So klappt's mit Wohnmobil & Wohnwagen mieten
Wer kein eigenes Wohnmobil hat, aber dennoch Lust hat zu campen, dem ist ein Mietmobil zu empfehlen. promobil erklärt, worauf bei der Miete zu achten ist und welche Stolpersteine für Einsteiger zu umgehen sind.
Im Campervan, Wohnwagen oder Wohnmobil Urlaub zu machen ist eine tolle Sache, denn man kann fahren, wohin man will und gleich dort bleiben, wo es einem am besten gefällt. Für diejenigen, die sich ein teures Reisemobil nicht leisten können, gibt es eine geeignete Lösung: ein Mietmobil.
Wer nach einem Mietfahrzeug sucht, hat dabei verschiedene Möglichkeiten. promobil gibt einen Überblick für Camperinnen und Camper, die zum ersten Mal nach einem Wohnmobil, Campingbus oder Wohnwagen zum Mieten suchen.
Drei gute Gründe, einen Camper zu mieten
Manches muss man ausprobieren, bevor man weiß, ob es gefällt. Das trifft genauso auf Campingurlaub zu. Doch da haben wir schon den Haken an der Sache: Kaum jemand wird sich aufs Geratewohl einen Campingbus oder ein Wohnmobil zulegen – auch keinen Gebrauchten –, um erste Erfahrungen zu sammeln. Und nicht jeder kann sich einen Bus von Freunden ausleihen. Also bleibt nur eins: Probe-Campen mit einem Mietcamper.
Fall Nummer zwei: Man hat schon einen Camper, will aber die USA oder Australien erkunden – auch dann lohnt es sich, zu mieten. Welche Hürden auf Sie zukommen, wenn Sie Ihren Camper nach Übersee verschiffen, berichten wir hier.
Fall Nummer drei: Man kann sich keine Flugreise leisten, hat kein eigenes Auto und möchte nicht doppelt Geld ausgeben für einen Mietwagen und die Ferienwohnung. Voilà! Ein Camper (mit Ausnahme des Wohnwagens) ist beides in einem.
Diese Fragen sollten Sie klären, bevor Sie nach einem Mietcamper suchen
Es gibt eine Reihe wichtiger Fragen, die man – gerade als Neuling im Camping – klären sollte, bevor man sich auf die Suche nach einem Mietfahrzeug macht.
- Wie viele Personen kommen mit?
- Reisen Kinder unter 6 Jahren mit? Dann sollten Betten mit Herausfallschutz vorhanden sein.
- Wie viele Betten werden benötigt? Vier Schlafplätze sind nicht gleich vier Betten.
- Wie lang soll die Reise sein? Je länger, desto mehr Platz sollte man haben.
- Wohin soll es gehen? Innerhalb Europas dürfen die meisten Mietcamper gefahren werden.
- Wo wollen Sie den Camper abholen und zurückbringen?
- Wie hoch ist das Budget? Zusätzlich zur Mietgebühr müssen Spritkosten, evtl. Maut, Parkplatz-, Stellplatz- und Campingplatzgebühren, ein Puffer für Nebenkosten wie Wasser und Strom, Lebensmittel/Restaurantbesuche und Aktivitäten eingeplant werden.
Tipps für den ersten Campingurlaub: Gerade beim ersten Mal sollten Sie es sich so einfach wie möglich machen. Fahren Sie nicht zu weit weg, planen Sie Stopps im Voraus und gehen Sie lieber auf einen Camping- oder Stellplatz als frei zu übernachten. Mehr als zwei Wochen sollte der erste Campingtrip auch nicht sein. Wenn man sich bei einer der Fragen verschätzt hat, behält man den Urlaub sonst schnell negativ in Erinnerung.
Wo fängt man an mit der Suche nach einem Mietcamper?
1. Regionale Vermieter: Es bietet sich an, die Recherche bei einschlägigen Adressen in der Nähe zu starten: auf einer Freizeitfahrzeugmesse oder bei regionalen Handelsbetrieben, die Fahrzeuge meistens ebenfalls zur Miete anbieten.
