt benötigen, wurde in einen Unfall verstrickt oder ihr wurde das Handy gestohlen (was die neue Mobilfunknummer erklärt...). In jedem Fall soll das Opfer so schnell wie möglich Geld überweisen, damit sich der Anrufer aus seiner Notlage befreien kann. Gerade Senioren zeigen oft eine hohe Hilfsbereitschaft und sind daher anfällig für den Enkeltrick.
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So schützt du dich vor dem Enkeltrick: Jeder sollte in seiner Familie ein Codewort vereinbaren, das nur die Eingeweihten kennen. Sollte es tatsächlich einmal zu einem Notfall kommen, ist am Telefon anhand des Codeworts eine eindeutige Identifikation möglich. Denn manchmal kann man zu einem Telefonat genötigt sein, das auf den ersten Blick tatsächlich verdächtig erscheint.
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Falsche Polizisten oder Bankangestellte: Gerne geben sich Betrüger auch als Polizisten oder Mitarbeiter einer Bank aus. Hier ist besondere Vorsicht geboten. Häufig berichten die Kriminellen von einem angeblichen Datenklau oder einem Einbruch. Das eigene Geld sei gefährdet und schnelles Handeln notwendig. In einer solchen Situation erhältst Du vermutlich eine Aufforderung, eine Überweisung vorzunehmen oder Bargeld auszuhändigen.
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Grundsätzlich gilt: Echte Mitarbeiter der Banken und Behörden rufen Dich nicht zu Hause an und fordern Geld. Solchen Aufforderungen solltest Du auf keinen Fall nachgeben.
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Technischer Support: Microsoft oder Apple rufen an und man teilt Dir aufgeregt mit, dass Dein System mit Malware infiziert sei? In den wenigsten Fällen dürften sich dahinter echte Mitarbeiter der IT-Unternehmen verbergen. Wahrscheinlicher ist, dass es sich um einen Betrugsanruf handelt.
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Häufig wirst Du aufgefordert, einer Fernwartung zuzustimmen. Tatsächlich wird die Schadsoftware erst installiert, nachdem Du leichtfertig den Zugriff auf Dein Smartphone oder Deinen PC gewährt hast. Seriöse Unternehmen rufen Dich nicht an (zumindest nicht unaufgefordert), weshalb das Gespräch sofort zu beenden ist.
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Lotteriegewinne und Fake-Gewinnspiele: Jemand ruft Dich an und teilt Dir mit, dass Du in der Lotterie gewonnen hast? Leider gibt es einen Haken bei der Sache: Der Gewinn ist erst abholbereit, wenn Du vorher eine Gebühr für den Versand bezahlst. Fake-Gewinnspiele gehören zu den typischen Betrugsmaschen, auf die Du unter keinen Umständen reinfallen solltest.
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Ping-Anrufe: Manchmal passiert es, dass das Telefon nur für einen ganz kurzen Moment klingelt. Was könnten Betrüger damit bezwecken? Sie möchten Deine Neugierde wecken und Dich zum Rückruf bewegen. Und der kann teuer werden. Denn hinter der angerufenen Nummer verbirgt sich zumeist ein teurer Anschluss im Ausland. Dieser wird den Opfern als sogenannter Premiumdienst verkauft. In manchen Fällen erfolgt eine automatische Geldabbuchung pro Minute. Vorwahlen wie +216 für Tunesien oder +387 für Bosnien sind ebenso gefährlich wie +252 für Somalia.
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Schockanrufe: Mit Schockanrufen versuchen Dich die Betrüger am Telefon zu überrumpeln. Mit hysterischer Stimme berichten sie von einem angeblichen Unfall und behaupten, dringend Hilfe zu benötigen. Berichtet wird von irgendeiner Katastrophe wie einem Autounfall oder einer Festnahme. Das soll Dich in einen emotionalen Alarmzustand versetzen und Deine Bereitschaft erhöhen, Geld zu überweisen. Dieser Forderung solltest Du natürlich nicht nachkommen.
