iSIM: Nachfolger der eSIM kommt
iSIM: Nachfolger der eSIM in Smartphones
Die eSIM anstelle klassischer SIM-Karten ist in Smartphones noch längst kein Standard, doch der Nachfolger steht bereits fest. Wir zeigen Dir, was die iSIM kann.
Alle Jahre wieder…
SIM-Karten durchlaufen seit den ersten Mobiltelefonen in regelmäßigen Abständen immer wieder kleine Evolutionen. Zu Beginn war es vor allem die Miniaturisierung. SIM-Karten wurden immer kleiner, bis wir irgendwann bei der Nano-SIM angelangt waren. Der Grund für die ständigen Verkleinerungen liegt darin, dass die Technik für das Lesen der SIM-Karten ebenfalls immer kleiner wurde. Für die Hersteller von Smartphones ist dies ein Vorteil, denn durch kleinere Bauteile bleibt mehr Platz für andere, wichtigere Komponenten.
Die eSIM hat dies bereits recht gut gelöst. Dort entfällt nämlich ein SIM-Kartenleser komplett, stattdessen wird ein kleiner Chip fest auf die Platine im Inneren des Smartphones gelötet. Der Heilige Gral ist das allerdings noch immer nicht, denn noch immer benötigt dieser Chip ein weiteres Bauteil, das für Strom und Hardwarezuweisungen zuständig ist.
Die Lösung für dieses Problem ist nun die iSIM: Der Chip, den eSIM noch braucht, entfällt nun ebenfalls. Stattdessen wird die iSIM direkt in andere, bestehende Strukturen eingebaut. Ein weiterer Komponentenblock entfällt also, die Hersteller sparen wieder etwas Platz und Strom und können damit hoffentlich die nächste Generation der Smartphones antreiben.
Warum ist iSIM besser?
Vorrangig lässt sich dies auf fünf wesentliche Vorteile eingrenzen:
-
Verbesserte Effizienz: SIM- und eSIM-Module benötigen Strom. Die iSIM-Komponente im bestehenden Chip kann zwar auch nicht gänzlich ohne Strom betrieben werden, aber sie verbraucht eben doch etwas weniger Strom als bestehende Lösungen. Dies ist vor allem für sehr energiesensitive Geräte wichtig, wie Smartwatches oder diverse Sensor- und IoT-Geräte.
-
Erhöhte Sicherheit: SIM-Karten und -Module wurden und werden gerne und häufig manipuliert. Bei der iSIM wird dies so gut wie unmöglich, da es schlicht kein eigenständiges Bauteil mehr gibt. Was nicht existiert, kann auch nicht entnommen oder manipuliert werden. Die technischen Mittel, um die iSIM-Komponente im Chip zu manipulieren, besitzen Angreifer nicht.
-
Platzbedarf: Wie bereits erwähnt, entfallen ganze Komponenten durch die neue iSIM. Es entsteht also etwas mehr Platz, der vielleicht für ein wenig mehr Akkukapazität oder eine verbesserte Kühlung genutzt werden kann.
-
Materialverbrauch: Was nicht verbaut wird, verursacht auch keinen Müll. Wenn eine Milliarde Smartphones mit iSIM anstatt eSIM auf den Markt kommen, entfallen eine Milliarde Kartenleserkomponenten. Dies sorgt langfristig im besten Fall für etwas weniger Müll.
-
Variable Geräte: Durch den Wegfall der bisherigen Komponenten können Smartphones nun ein wenig anders gebaut werden. Als Verbraucher bekommst Du davon wahrscheinlich nichts mit, doch für Hersteller tun sich dadurch neue Möglichkeiten beim Gerätedesign auf.
Das klingt gut – aber wann kommt iSIM?
Es gibt bislang noch keine iSIM-Smartphones. Zertifiziert ist alles bereits und bekannte Unternehmen wie Qualcomm könnten die Technik problemlos in kommenden Smartphones einsetzen – aber Zertifikationen und Technik sind eben nicht alles.
Momentan wird iSIM in der Industrie eingesetzt, wo Netzwerktechnik und IoT-Geräte hoch im Kurs stehen. Über das Potenzial für Smartphones ist sich die Branche außerdem vollständig im Klaren, doch fehlt es noch immer an der notwendigen Hardware – vor allem wohl auch, da sie aktuell noch teurer ist und der Mehrwert aus Kundensicht schwierig zu vermarkten ist. Durchschnittliche Anwender werden sich schlicht nicht darum kümmern, ob eSIM oder iSIM verbaut ist. Der Preis muss also noch sinken, bevor das Modell attraktiv wird.
Bis dahin wird es also weiterhin die eSIM geben. Für die Zeit bis 2030 sagt man der Technik deutlich wachsende Marktanteile zu. Anschließend werden die guten, alten SIM-Karten wohl einer eine Ausnahme sein und die meisten Smartphones werden mit eSIM auf den Markt kommen. Vor Ende des Jahrzehnts ist also eher nicht mit iSIM zu rechnen.