Häufige Smartphone-Irrtümer
Unter die Lupe genommen: 5 Irrtümer rund um das Smartphone
Updates müssen sofort gemacht werden, das öffentliche WLAN ist unsicher – diese und weitere Mythen kennst Du sicher auch. Wir stellen die fünf typischen Irrtümer richtig.
Die 5 bekanntesten Mythen und das, was wirklich stimmt
Oft beinhalten die großen Mythen rund um die Smartphone-Nutzung zumindest einen wahren Kern, auch wenn sie nicht komplett richtig sind. Einiges war vielleicht auch vor ein paar Jahren noch zutreffend. Doch inzwischen hat sich die Technik weiterentwickelt und wer heute noch an den längst überholten Mythen festhält, macht sich das Leben unnötig schwer. In der Folge werden falsche Entscheidungen getroffen, die beispielsweise die Installation neuer Updates oder die Auswahl bestimmter Apps betreffen. Hier die fünf bekanntesten angeblichen Fakten und ihre Richtigstellung:
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1. Viren werden über Appstores heruntergeladen
Nutzer von Android-Smartphones verwenden in der Regel den Google Play-Store, um sich neue Apps herunterzuladen. Doch daneben gibt es noch weitere Appstores, die zudem manchmal Anwendungen bieten, die es über Googles Play Store gar nicht gibt. Manche Nutzer sind zudem darauf angewiesen, andere Appstores zu nutzen, weil sie zu Googles Angebot gar keinen Zugang haben. Doch Drittanbieter-Stores haftet der Ruf an, dass sie besonders anfällig für Malware seien und diese an die Smartphones ihrer Nutzer weitergeben würden.
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Doch das stimmt so nicht ganz, auch wenn es einige Appstores gibt, die bestenfalls als dubios bezeichnet werden müssen. Andere hingegen legen sehr viel Wert auf Sicherheit. Dazu gehört zum Beispiel F-Droid als wohl bekannteste Alternative. Hier kannst Du fast ausschließlich Apps, die frei verfügbar sind oder eine Open-Source-Lizenz haben, herunterladen. Der Installer wird direkt vom F-Droid-Server generiert, die Apps tragen eine entsprechende Signatur.
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Ein anderer Anbieter ist Aptoide, der nicht nur quelloffene Anwendungen bietet, sondern auch kostenpflichtige Apps. Aptoide selbst bezeichnet sich als Community-orientiert und bietet Nutzern die Möglichkeit, eigene Appstores zu erstellen und zu verwalten. Außerdem können neue Apps hochgeladen werden. Aptoide ist praktisch der Paketmanager und übernimmt als solcher die Überprüfung aller Apps auf Viren.
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Für Smartphone-Nutzer, die vor allem an Spielen interessiert sind, ist APK Pure ideal. Die Community ist hier sehr aktiv und das Angebot an Apps riesig.
Jeder Store hat seine eigene App, die über die Store-Webseite bezogen werden kann. Wichtig: Willst Du eine solche App installieren, musst Du dies gegenüber deinem Smartphone kommunizieren. Das „Installieren unbekannter Apps“ muss zugelassen werden. Dazu klickst Du einfach „Dieser Quelle vertrauen“ an. Sollte dir das Menü nicht angezeigt werden, klicke auf „Apps“ und hier auf „Spezieller App-Zugriff“. Danach kannst Du ebenfalls festlegen, dass Du Apps unbekannter Herkunft installieren lassen möchtest. Nun legst Du dies für alle Store-Apps fest.
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Das Vorurteil, dass Appstores voller Viren sind, rührt aus der Erlaubnis zum Installieren von Apps aus unbekannten Quellen. Denn damit öffnet sich auch für Hacker ein Eingangstor, über das sie freien Zugriff auf dein Smartphone bekommen. Wichtig: Die Erlaubnis zum Herunterladen von Apps aus unbekannten Quellen kann auch nur kurz erteilen werden. Ist die gewünschte App auf deinem Handy installiert, kannst Du die Erlaubnis wieder entziehen.
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Google hat den Advanced Flow eingeführt, der eine einmalige Sicherheitsüberprüfung der Apps vorsieht, wenn diese aus nicht-verifizierten Quellen stammen. Nutzer müssen dafür die Entwickleroptionen aktivieren. Danach startet das Smartphone neu, der Nutzer muss sich wieder anmelden. Damit wird ein Fernzugriff auf das Smartphone ausgeschlossen. Nach 24 Stunden ist ein weiterer Download nach zusätzlicher Authentifikation möglich. Die Freischaltung kann für sieben Tage ebenso wie für einen unbegrenzten Zeitraum bestehen bleiben.
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2. Bluetooth und WLAN öffnen Hackern Tür und Tor
Meist sind WLAN und Bluetooth die ganze Zeit über aktiviert. Doch gerade unterwegs stellt sich die Frage: Können Hacker über diese Zugangsmöglichkeiten einen Weg auf mein Smartphone finden? Richtig ist, dass WLAN einige Risiken birgt:
Der Akku wird schneller leer, weil das Smartphone ständig nach WLAN-Netzwerken sucht.