Betrüger durchschauen: Achte auf diese Warnsignale
Sind die Betrugsmaschen erst einmal verstanden, sollte es deutlich leichter fallen, diese zu durchschauen. Setzt der Anrufer auf Angst, Druck und Stress, sind das wichtige Warnsignale. Lasse Dich am Telefon auf keinen Fall bedrängen, unabhängig davon, als was sich der Anrufer ausgibt. Misstrauisch zu sein, ist hier tatsächlich die richtige Verhaltensweise. Dann sollten Abzocker bei Dir keine Chance haben.

Mit diesen Tricks arbeiten Telefonbetrüger
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Emotionaler Druck: Betrüger versuchen häufig, ihr Opfer zu erpressen. Sie machen Druck und verbreiten Angst oder versuchen Mitleid zu erzeugen. Typisch sind Aussagen wie “Ich habe sonst niemanden, den ich anrufen kann”.
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Auffällige Sprache: Ein starker Akzent oder schlechtes Deutsch können Warnhinweise sein.
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Versteckte Nummern oder eine ausländische Vorwahl: Eine Vorwahl mit einem “+” davor verweist auf eine internationale Herkunft. Häufig sind die Anrufe auch anonym.
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Hohe Dringlichkeit: Die Täter möchten Dich mit Zeitdruck dazu bewegen, unüberlegt zu handeln. Das soll Dich daran hindern, zum Beispiel mit Familienmitgliedern Rücksprache zu halten.
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Drohungen: Manche Täter drohen mit einer Anzeige, wenn das Opfer nicht sofort reagiert.
So solltest Du im Ernstfall reagieren
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Niemals hetzen lassen: Manchmal genügt es, einfach darum zu bitten, das Gespräch später fortzusetzen. Ein seriöser Anrufer lässt sich darauf ein, ein Betrüger eher nicht. Denn letzterer möchte Dich zu einer hastigen Entscheidung drängen.
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Gezielte Nachfragen: Wenn Dein Enkel anruft, könnte es eine gute Idee sein, zum Beispiel nach dem vollen Namen zu fragen. Die Betrüger haben auf Nachfragen häufig keine Antwort parat.
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Lautes Mitsprechen: Ein Trick besteht darin, laut zu erklären, was Du gerade machst. Du könntest zum Beispiel sagen: “Ich rufe jetzt die Polizei an”. Das genügt häufig für den Betrüger, um das Gespräch gleich beenden zu wollen.
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Rufnummern prüfen: Bevor Du eine Nummer zurückrufst, solltest Du diese prüfen. Suchmaschinen oder Dienste wie tellows können Dir dabei helfen. Auch Das Örtliche bietet eine nützliche Rückwärtssuche für Telefonnummern an. Dann erkennst Du schnell, ob der Anrufer seriös ist.
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Einfach auflegen: Es gibt keine Verpflichtung dazu, ein Gespräch am Telefon zu führen. Du hast das gute Recht, jederzeit aufzulegen. So verhinderst Du am effektivsten, dass Du in ein problematisches Gespräch verstrickt wirst.
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Mit Bekannten und der Familie sprechen: Gerade ältere Personen in der Familie solltest Du über Betrugsanrufe und die typischen Maschen aufklären. Denn gerade diese Personen sind über aktuelle Entwicklungen in diesem Bereich häufig nicht gut informiert.
Hardware für einen besseren Schutz gegen Betrugsanrufe
Du kannst auch im Bereich Hardware in Deine Betrugsabwehr investieren. Wir zeigen Dir, welche Anschaffungen dafür aktuell wirklich sinnvoll sind.
Schutzmaßnahmen auf dem Smartphone
Die Betriebssysteme iOS und Android bieten eine Anruf-Blockierung. Ist sie aktiviert, werden unbekannte und blockierte Nummern gefiltert. In iOS gehst Du dazu über “Einstellungen”, “Telefon” und dann “Unbekannte Anrufer stumm schalten”. Bei Android gehst Du in die Telefon-App und dann über Einstellungen auf “Blockierte Nummern”.

