Neues Notebook einrichten
Diese Schritte solltest Du bei einem neuen Notebook sofort unternehmen
Kaufst Du Dir einen neuen Laptop, ist dieser üblicherweise nicht optimal konfiguriert. Mit einigen einfachen Schritten sorgst Du schnell für mehr Sicherheit und Leistung.
Ein neues Notebook sorgt für Begeisterung. Das Gerät ist schneller als Dein alter Laptop und wird fast immer mit einem sofort einsatzbereiten Betriebssystem wie Windows 11 ausgeliefert. Bevor Du jedoch loslegst und Dein Notebook nutzt, solltest Du einen kleinen System-Check durchführen. Dazu gehört die Kontrolle der Einstellungen sowie das Entfernen von unerwünschter Software.
Es sind insgesamt rund zehn einzelne Schritte, mit denen Du Dein neues Notebook so konfigurierst, dass es optimal auf den Einsatz im Alltag vorbereitet ist. Das ist sowohl bei teuren Gaming-Notebooks, die problemlos mehr als 1.000 Euro kosten, sinnvoll, als auch bei preiswerten Geräten für um die 500 Euro, die fürs Büro gedacht sind.
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Schritt 1: Windows-Updates installieren und das Betriebssystem einrichten
Nach dem ersten Systemstart solltest Du Dich darum kümmern, das Betriebssystem richtig einzurichten. Dazu zählt zunächst, das System auf den aktuellen Stand zu bringen. Dafür führst Du in Windows 11 die folgenden Punkte aus. Öffne die Einstellungen und gehe zu „Windows Update“.
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Klick dort auf „Nach Updates suchen“. Anschließend installierst Du alle Updates, die das System anzeigt. Abschließend startest Du Dein System neu. Die Suche und Installation wiederholst Du so lange, bis Windows keine neuen Updates mehr anzeigt.
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Es kann sein, dass viele Updates installiert werden müssen. Das liegt daran, dass die Geräte oft lange vom Hersteller zum Händler und dann zu Dir unterwegs sind. Alle Updates für das Betriebssystem, neue Treiber oder Sicherheits-Patches, die in der Zwischenzeit veröffentlicht wurden, fehlen also auf Deinem System.
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Auf der Webseite des Herstellers Deines Notebooks kannst Du zudem nach aktuellen Treibern für das Netzwerkmodul, den Chipsatz oder den Grafikchip suchen. Solche Treiberupdates verbessern die Stabilität und schalten eventuell neue Funktionen frei. Bei der Einrichtung von Windows 11 erhältst Du eventuell Hinweise und Empfehlungen von Microsoft. Viele Nutzer fühlen sich von diesen Ratschlägen gestört. Du kannst einfach offline gehen und so die Forderungen zur Einrichtung Deines eigenen Kontos unterbinden. Dann greift Windows auf ein lokales Konto zurück.
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Schritt 2: Die wichtigsten Einstellungen im Betriebssystem vornehmen
Ein modernes Betriebssystem wie Windows 11 bringt zahlreiche Funktionen mit. Diese sind jedoch ab Werk nicht immer optimal konfiguriert. Mit einigen Kontrollen und Anpassungen sorgst Du aber dafür, dass Dein Notebook sicher ist und genau so funktioniert, wie Du das möchtest. Die folgenden Punkte solltest Du kontrollieren und einstellen.
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Echtzeitschutz in Windows Defender aktivieren: Öffne unter „Windows Sicherheit“ den Menüpunkt „Viren- & Bedrohungsschutz“. Dort kontrollierst Du, ob der Echtzeitschutz aktiv ist. Falls nicht, aktiviere diesen Punkt. Datenschutz: Die Datenschutzeinstellungen von Windows 11 passt Du an, indem Du zunächst die „Einstellungen“ öffnest. Dort suchst Du das Menü „Datenschutz & Sicherheit“ und gehst dann in die „Windows-Berechtigungen“. Du kannst hier alle Punkte abschalten, die Du nicht möchtest, wie etwa Standortzugriffe oder Werbung.
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Standard-Apps einrichten: Windows 11 lässt Dich definieren, mit welcher Software Du bestimmte Dateitypen öffnen möchtest. Du findest diese Funktion in den Einstellungen, wenn Du dort „Apps“ und dann „Standard-Apps“ aufrufst. Diese Einstellungen gelten dann für Mediendateien oder E-Mail und mehr. Synchronisation mit OneDrive: Im Betriebssystem kannst Du einstellen, ob Du die Synchronisation mit der Cloud abstellen möchtest und anstelle dessen lieber die lokalen Ordner zur Speicherung von Daten nutzen möchtest.