Betreiben Hacker einen Fake-Hotspot, kann das Gerät angreifbar werden, wenn es sich mit diesem verbindet.
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Hacker bekommen Hinweise auf den Standort deines Geräts, weil die gespeicherten WLAN-Netzwerke in einer Liste aufgeführt werden. Diese WLANs sind in einer Standortdatenbank erfasst. Die Daten sind nützlich, um ein Gerät schnell per GPS lokalisieren zu können. Bei eindeutiger oder individueller Benennung des WLAN-Netzwerkes ist eine genaue oder zumindest geografische Zuordnung der Position möglich.
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Was kannst Du tun, um die Risiken durch Bluetooth und WLAN zu minimieren? Hier einige hilfreiche Tipps:
- Deaktiviere am besten den automatischen Verbindungsaufbau, was über die WLAN-Einstellungen möglich ist.
- Bereinige regelmäßig die Liste mit den gespeicherten WLANs.
- Nimm keine Anfragen von Bluetooth-Geräten an, die Du nicht kennst (Bluetooth-Verbindungen können über eine maximale Entfernung von bis zu 240 m bestehen, im normalen Alltag sind es immerhin noch rund 50 m).
- Lösche regelmäßig alte Verbindungen.
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Sei vor allem mit WLAN-Tethering vorsichtig, also wenn Du einen WLAN- oder Bluetooth-Hotspot zur Verfügung stellst. Deaktiviere diesen umgehend, wenn er nicht benötigt wird und lass den Namen des Netzes nicht öffentlich anzeigen.
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3. Vorsicht vor öffentlichen WLAN-Hotspots
Ist die WLAN-Funktion dauerhaft eingeschaltet, bietet sich damit ein Angriffspunkt für Hacker. Dennoch darf nicht pauschalisiert werden, denn ein öffentlicher WLAN-Hotspot ist nicht per se gefährlich.
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Es ist nicht nur verlockend, sondern teilweise einfach nötig, sich an öffentlichen Orten mit dem dort angebotenen WLAN zu verbinden. Sei es im Zug, in der Bahn oder in einem Café – diese Netzwerke sind meist kostenfrei, jedoch nicht immer wirklich sicher. Es ist daher sinnvoll, eine VPN-Verbindung zu nutzen, sodass der Datenstrom zwischen Handy und Hotspot verschlüsselt übertragen wird. ProtonVPN, Surfshark, NordVPN und Cyberghost sind Beispiele für solche VPN-Dienste. Du aktivierst den gewählten Dienst über die zugehörige App oder nutzt die Einstellungen deines Smartphones unter „Netzwerk & Sicherheit“ und dann „VPN“.
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4. Sicher sind nur neue Android-Versionen
Im Mai 2026 wurde noch rund 54 Prozent der Android-Geräte mit Android 14 oder älteren Versionen betrieben, ergab eine Hochrechnung von Statcounter. Das heißt, dass über die Hälfte aller Geräte auf ein Betriebssystem baut, das eigentlich als veraltet gilt. Das wiederum hat zur Folge, dass diese Smartphones von Sicherheitsupdates ausgeschlossen sind. Sie sind damit anfälliger für Angriffe durch Hacker.
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Android 15 ist aktueller und bietet beispielsweise Schutz vor Diebstahl, indem das Gerät automatisch gesperrt wird. Auch sogenannte Private Spaces sind vorhanden, damit werden Daten und Apps getrennt vom übrigen System ausgeführt. Schon ein Jahr später wurden individuelle Zugriffsrechte auf Bilder integriert, außerdem ist seit Android 16 der Identitätscheck per Biometrie üblich. Android 17 wiederum schränkt den Zugriff auf die gespeicherten Kontakte ein, den Apps bisher unbegrenzt nutzen konnten. Es ist somit eine Tatsache, dass ältere Betriebssysteme ein Risiko in puncto Sicherheit sind. Trotzdem ist die Sicherheit des Smartphones nicht nur vom Betriebssystem abhängig, sondern auch von den Updates, die es regelmäßig bekommt. Wie lange diese verfügbar sind, hängt zum einen vom Smartphone-Modell ab, zum anderem vom Hersteller. Es ist wichtig, dass Du immer die aktuelle Version der Sicherheitsupdates installiert hast, ansonsten wird dein Smartphone zum Sicherheitsrisiko.
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Wann das letzte Sicherheitsupdate gemacht wurde, findest Du in den Einstellungen und hier im Bereich „Datenschutz & Sicherheit“. Dort klickst Du auf „System & Updates“ und nun wird Dir angezeigt, welche Android-Version auf Deinem Smartphone installiert ist. Ist die Version schon älter und Du hast keine Möglichkeit, ein Update zu machen, solltest Du über den Kauf eines neuen Smartphones nachdenken. Du bekommst keine neuen Android-Versionen mehr und der Betrieb des Smartphones wird sehr unsicher. Du solltest keine Einkäufe mehr darüber tätigen und auch auf Onlinebanking verzichten.