Hier kann man sich in aller Ruhe mit den verschiedenen Grundrissen und Ausbauten vertraut machen. Einfach mal in der Sitzgruppe Platz nehmen und das Fahrzeug auf sich wirken lassen, das vermittelt einen ersten Eindruck.
2. Große Vermieterketten: Neben den Handelsbetrieben gibt es einige große überregionale Vermietketten wie die ADAC-Wohnmobilvermietung, McRent, Intercaravaning-Rent, Rent and Travel oder die Deutsche Reisemobilvermietung DRM.
Der Vorteil großer Mietketten liegt unter anderem darin, dass sie viele Mietstationen betreiben, das Angebot entsprechend groß ist und so die Chance auf das passende Fahrzeug zum Wunschtermin steigt. Vermietplattformen im Internet arbeiten oft mit mehreren Anbietern zusammen und fungieren als Vermittler zwischen Mieter und Vermieter.
3. Beim Ausbauer oder Hersteller: Haben Sie bereits eine Marke und einen Grundriss ins Auge gefasst, lohnt es sich auf der Webseite der Marke zu schauen, über welche Vermietung deren Fahrzeuge angemietet werden können. Auch kleinere Manufakturen haben häufig ein Mietfahrzeug für interessierte Kundinnen.
5 große Wohnmobil-Vermietungen in Deutschland
Ein Überblick über die größten Vermietungen für Campingfahrzeuge in Deutschland:
1. ADAC Wohnmobilvermietung
- Mietstationen Inland: über 90
- Flottengröße: über 2.500 Fahrzeuge
- Mindestmietdauer: vorbehaltlich der Verfügbarkeit und Wirtschaftlichkeit, keine Mindestmietdauer, Ausnahme sind Schulferien
- Freikilometer/Tag: 300 km pro Nacht, ab 14 Nächten unbegrenzte Kilometeranzahl (auch abhängig vom Angebot)
- Versicherung: Vollkasko mit 1.500 Euro Selbstbehalt pro Schadensfall
- Kaution: 1.500 Euro
- Übergabepauschale: 159 Euro
- Mindestalter der FahrerIn: 21 Jahre (Voraussetzung: 1 Jahr im Besitz des Führerscheins), bei Luxusklasse abweichend
2. Roadsurfer
- Mietstationen Inland: 24
- Mietstationen Ausland: 75
- Flottengröße: ca. 7.800 Fahrzeuge
- Mindestmietdauer: 3 Nächte
- Freikilometer/Tag: unbegrenzt
- Versicherung: Vollkasko mit 1.500 Euro Selbstbehalt
- Kaution: 800 Euro
- Servicepauschale: 99 Euro
- Mindestalter der FahrerIn: 18 und über ein Jahr in Führerscheinbesitz (bis 23 Jahren höherer Selbstbehalt)
3. McRent
- Mietstationen Inland: 41
- Mietstationen Ausland: 64
- Flottengröße: über 2.800 Fahrzeuge (variiert, da Flottenfahrzeuge maximal 2 Jahre alt sind)
- Mindestmietdauer: 7 Nächte in der Nebensaison, 10 Nächte in der Hauptsaison
- Freikilometer/Tag: unbegrenzt
- Versicherung: Vollkasko mit 1.500 Euro Selbstbehalt
- Kaution: 1.500 Euro
- Servicepauschale: 149 Euro, ggf. mehr in der Premium-Klasse
- Mindestalter der FahrerIn: 21 Jahre, bei Fahrzeugen der Premium-Klasse 25 Jahre
4. Rent and Travel
- Mietstationen Inland: 190
- Mietstationen Ausland: 17
- Flottengröße: ca. 2.500 Fahrzeuge
- Mindestmietdauer: 6 Nächte, bis zu 13 Nächte teilweise während der Hochsaison (stationsabhängig), Ausnahme: Last-Minute- und Flexi-Deals
- Freikilometer/Tag: 300 km pro Nacht, ab 15 Nächten unbegrenzte Kilometeranzahl
- Versicherung: Vollkasko mit 1.500 Euro Selbstbehalt
- Kaution: 1.500 Euro
- Servicepauschale: 150 Euro
- Mindestalter der FahrerIn: 21 Jahre, bei Fahrzeugen über 3,5 Tonnen 25 Jahre
5. Deutsche Reisemobilvermietung
- Mietstationen: 22 (davon 1 in Wien)
- Flottengröße: ca. 600 Fahrzeuge
- Mindestmietdauer: 7 Nächte in der Nebensaison, 10 Nächte in der Hauptsaison
- Freikilometer/Tag: unbegrenzt
- Versicherung: Vollkasko mit 1.500 Euro Selbstbehalt
- Kaution: 1.500 Euro
- Servicepauschale: 120 bis 165 Euro (abhängig von der Fahrzeugkategorie)
- Mindestalter der FahrerIn: 21 Jahre
Wer beim Camping-Roadtrip gesteigerten Wert auf einen Hauch von Hippie-Feeling legt, wird bei den diversen Bulli-Vermietungen fündig. Vom VW T1 bis zum T6 stehen die kultigen Busse in sämtlichen Versionen zur Auswahl.