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Eine weitere sinnvolle Einstellung ist, die Anzeige von Dateiendungen. Dafür suchst Du in der Menüleiste des Datei-Explorers den Punkt „Ansicht“ und aktivierst dort „Dateinamenerweiterungen“. Das macht es leichter, Schadsoftware oder Phishing-Versuche zu identifizieren.
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Schritt 3: Eigene Anwendungen und Tools installieren
Das beste Notebook ist wenig wert, wenn Deine persönlichen Lieblingsanwendungen fehlen. Diese solltest Du direkt nach den Windows-Updates installieren. Dann wird Dein Notebook erst so richtig zu Deinem System. Bei den Browsern setzen viele zum Beispiel gerne auf eine bestimmte Plattform. Beliebte Alternativen zum Windows-Browser sind Firefox, Chrome oder Brave. Bei Gamern steht Opera GX hoch im Kurs. Office-Programme sind nicht nur wichtig, wenn Du Büroaufgaben abarbeiten willst. Neben Microsoft 365 gibt es kostenfreie Open-Source-Alternativen wie LibreOffice oder GoogleDocs, die ebenfalls sehr funktional sind.
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Eine Antiviren-Software gehört zu jedem Computer dazu und sollte möglichst früh installiert sein. Der Defender von Windows ist zwar gut, schützt Dich aber nicht optimal. Ebenfalls sinnvoll ist ein Tool für PDFs. Standardmäßig öffnet Windows 11 PDFs im Browser Edge. Richtige Anwendungen wie PDF24, SumatraPDF oder der Adobe Acrobat Reader geben Dir jedoch viel mehr Möglichkeiten beim Bearbeiten von Dokumenten. Heutzutage behält kaum einer mehr den Überblick über seine zahllosen Passwörter. Bevor Du auf unsichere Varianten wie „123“ setzt, solltest Du direkt einen Passwort-Manager installieren. Einige Optionen sind KeePassXC, Bitwarden oder 1Password. Wichtige Dateien solltest Du per Backup sichern. Cloud-Backups sind beispielsweise mit OneDrive, Dropbox oder iDrive möglich.
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Schritt 4: Nicht benötigte Programme entfernen
Auf einem frisch erworbenen System sind fast immer zahlreiche Programme installiert, die Du gar nicht benötigst. Die Hersteller installieren Tools, Pakete, Spiele und Testversionen, die dafür sorgen, dass das System regelrecht überflutet ist. Dies alles beeinträchtigt die Leistung, denn die Anwendungen belegen Speicherplatz und blockieren Rechenzeit.
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Aus diesem Grund solltest Du direkt alles deinstallieren, was Du nicht benötigst oder nicht kennst. Gehe über die „Einstellungen“ in Windows 11 in den Unterpunkt „Apps“ und dann „Installierte Apps“. Dort siehst Du eine Liste aller installierten Programme auf Deinem Laptop. Diese kannst Du nach Hersteller, Name oder Installationsdatum sortieren. Deinstalliere einfach alle Anwendungen, die Du nicht benötigst. Du kannst auch eine Anwendung wie Revo Uninstaller nutzen. Diese entfernt nicht nur die Programme, sondern säubert auch die Registry von nicht mehr benötigten Einträgen.
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Schritt 5: Backups und Recovery anlegen
Jeder hat wichtige und persönliche Daten auf seinem Computer. Diese zu verlieren, ist mehr als ärgerlich. Eine Backup-Routine beugt dem vor. Aus diesem Grund solltest Du direkt die Wiederherstellung von Windows 11 einrichten. Das funktioniert folgendermaßen:
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Du öffnest zunächst die Systemsteuerung und gehst dort über „System und Sicherheit“ in den Reiter „Sichern und Wiederherstellen“. In diesem Menü wählst Du „Systemabbild erstellen“ aus, das Du am besten auf einer externen Festplatte speicherst. Danach setzt Du zusätzlich einen Wiederherstellungspunkt. Diese Funktion findest Du, wenn Du in die Suche „Wiederherstellungspunkt erstellen“ eingibst. Du kannst alternativ auch OneDrive oder eine andere Cloud-Backup-Lösung benutzen, um Deine persönlichen Daten zu sichern. Anwendungen wie Macrium Reflect oder Acronis True Image führen komplexe Backup-Routinen sogar regelmäßig und automatisch durch.
