Camper aus Spanien bringt Strom ohne Ende
Redaktionscheck live auf der CMT: promobil nimmt den North Cape 6XR auf dem Messestand genau unter die Lupe.
Gebaut in Gijon, gemacht für Skandinavien – North Cape setzt auf Autarkie, Allrad und smarte Technik.
Ein Kastenwagen mit 300-Ah-Lithiumbatterie, Solarpower und Wechselrichter? Klar, das gibt’s. Aber serienmäßig? Mit Allradantrieb? Und unter 3,5 Tonnen? Eher selten.
Doch es kommt noch besser: Gebaut wird dieses Technikpaket nicht etwa in Deutschland, Österreich oder Italien. Sondern in Spanien – von einer Marke, die bisher kaum einer kannte. Willkommen bei North Cape.
Strom wie zu Hause – ohne Kabel
Im Inneren des North Cape steckt Technik, die sonst nur bei autark aufgerüsteten Expeditionsmobilen zu finden ist. Nur dass hier alles schon ab Werk verbaut ist.
Zentrale Einheit: Eine 300-Ah-Lithiumbatterie. Geladen wird sie über eine 200-Watt-Solaranlage, ein 50A-Booster beim Fahren und – falls nötig – über Landstrom via 1600-Watt-Wechselrichter/Ladegerät-Kombi.
Alle Komponenten stammen vom Energiespezialisten Victron Energy: gut vernetzt, aufeinander abgestimmt und per App bedienbar.
Das bedeutet in der Praxis: Kaffeemaschine an? Kein Problem. Föhn, Laptop und Licht? Läuft – auch mitten in der norwegischen Wildnis. Oder eben in den spanischen Pyrenäen, vor denen das Fahrzeug entwickelt wurde.
Kompakt, clever – und überraschend variabel
Der North Cape basiert auf dem MAN TGE mit 4×4-Antrieb und 8-Gang-Automatik. Die Außenlänge: 5,98 Meter. Das zulässige Gesamtgewicht: 3.500 Kilogramm. Erhältlich ist der Camper mit einer Motorisierung von 163 oder 177 PS. Das Fahrzeug auf der Messe verfügt über die Maximalmotorisierung.
Trotzdem bietet der Camper:
- Vier eingetragene Schlafplätze
- Hubbett und Aufstelldach
- Kompressorkühlschrank, Mikrowelle, UV-Wasseraufbereitung
- Smart-Home-Steuerung mit Touch-Bedienpanel
Insgesamt stehen vier Modelle zur Verfügung: Adventure XT 600, XH 600, XR t00 und XHT 600. Je nach Modell variiert das Dachkonzept. Es gibt Varianten mit seitlichen Pop-Outs, Hochdach oder – wie auf der CMT 2026 vorgestellt – mit klassischem Aufstelldach. Der Grundriss bleibt kompakt.
Einziger Wermutstropfen: Nur 100 kg Zuladung bleiben laut Hersteller bei voller Beladung. Das klingt für eine 4er-Besatzung zunächst zu wenig – allerdings rechnen die spanischen Hersteller bei den Zuladungsangaben, anders als die deutschen, direkt vier Personen (4x75 kg) mit ein statt nur eine Person. Gegen 1.990 Euro Aufpreis kann der 3,5-Tonner ab Werk auf 3,8 Tonnen aufgelastet werden.
North Cape: Neue Marke mit klarem Ziel
Der Name North Cape klingt nach Skandinavien. Doch die Marke kommt aus Spanien. Genauer: Nordlich Barcelona, in dem Ort Badalona. Dort entwickelt das Team von Nomade Nation seit 2020 Kastenwagen für die ganz große Tour. Aus diesem Hause stellte sich bereits 2025 auf dem Caravan Salon Düsseldorf der Nomade Nation S vor.
Zielgruppe von North Cape: Autark-Camper mit Anspruch. Technikfans, die es trotzdem kompakt mögen. Menschen, die am liebsten freistehen – und dafür nicht gleich einen Siebentonner möchten.
Preis, Vertrieb, Verfügbarkeit
Der Einstiegspreis liegt bei 133.990 Euro, der Messepreis zur CMT 2026 bei 129.990 Euro. Dafür ist schon fast alles drin – inklusive Strompaket, Heizung, Küche und smarter Steuerung.
Der Vertrieb in Deutschland läuft über die WOF GmbH, die auch für Mooveo verantwortlich ist. Heißt: North Cape startet mit einer erprobten Händlerstruktur und einem vorhandenen Servicenetz.