Was kostet es ein Wohnmobil zu mieten?
Was soll’s denn kosten? Die Gretchenfrage beim Mieten ist nicht pauschal zu beantworten.
Die Mietpreise für Wohnmobile hängen von mehreren Faktoren ab. Entscheidend sind die Fahrzeugklasse, die Saison und die Mietdauer. Wer früh bucht, spart – wer spontan ist, muss mit höheren Preisen rechnen oder findet echte Schnäppchen.
Fahrzeugklasse: Kompakte Campingbusse ohne Bad sind oft günstiger als Wohnmobile mit Bad. Der Preisunterschied vom großen Campingbus zum Teilintegrierten ist in der Regel gering und eher eine Frage des Platzes. Teurer wird es erst, wenn es fancy wird: Offroad kostet z. B. bei Roadsurfer ab 155 Euro am Tag statt ab 55 bis 79 Euro/Tag.
Faustregel: In der Nebensaison (Oktober bis April) ist Mieten günstiger als in der Hauptsaison (Mai bis September) und während der Ferienzeiten. Je länger man mietet, desto weniger zahlt man im Schnitt pro Tag.
Wichtig: Leistungen sind nicht standardisiert, daher lohnt sich ein genauer Preisvergleich, wenn mehrere Vermieter infrage kommen.
Hier entstehen Zusatzkosten:
- Freikilometer: unbegrenzt oder aufpreispflichtig?
- Ausstattung: Campingmöbel und Fahrradträger kosten meist extra
- Servicepauschalen: für Übergabe & Reinigung
- Buchungszeitpunkt: Frühbucher sparen, Last-Minute-Schnäppchen möglich
- Versicherung: oft inkludiert, aber Kleingedrucktes prüfen!
- Selbstbehalt: bis zu 1.500 € möglich
Welches Wohnmobil passt zu mir?
Welche Art von Campingfahrzeug und welche Aufbauform eignet sich für mich? Wer vier oder mehr Schlafplätze benötigt, ist mit einem geräumigen Alkoven gut beraten, während Paare mit Campingbussen oder Teilintegrierten bestens bedient sind. Integrierte versprechen besonders viel Komfort und Wintertauglichkeit. Wer sich mit Wohnmobilen und deren Grundrissen schon auskennt, kann bedenkenlos online buchen. Neulinge sollten sich das Fahrzeug vor Ort ansehen und überprüfen, ob es zu den eigenen Anforderungen passt.
Alles über die Vorteile und Nachteile der unterschiedlichen Aufbauformen.
Ein anderes Auswahlkriterium ist der Führerschein. Mit der alten Version darf man so gut wie jedes gängige Wohnmobil bis zu 7,5 Tonnen fahren – so schwer darf das Fahrzeug maximal sein. Anders verhält es sich für die jüngere Generation, die nach 1999 den Führerschein gemacht hat: Hier liegt die Grenze bei 3,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht.
