Überwachung durch WhatsApp? So schützt Du Dich!
Überwachung durch WhatsApp? So schützt Du Dich!
Nicht jeder weiß, dass es über WhatsApp möglich ist, das Verhalten eines Nutzers auszuspionieren. Über einen Punkt in den Einstellungen kannst Du das verhindern.
Wie WhatsApp in der Lage ist, die Aktivitäten und das Verhalten seiner Nutzer zu analysieren, wurde an der Universität Wien im Jahr 2024 tiefgründig erforscht. Auf den Ergebnissen geht hervor, dass die App mit Laufzeitbestätigungen durchaus die Gewohnheiten der Anwender ausspionieren kann. Ein „WhatsApp-device-activity-tracker“, den Du auf GitHub findest, macht die Methode der Software transparent und nachvollziehbar sichtbar. Diese Anwendung verwendet die Empfangsbestätigungen, die Messenger wie WhatsApp oder Signal einsetzen, um dem Absender zu bestätigen, dass die gesendete Nachricht beim Empfänger eingegangen ist.
Das Konzept ist simpel. Die Software misst die Zeit, die zwischen dem Absenden einer Nachricht sowie der rückkehrenden Empfangsbestätigung des Empfängers vergeht. Um aussagekräftige Daten zu sammeln, werden für diesen Zweck viele Nachrichten über einen längeren Zeitraum verschickt. Daraus errechnet die Software dann die durchschnittliche Round-Trip-Time, also die mittlere Reaktionszeit.
Was ist an dieser Round-Trip-Time und dem Mittelwert nun so interessant? Ist der Mittelwert einmal ermittelt, lässt sich über neue Testnachrichten feststellen, ob der Nutzer gerade am Smartphone aktiv ist. Das ist dann der Fall, wenn die Empfangsbestätigung innerhalb sehr kurzer Zeit verschickt wird, was darauf hindeutet, dass der Empfänger in der App aktiv ist. Über einen längeren Zeitraum mit ausreichend Datensätzen lässt sich also ein Muster der Nutzungsgewohnheiten einer Person erstellen.

Jedoch würden permanente Nachrichten von unbekannten Kontakten die meisten Nutzer stutzig machen. Aus diesem Grund sind die Nachrichten, die durch den WhatsApp-device-activity-tracker verschickt werden, so manipuliert, dass diese in der App des Empfängers gar nicht sichtbar sind. Dennoch lösen diese Nachrichten eine Empfangsbestätigung aus, sobald der Nutzer in der App oder am Smartphone aktiv ist. Du bekommst also gar nicht mit, falls jemand Daten über Dein Nutzungsverhalten sammelt.
In den Einstellungen von WhatsApp gibt es aber einen Punkt, der solche Ausspähversuche zumindest teilweise unterbindet. Du öffnest dafür die Einstellungen in WhatsApp und gehst dort in das Menü „Datenschutz“. Hier suchst Du nach dem Punkt „Erweitert“ und öffnest dieses Menü. Dort findest Du den Punkt „Nachrichten von unbekannten Konten blockieren“, der standardmäßig deaktiviert ist. Aktivierst Du diesen Punkt, wird WhatsApp zukünftig Nachrichten von unbekannten Absendern ignorieren.
Die Beschreibung der Funktion weist jedoch darauf hin, dass WhatsApp Nachrichten von unbekannten Absendern nur blockiert, wenn diese „eine bestimmte Anzahl überschreiten“. Einen vollkommenen Schutz bietet die Aktivierung also nicht und WhatsApp schweigt sich darüber aus, bei welcher Zahl von Nachrichten die Schwelle überschritten wird.
Eine weitere Funktion in den Einstellungen bietet hingegen keinerlei Schutz gegenüber der Ausspähmethode mit Empfangsbestätigungen. Ebenfalls im Menü „Datenschutz“ findest Du den Punkt „Lesebestätigungen“. Auch wenn Du diese Bestätigungen deaktivierst, funktioniert das Ausspähen mit Nachrichten weiterhin, bestätigen die Forscher der Universität Wien.