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Schritt 6: Datenschutz und Sicherheit optimieren
Sicherheit und Datenschutz sind zwei der wichtigsten Punkte. Das gilt gerade bei einem mobilen Gerät wie einem Notebook, das schnell gestohlen werden kann. Windows 11 bringt eine Reihe von Funktionen mit, die Dir helfen, die Sicherheit Deiner Daten zu gewährleisten. Als Erstes solltest Du über „Windows Hello“ die Anmeldung im System sichern. Du findest diese Funktion in den Einstellungen unter „Konten“ und dann in den „Anmeldeoptionen“. Du kannst am Notebook für die Anmeldung eine PIN einrichten sowie alternativ Deinen Fingerabdruck oder die Gesichtserkennung für die Identifizierung nutzen.
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Mit BitLocker, dem Windows-Tool für die Verschlüsselung, ist es möglich, eine Geräteverschlüsselung einzurichten. Damit sind alle Deine Daten vor einem unbefugten Zugriff geschützt, selbst wenn Dein Notebook gestohlen wird. Du kannst mit Windows 11 Pro BitLocker mit Deinem Microsoft-Konto verknüpfen. Das ist bei Laptops mit TPM 2.0 ganz automatisch aktiviert und sorgt für einen hohen Diebstahlschutz. Tools wie O&O ShutUp10++ helfen Dir zudem, Deine Privatsphäre noch besser zu schützen, denn Du kannst Telemetrie-Dienste einfach deaktivieren. Wichtig ist zudem die Kontrolle der WLAN-Verbindungen. Öffne die Netzwerksteuerung und entferne alle alten Netzwerke. Meide zudem im öffentlichen Raum die Verbindung zu offenen Hotspots. Kontrolliere auch, ob die Firewall von Windows aktiviert ist. Sie sollte immer aktiv sein.
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Schritt 7: Energieoptionen anpassen und Akkulaufzeit verlängern
Der Akku ist bei einem Notebook besonders wichtig, denn er entscheidet, wie lange Du unterwegs arbeiten kannst. Mit den Energieoptionen in Windows 11 optimierst Du den Stromverbrauch und damit die Akkulaufzeit. Dafür gehst Du in die Einstellungen von Windows und öffnest im Menü „System“ den Punkt „Strom & Akku“. Hier stehen Dir mehrere Profile zur Auswahl, die vorkonfigurierte Energieoptionen mitbringen.
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Diese sind „Beste Energieeffizienz“, „Ausbalanciert“ und „Beste Leistung“. Zudem kannst Du diese Optionen anpassen. Reduzierst Du die Bildschirmhelligkeit im Akkubetrieb, kann das die Laufzeit um bis zu 60 Minuten verlängern. Außerdem kannst Du automatisch in den Energiesparmodus wechseln, wenn der Akku weniger als 30 Prozent Kapazität aufweist, um die Laufzeit nochmals zu verlängern.
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Wenn Du die Kapazität des Akkus auf Dauer erhalten willst, solltest Du zudem auf ein permanentes Vollladen verzichten. Am besten ist es, den Akku immer wieder teilweise zu laden und nicht permanent am Netzteil zu belassen. Nutzt Du den Laptop nur im Netzbetrieb, sollte dieser vom Gerät getrennt werden. Am besten hat der Akku dann eine Ladung von 50 Prozent und wird kühl gelagert. Möchtest Du exakte Details über Deinen Akku erfahren, dann öffne mit Win + X das Terminal und gib dort „powercfg /batteryreport“ ein. So bekommst Du Informationen darüber, wie oft der Akku bereits geladen wurde und welche Kapazität er aktuell noch besitzt.
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Schritt 8: Die Steuerung einrichten und anpassen
Laptops besitzen in der Regel eine Kombination aus Touchpad und Tastatur für die Steuerung. Du kannst die Steuerung anpassen und die Funktionen individualisieren, was die Bedienung oftmals deutlich verbessert. Du kannst zum Beispiel die Mausgeschwindigkeit verändern. Die Option dafür findest Du in den Einstellungen unter „Bluetooth & Geräte“ und dann im Menü „Touchpad“. Die Zeigergeschwindigkeit veränderst Du mit dem Schieber „Cursorgeschwindigkeit“. In diesem Menü gibt es auch die Einstellungen für die Touchpad-Gesten. Du kannst individuelle Gesten für Funktionen wie das Zoomen, Scrollen oder den Desktopwechsel einrichten und diese auch deaktivieren.
