Mit diesen 5 Tipps holen Camper mehr aus dem Ducato
Der Fiat Ducato überrascht mit versteckten Funktionen, die Campern das Leben erleichtern: von Follow-Me-Light bis Sprachsteuerung.
Das digitale Cockpit des Fiat Ducato bietet viele "versteckte" Funktionen, die während Reisen mit dem Wohnmobil einen echten Mehrwert liefern. Einige davon kennen viele Camperinnen und Camper gar nicht, weil sie sich ganz auf die Funktionen des Aus- oder Aufbaus konzentrieren. Was das beliebteste Basisfahrzeug der Branche kann, geht dabei oft unter.
YouTuber Markus Wolf, mit dem promobil die Campernews produziert, hat seine fünf wichtigsten Features der Ducato Generation 9 (Typ X290 FL2) in seinem Kanal Fan4Van vorgestellt.
1. Follow-Me-Light: Licht beim Ankommen auf dem Stellplatz
Ankunft am Wohnmobil-Stellplatz, es ist dunkel, die Markise will ausgefahren werden – und dann geht mit dem Motor das Licht aus. Die Follow-Me-Light-Funktion schafft Abhilfe. Nach dem Ausschalten der Zündung genügt ein kurzes Antippen des Fernlichthebels: Die Scheinwerfer bleiben 30 Sekunden lang an.
Jedes weitere Tippen verlängert die Leuchtdauer um weitere 30 Sekunden – bis zu maximal 210 Sekunden. Das reicht für kleinere Aufbauarbeiten vor dem Fahrzeug oder um den Stellplatz nach Müll oder vergessenen Gegenständen abzusuchen, wenn Camperinnen und Camper in der Dunkelheit an- oder abreisen.
2. Sprachsteuerung im Ducato: Hände am Lenkrad auf unbekannten Routen
Das Infotainment-System mit Uconnect Radio kann per Sprachsteuerung bedient werden, sodass die Hände am Lenkrad bleiben. Per Sprachbefehl lassen sich die Temperatur der Klimaanlage regeln, lassen sich die Klimaanlage regeln oder Navigationsziele eingeben. Das ist ein echter Sicherheitsgewinn für Camperinnen oder Camper, die sich auf dem Weg oder auf der Suche nach unbekannten Stellplätzen verfahren haben und die Navigation spontan umsteuern müssen.
Die integrierte TomTom-Navigation liefert Live-Verkehrsdaten und zeigt sogar aktuelle Spritpreise an – ein Grund, öfter mal auf externe Apps zu verzichten.
3. Lichtautomatik: Empfindlichkeit an Wetterbedingungen anpassen
Die Lichtautomatik schaltet bei Dämmerung oder schlechter Sicht die Scheinwerfer ein – manchmal aber zu spät. Die Empfindlichkeit des Sensors lässt sich dreistufig anpassen.
Der Weg über das Display: Fahrzeugeinstellungen – Licht – Empfindlichkeit der Scheinwerfersensoren. Stufe 3 bedeutet maximale Empfindlichkeit, Stufe 1 die geringste. Bei wechselhaftem Herbstwetter oder in bewaldeten Regionen empfiehlt sich die höchste Stufe.
4. Display individualisieren: Schnellzugriff auf wichtige Funktionen
Campende können sowohl den zentralen Touchscreen als auch das Cockpit-Display personalisieren. Sie können zum Beispiel Widgets für die Apps auf dem Touchscreen frei anordnen: Danach sind je nach Bedarf Rückfahrkamera, Navigation, Klimasteuerung oder Medienplayer mit einem Fingertipp erreichbar.
Die Einrichtung erfolgt einmalig und spart im Alltag viele Bedienschritte. Auf dem Cockpit-Display lassen sich Temperatur, Uhrzeit, Kompass oder Datum je nach Vorliebe anzeigen.
5. Geschwindigkeitswarner: Unterschätzter Helfer im Wohnmobil-Urlaub
Der Warnton bei Geschwindigkeitsüberschreitung nervt manche Fahrende, weil er schon bei relativ geringen Abweichungen anspringt. Dabei leistet er gerade auf Reisen gute Dienste. In beliebten Urlaubsregionen wie Südtirol wechseln die Tempolimits auf Landstraßen gelegentlich, während oft an unerwarteten Stellen sehr viele stationäre Blitzer stehen.
Der Geschwindigkeitswarner macht auf übersehene Schilder aufmerksam und kann so vor teuren Bußgeldern schützen. Wer den Ton dennoch anpassen möchte: Im Assistenzsystem die "OK"-Taste auf der linken Lenkradseite drei Sekunden gedrückt halten, schon ist der akustische Warner deaktiviert.
Bonus: Fiat-App für Fernkontrolle
Die Fiat UConnect App erweitert die Möglichkeiten über das Cockpit hinaus. Per Smartphone lassen sich Türen aus der Ferne ver- und entriegeln, der Tankfüllstand prüfen oder der Fahrzeugstandort anzeigen. Auch Alarme sind konfigurierbar: Verlässt das Wohnmobil einen definierten Bereich, informiert die App sofort. Praktisch bei Tagesausflügen ohne Fahrzeug.
Die App von Fiat ist allerdings nur aus Mangel an Alternativen eine Empfehlung. Denn sie beschränkt sich auf die Funktionen des Ducatos als Basisfahrzeugs, während für die Fernkontrolle des Wohn-Aufbaus eine andere App nötig ist.
Für Camperinnen und Camper wäre eine integrierte Anwendung für Basisfahrzeug und Aufbau besser. Lösungen wie Hymer Connect (bei Sprinter-basierten Modellen) oder die Fernsteuerung des VW Grand California gehen bereits so weit: Die verbundenen Apps greifen auf Fahrzeugdaten und die Wohnaufbau-Steuerung zu – vom Aufstelldach über die Kühlbox bis zu Lichtprofilen oder der Tankfüllung.
VW hat seine Anwendung aus einer Hand entwickelt und Mercedes mit dem MBAC-System eine digitale Schnittstelle geschaffen, die Basisfahrzeug und Aufbau miteinander verbindet. Eine fortschrittliche Lösung, die nur relativ wenige Wohnmobilhersteller nutzen. Für Wohnmobile mit Ducato bleibt eine solche Komplett-Integration vorerst Wunschdenken.