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5. Durch Mikrofon und Kamera wirst Du ausspioniert
Standardmäßig ist das eingebaute Mikrofon Deines Smartphones eingeschaltet, denn nur so kann der virtuelle Assistent Deine Sprachbefehle hören. Auch verschiedene Apps verlangen Zugriff auf das Mikrofon, wobei die Zugriffsrechte individuell festgelegt werden können. Dies gilt auch für die Kamera. Gleichzeitig sind beide Komponenten mögliche Eingangstore für Hacker, die sich darüber Zugriff auf Deine Daten verschaffen. Du wirst vom eigenen Smartphone ausspioniert – was wie eine Idee für einen Science-Fiction-Film klingt, ist leider Realität. Unter anderem lauscht Gemini, der Assistent von Google, ständig. Du kannst den großen Lauschangriff jedoch über drei Stufen gänzlich ausschalten.
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Die erste Stufe erreichst Du, indem Du auf dein Profilbild klickst und dann „Einstellungen“, „Google Assistant“ und „Allgemein“ wählst. Du kannst den Assistenten einfach deaktivieren, indem Du den Regler auf die andere Seite schiebst. Die zweite Stufe wird über die Schnelleinstellungen verändert. Du kannst dort zwei Kacheln hinzufügen, über die Du Kamera und Mikrofon für das gesamte System steuerst. Tippe dafür in den Schnelleinstellungen auf das Symbol mit dem Stift und öffne den Bearbeitungsmodus. Dort gibt es den Abschnitt „Datenschutz“ mit den Kacheln „Mikrofonzugriff“ und „Kamerazugriff“. Füge jetzt über die Pluszeichen diese beiden Kacheln zu den Schnelleinstellungen hinzu. Tippe später nur noch auf die Kacheln, um den Zugriff zu erlauben oder zu verweigern.
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Die Deaktivierung von Kamera und Mikrofon kennt noch eine dritte Stufe, die auf Sensorebene arbeitet. Sie setzt voraus, dass Du Dich mit den Entwickleroptionen auskennst, die nicht automatisch bei jedem Smartphone freigeschaltet sind. Navigiere daher zuerst zu den Einstellungen und dann zu „Über das Smartphone“. Tippe mehrmals auf den Eintrag „Build-Nummer“. Nach einiger Zeit erscheint die Meldung, dass Du jetzt Entwickler bist. Aktiviere nun die Option „Sensoren aus“, indem Du über System > Entwickleroptionen > Kacheln für Schnelleinstellungen für Entwickler gehst. Du stellst damit die gewünschte Kachel in den Schnelleinstellungen zur Verfügung. Füge sie hinzu und aktiviere sie. Sollte eine App jetzt versuchen, Mikro oder Kamera zu nutzen, erscheint eine Fehlermeldung und sie wird wieder geschlossen.
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Natürlich musst Du Dein Smartphone nicht so streng einstellen, wie eben beschrieben wurde. Du kannst auch nur darauf achten, wann ein Zugriff auf Kamera und Mikrofon stattfindet, und hier gegebenenfalls regulierend eingreifen. Seit Android 12 kannst Du anhand einer farbigen LED erkennen, wenn eine App Zugriff auf Mikrofon und/oder Kamera hat oder wenn sie den Standort abfragt. Alternativ kannst Du dies in den Einstellungen und hier unter „Datenschutz & Sicherheit“, dann in „Datenschutzeinstellungen“ und im „Berechtigungsmanager“ sehen.
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Auch die einzelnen Apps geben Auskunft darüber, welche Zugriffsrechte sie haben. Diese können zudem individuell eingestellt werden: Sollen die Apps immer Zugriff bekommen oder nur, wenn sie in Benutzung sind? Sollen sie zuvor fragen, ob der Zugriff erlaubt ist? Darüber hinaus kannst Du über das Privatsphäre-Dashboard, das Du unter den Einstellungen und im Bereich Datenschutz findest, sehen, welche App in den letzten 24 Stunden Zugriff auf Kamera und Mikro hatte.
Fazit: Nicht alle Mythen sind wahr
Es ranken sich viele Mythen rund um das Smartphone und die Sicherheit. Sie sind meist nicht korrekt, doch ein Körnchen Wahrheit steckt eben doch in ihnen. Die Nutzung eines öffentlichen WLANs ist nicht per se gefährlich, doch sie kann mit Risiken behaftet sein. Ein altes Smartphone ist nicht automatisch offen für Hackerangriffe, doch es sollte nur noch mit Bedacht verwendet werden. Daher: Wäge sorgfältig ab, welche Sicherheitsrisiken für Dich zutreffend sind und sei vor allem bei einem älteren Smartphone vorsichtig.