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Ein weiterer Punkt, der sich individuell anpassen lässt, sind die Funktionstasten. Die meisten Notebooks besitzen diese FN-Tasten, die spezielle Funktionen wie Lautstärkeregulierung, Lüftersteuerung oder Helligkeitsanpassung des Displays bieten. Überprüfe, ob diese wie gewünscht funktionieren. Mit den Drei-Finger-Gesten lässt sich das Multitasking verbessern. Du kannst zum Beispiel direkt zwischen zwei Anwendungen wechseln oder auf den Desktop springen. Auch das spart Zeit und erleichtert das mobile Arbeiten deutlich.
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Schritt 9: Leistung und Komfort steigern
Ein neuer Laptop soll vor allem schnell und bequem sein. Die meisten Systeme starten bereits schnell und sind zügig einsatzbereit – meistens kannst Du aber noch mehr herauskitzeln. Da sind zunächst die Programme, die automatisch bei jedem Start des Systems ebenfalls laden. Du kannst auswählen, welche Anwendungen Du nicht beim Systemstart benötigst, indem Du im Taskmanager Strg + Shift + Esc drückst und dann „Autostart“ wählst. Bei den visuellen Effekten des Betriebssystems kannst Du eine Einstellung nutzen, die weniger Systemressourcen verbraucht. Gib dafür in der Suche „Erweiterte Systemeinstellungen“ ein und gehe dort über „Erweitert“ und „Leistung“ in das Menü „Einstellungen“. Wähle dort „Für optimale Leistung anpassen“ aus.
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Komfortabler wird das Arbeiten an Deinem Notebook mit den Snap-Layouts und virtuellen Desktops. Mit der Tastenkombination Win + Z ordnest Du die Fenster nach Deinen Wünschen an. Mit der Kombination Win + Tab wechselst Du dann zwischen den Arbeitsflächen. Dann kannst Du noch die Speicheroptimierung nutzen. Diese findest Du in den Einstellungen, wenn Du „System“ und dann „Speicher“ öffnest. Unter dem Punkt „Speicheroptimierung“ kannst Du dann alle temporären Dateien löschen, was das System ebenfalls beschleunigt.
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Schritt 10: Weitere Einstellungen und Tuning für Profis
Wer sein neues System noch weiter feintunen möchte, kann die folgenden Schritte ausführen. Ein erster Punkt ist das BIOS. In dieses gelangst Du, wenn Du direkt nach dem Anschalten des Laptops die Taste ENTF oder F2 drückst. Du kannst hier die Bootreihenfolge der Laufwerke, Lüfterprofile und Secure Boot einstellen. Das beschleunigt den Systemstart und minimiert die Geräuschkulisse im Betrieb. Für mehr Leistung sorgt auch die Deaktivierung von nicht benötigten Windows-Features. Du findest diese Einstellungen in der Systemsteuerung, wenn Du unter „Programme“ das Menü „Programme und Features“ aufrufst und dort in den Punkt „Windows-Features aktivieren oder deaktivieren“ gehst. Deaktiviere alles, was Du nicht benötigst, wie etwa den Internet Explorer 11 oder die XPS-Dienste.
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Außerdem kannst Du Tools der Hersteller nutzen, um nach Updates für die Firmware zu suchen. Alle großen Notebook-Marken wie HP, Lenovo oder Asus bieten solche Anwendungen, die automatisch nach den richtigen Updates für Deinen Laptop suchen. Nutzt Du Dein Notebook für das Gaming, kannst Du weiterhin das Energieprofil anpassen. Achte darauf, dass vor allem die Grafikkarte mit maximaler Leistung läuft.
Viel Spaß mit Deinem neuen Laptop
Nach der Einrichtung ist Dein neuer Laptop bereit für den Einsatz. Richtig konfiguriert und individuell angepasst, fühlt sich das System schon viel mehr wie Dein Notebook an. Die zehn Schritte helfen Dir bei der Einrichtung und sorgen dafür, dass Dein System sicher, stabil und schnell ist.