Refurbished: Wann lohnt sich der Kauf der neuen, alten Hardware?
Vom Verkäufer oder Hersteller runderneuerte Ware ist oft viel günstiger und trotzdem fast auf dem Niveau von Neuware. Wir zeigen Dir, bei welchen Komponenten und Geräten das sinnvoll ist.
Hardware ist teuer
Das Grundproblem: Neue Hardware ist 2026 nicht geradegünstig, vor allem der rasante Anstieg der Preise von Grafikkarten und RAM schlägt durch. Gebrauchte Hardware von eBay & Co. kann aber Probleme mitbringen. Eine Alternative sind generalüberholte, geprüfte Geräte, die von zahlreichen Onlineshops verkauft werden. Je nach Modell oder Bauteil sparst Du damit gute 30 bis 60 % des eigentlichen Kaufpreises.
Gleichzeitig kann es jedoch Probleme geben, denn: Gebraucht ist eben gebraucht. Was nicht Neuware ist, kann mit kleinen Problemen belastet sein.
Eine gute Idee sind meistens Notebooks oder auch PCs, vor allem aus dem Business-Segment. Diese Geräte werden häufig von Firmen genutzt und entsprechend vorsichtig behandelt, was bei Privatpersonen nicht immer der Fall sein muss. Nach einigen Jahren werden die Geräte dann abgestoßen und als Refurbished-Ware wieder verkauft. Was ehemals vielleicht 1.400 Euro gekostet hat, wartet jetzt für 800 Euro auf Dich – eine erhebliche(!) Ersparnis. Gleichzeitig sind Geräte dieser Art für typische Nutzerinnen und Nutzer völlig ausreichend oder sogar überdimensioniert, sodass Du einerseits hohe Performance bekommst und andererseits extrem viel Geld sparst.

Weitere Schnäppchengaranten
Ebenfalls eine gute Idee sind Monitore. Diese stehen oder hängen meistens einfach an ihrem Platz und unterliegen nur sehr wenig Verschleiß. Ob Du einen zwei Jahre alten Monitor kaufst oder ein komplett neuwertiges Modell, wirkt sich im Alltag kaum aus. Im Gegensatz dazu wirst Du die gesparten Euros sicherlich auf Deinem Bankkonto bemerken.
Hier gilt es allerdings, vor dem Kauf ein wenig aufzupassen. Deutliche Kratzer oder bereits bestehende Pixelfehler können den Spaß am Gerät schnell verderben. Daher solltest Du vorher genau aufpassen, was der Verkäufer in die Produktbeschreibung schreibt. Natürlicher Verschleiß wird bei Monitoren sehr selten sein, aber Kratzer können durch menschliche Fehler sehr wohl auftreten.
Gut geeignet für einen günstigen Kauf sind auch PCs. Brauchst Du „nur“ einen kleinen PC für typische Office-Arbeiten, sind gebrauchte Modelle eine gute Idee. Bei der Peripherie musst Du aber etwas aufpassen: Mäuse und Tastaturen, die jeden Tag stundenlang in Benutzung waren, sehen meistens auch genau so aus. Ob das für Dich noch akzeptabel ist, musst Du selbst entscheiden.
Tablets, Smartphones, Wearables: Neukauf oder nicht?
Geräte mit Akku unterliegen jeden Tag automatischem Verschleiß, der durch das wiederholte Aufladen des Akkus entsteht. Wenn Du beispielsweise ein zwei Jahre altes Smartphone kaufst, das jeden Tag aufgeladen wurde, wirst Du nicht dieselbe Akkulaufzeit erreichen wie bei einem Neukauf. Außerdem drohen Kratzer und ähnliche Gebrauchsspuren. Genauso sieht es auch bei Tablets aus. Es ist bei modernen Geräten dieser Art außerdem unwahrscheinlich, dass der Akku schon einmal getauscht wurde, denn dafür sind moderne Tablets und Smartphones meist nicht gebaut.
Manche Händler sind daher schlau und schreiben in die Produktbeschreibung, mit welcher Akkukapazität Du rechnen hast. Mit dieser Information und mit einem ausreichend hohen Preisnachlass können sich diese Geräte also trotzdem lohnen. Auch für „Basteleien“ zu Hause sind diese Geräte eine gute Idee. Möchtest Du nur ein Smartphone haben, an dem Du ein wenig rumexperimentieren kannst, dann kann Dir ein schwacher Akku relativ egal sein.