Alles über den richtigen Führerschein fürs Wohnmobil verraten wir hier.
Gut versichert unterwegs
Eine Versicherung ist Bestandteil des Mietpreises, jedoch muss man dabei die Selbstbeteiligung im Auge behalten. Parkrempler sind schnell passiert, vor allem wenn man im Umgang mit großen Fahrzeugen ungeübt ist. Ein Selbstbehalt von 1.500 Euro ist dann schnell aufgezehrt. Daher kann es sich lohnen, eine Zusatzversicherung zur Reduzierung der Selbstbeteiligung abzuschließen (im Versicherungsjargon auch "Selbstbehalt-Reduzierung CDW" genannt – CDW steht für Collision Damage Waiver).
Zusatzversicherungen werden von allen großen Vermietungen angeboten. Als Faustregel gilt: Je kürzer die geplante Reise, desto sinnvoller ist es, den Selbstbehalt zu reduzieren. Da die Zusatzversicherung tageweise berechnet wird, lohnt sich die Investition bei mehrwöchigen Reisen nicht mehr.
Haustier im Miet-Wohnmobil – geht das?
Wer sein Haustier mit ins Mietmobil nehmen will, sollte das vorher abklären. Manche Vermieter untersagen es generell, andere beschränken die Mitnahme auf ausgewählte Stationen. Prinzipiell sollte man als HaustierhalterIn besonders sensibel im Umgang mit dem Mietmobil sein – damit die Vierbeiner auch in Zukunft mit ins Fahrzeug dürfen. Übrigens: Mittlerweile gibt es Vermietungen, die sich speziell an HundebesitzerInnen richten.
Kauf nach der Miete
Wer sich im Urlaub mit seinem Mietmobil angefreundet hat, hat bei vielen Vermietern die Möglichkeit, das Fahrzeug nach Saisonende zu kaufen. Der Mietpreis kann dabei teilweise auf den Kaufpreis angerechnet werden. Neben dem Urlaubsspaß ist die Miete für KaufinteressentInnen also die perfekte Gelegenheit, den neuen "Mitbewohner" genau kennenzulernen und sich schon einmal aneinander zu gewöhnen.
Hier geben wir die wichtigsten Tipps für den Kauf eines Wohnmobils.
Mieten von Privat: So geht Wohnmobil-Sharing
Neben Handelsbetrieben und Vermietketten gibt es eine weitere Möglichkeit, um an einen Campingbus auf Zeit zu kommen: mieten von privat. Diese Alternative ist nicht nur für Mieter interessant, sondern auch für alle, die bereits einen Camper besitzen und sich etwas dazuverdienen wollen. Online-Plattformen stellen für das Sharing den passenden Rahmen bereit. Sharing am Beispiel Campingbus bedeutet für den Vermieter vor allem, dass sein Fahrzeug nicht ungenutzt am Straßenrand steht, während man es selbst nicht braucht.
Die Angebote der Online-Plattformen unterscheiden sich unter anderem durch die Reichweiten. Die drei größten Anbieter hierzulande sind:
- Bei Paulcamper sind es laut Betreiber rund 8.500 Campingmobile.
- Yescapa hat Anfang 2021 den Anbieter Share-a-Camper übernommen, Interessenten finden in ihrem Online-Portal in Europa mehr als 10.000 Vermietmobile im Angebot.
- Campanda verspricht ein Angebot von über 26.200 Mietmobilen, die über ihr Portal in 42 verschiedenen Ländern buchbar sind.
- Indie Campers bietet neben eigenen Mietwohnmobilen auf seiner Plattform auch private Wohnmobile zur Miete.
Mehr zum Thema Mieten von Privatpersonen erfahren Sie in diesem Artikel.
Die Übergabe des Mietmobils
Für die Übergabe des Mietmobils vor und nach dem Urlaub muss man sich genügend Zeit nehmen. Tipps von unseren Experten zur Übergabe des Mietmobils geben wir in diesem Artikel.