Zudem kann es sich lohnen, eine der folgenden Anruferkennungs-Apps zu installieren:
Schutzmaßnahmen im Festnetz
Gegen Scammer und Betrüger solltest Du Dich auch im Festnetz schützen. Nutze zum Beispiel ein Telefon mit Sperrfunktion. Diese bieten viele moderne DECT-Telefone. Sie arbeiten mit Blocklisten oder nehmen eine automatische Sperrung vor, wenn die Nummer unterdrückt ist. Auch manche Router ermöglichen es, eine Blacklist bzw. Whitelist einzurichten.
Schutzmaßnahmen durch den Provider
In Abhängigkeit vom Provider kannst Du verschiedene Schutzmaßnahmen umsetzen, um Betrügern das Leben zu erschweren. Bei der Telekom steht dafür im Kundenbereich der “Telefon-Schutz” zur Verfügung. Vodafone bietet einen Anrufschutz an, der über die Fritzbox realisiert wird. Eine Einrichtung ist auch im Kundenkonto möglich. Bei O2 wiederum kannst Du über “Mein O2” eine Blockierung einrichten. Die Fritzbox bietet über die Benutzeroberfläche grundsätzlich die Möglichkeit, Nummern zu sperren.
Schutz vor Betrügern mittels Android 16
Neue Schutzmechanismen speziell gegen betrügerische Anrufe erwarten Dich in Android 16. Verfügt Dein Mobilgerät bereits über dieses moderne Betriebssystem, greift Dir KI bei der Abwehr von Kriminellen unter die Arme. Die künstliche Intelligenz gleicht dazu eingehende Anrufe mit bekannten Betrugsmustern ab. Im Ernstfall erhältst Du eine entsprechende Warnmeldung auf dem Bildschirm. Die KI erkennt ein ungewöhnliches Anrufverhalten ebenso wie fragwürdige Gesprächsinhalte.
So solltest Du Dich bei einem Betrugsanruf verhalten
Regel Nummer Eins lautet, bei einem Betrugsanruf immer die Ruhe zu bewahren. Lasse Dich auf keinen Fall zu einem unüberlegten Handeln verleiten. Du musst Anrufern keine Informationen preisgeben und auch nicht auf Fragen antworten. Auf Druck solltest Du gelassen reagieren. Nach dem Gespräch kannst Du eventuell bei der örtlichen Polizei oder in einer Bankfiliale anrufen und nachfragen, ob der Anruf tatsächlich von dort stammt. Recherchiere die entsprechenden Telefonnummern immer selbst und verlasse Dich niemals auf Nummern, die der Anrufer mitgeteilt hat. In manchen Fällen kann es sinnvoll sein, bei der Polizei eine Anzeige zu erstatten. Notiere dafür am besten den Gesprächsinhalt und schreibe auch die Rufnummer auf.
Hinweise für den Alltag
Wenn Du Dich an diese fünf Regeln hältst, reduzierst Du die Wahrscheinlichkeit drastisch, auf einen Betrugsanruf reinzufallen:
- Pflege einen sparsamen Umgang mit Kontaktdaten. Nimm nicht an Online-Gewinnspielen auf Webseiten teil, deren Ursprung dir nicht klar ist.
- Bei unbekannten Nummern solltest Du auf einen Rückruf verzichten. Das gilt gerade bei Auslandsanrufen.
- Nenne bei der Ansage deines Anrufbeantworters nicht Deinen vollen Namen. Du gibst damit sonst nur unnötig Informationen preis.
- Sprich mit Deinen älteren Familienmitgliedern und kläre sie über Betrugsanrufe auf. Denn Senioren sind häufig das bevorzugte Ziel von Kriminellen.
- Lösche Deine privaten Daten aus dem Netz und verwende dafür einen entsprechenden Online-Service.
Fazit
Wenn Du Warnsignale ernst nimmst, Hardware zur Unterstützung einsetzt und die gängigen Betrugsmaschen kennst, bist Du gegen Betrugsanrufe bereits gut gewappnet. Besonders wichtig ist es, ältere Menschen in deinem Umfeld über das Thema zu informieren.