Und die Software?
Planst Du, das Smartphone oder Tablet im Alltag zu nutzen, spielen auch Softwareupdates eine bedeutende Rolle. Bekommt Dein „neues“ Handy nur noch ein Jahr Sicherheitsupdates, wirst Du nicht lange Spaß an dem Gerät haben. Neben den Sicherheitsupdates sind auch gewöhnliche Funktionsupgrades ein wichtiger Faktor.
Vor dem Kauf solltest Du also in Erfahrung bringen, wie viele Monate oder Jahre das Gerät noch Support erhält. Sind es weniger als zwei Jahre, spielt der Preis kaum noch eine Rolle. Selbst ein sehr günstiges Gerät wirst Du dann innerhalb kurzer Zeit ersetzen müssen, was einfach keinen Spaß macht.
Wie kaufe ich das richtige Gerät?
Hast Du noch nie generalüberholte Ware gekauft, solltest Du Dich an die unten gelisteten Kriterien halten. An der Hardware selbst wird nichts auszusetzen sein – ein iPhone 16 ist ein iPhone 16 –, aber die kleinen Eckdaten beim Kauf sind durchaus wichtig.
- Akku: Wie bereits erwähnt, solltest Du schauen, ob der Verkäufer auflistet, wie es um die Akkukapazität bestellt ist. Wird ein solcher Faktor gar nicht erwähnt, kannst du via E-Mail nachfragen. Komplett blind solltest Du nicht kaufen – ein Smartphone mit stark begrenzter Kapazität hat einfach keinen großen Nutzen.
- Zustand: Meistens vergeben die Verkäufer Gütesiegel wie „Wie neu“ oder „Akzeptabel“ oder „Mit Gebrauchsspuren“. Die Faustregel lautet, dass schlechtere Ware auch günstiger ist. Hier musst Du selbst entscheiden, wie groß die Abstriche sein dürfen. Bist Du auch mit deutlichen Gebrauchsspuren einverstanden, kannst Du erheblich beim Kaufpreis sparen.
- Gewährleistung: Zwölf Monate Gewährleistung bekommst Du immer. Noch besser ist es, wenn der Verkäufer von sich aus eine weitere Garantie (irgendwo im Zeitraum zwischen einem und drei Jahren) drauflegt. Das müssen die Händler nicht tun, aber manche machen es als Alleinstellungsmerkmal eben doch – und das ist keine schlechte Idee aus Deiner Sicht.
Übrigens darfst Du auch diese von Händlern angebotene Ware immer 14 Tage lang wieder zurückgeben. Nur, weil es sich um gebrauchte Ware handelt, heißt das nicht, dass diese gesetzliche Frist nicht gilt. Du hast also genügend Zeit, um zu schauen, ob das Gerät deinen Ansprüchen standhält oder nicht.
Problembereich Mini-Technik
Smartwatches, In-Ear-Kopfhörer & Co. können ebenfalls viel Geld kosten, was den Kauf von Refurbished-Ware attraktiv scheinen lässt. Das ist bei diesen sehr kleinen Produkten aber selten der Fall. Generell ist der Akku sehr klein und kompakt und verschleißt daher ebenso schnell. Zusätzlich ist eine Reparatur aufgrund der kompakten Bauform praktisch ausgeschlossen. „Mal eben“ für ein paar Euro etwas nachzurüsten, ist so gut wie unmöglich.
Weiterhin handelt es sich bei Smartwatches und ähnlichen, am Körper getragenen Geräten um Technik, die oft rund um die Uhr im Einsatz ist. Sie wird nicht nur gelegentlich verwendet, sondern permanent – entsprechend steigt der Verschleiß. Kommt es auf jeden Euro an, kannst Du daher das Risiko eingehen. In der Regel würden wir bei Technik dieser Art aber lieber Neuware kaufen – auch mit einem Aufpreis.

Wo kaufe ich ein?
Es gibt viele Händler, die Refurbished-Ware anbieten oder sich sogar darauf spezialisiert haben.
Ein bekanntes Beispiel sind Rebuy und Refurbed: Beide Händler widmen sich typischer Elektronik wie Smartphones, Tablets, Kameras oder auch bestimmte Notebooks oder PCs – im Fall von Rebuy auch mit bis zu drei Jahren Garantie. Ebenfalls zu empfehlen sind AfB social sowie green IT. Hier bekommst Du häufig Rückläufer aus Unternehmenshänden, entsprechend hoch ist die Qualität.
Auf internationaler Ebene bekannt ist Back Market: Der Händler ist einer der größten Anbieter solcher Ware in ganz Europa. Notebooks, Laptops, Monitore und vieles mehr findest Du bei dem Händler. Testen kannst Du alles sogar bis zu 30 Tage, denn der Verkäufer verdoppelt einfach die üblichen 14 Tage Rückgaberecht.
Kaufst Du bei einem dieser Anbieter, machst Du keinen Fehler. Sie sind alle seit geraumer Zeit im deutschsprachigen Markt aktiv und haben sich ihren guten Ruf erarbeitet und verdient.
Fazit: Wann kaufe ich Refurbished-Geräte?
Gute Erfolge wirst Du meistens bei typischer Arbeitshardware haben: Notebooks, PCs, Monitore. Diese werden oft recht pfleglich behandelt, der Verschleiß auch über Jahre ist minimal. Schwieriger wird es bei Alltagsgegenständen wie Mäusen, Smartphones, Tablets: Der hohe Nutzungsgrad bedeutet, dass Du oft deutliche Gebrauchsspuren bemerken wirst. Hier kommt es ganz darauf an, wie viel Verschleiß Du zu ertragen bereit bist.
Eine generell weniger gute Idee sind Kopfhörer und andere Mini-Wearables – genauso wie Hardware, die aufs Ende ihres Supportzeitraums zusteuert. Zu alte Smartphones etwa sind bloß wandelnde Sicherheitslücken, die Du Dir in die Tasche steckst. Achte beim Kauf außerdem auf Angaben zum Zustand und gegebenenfalls Akkuzustand. Denn gebraucht ist zwar schön günstig, aber mit einem völlig ramponierten Gerät wirst Du keinen Spaß haben – egal, wie günstig es am Ende ist.