Wie setzt sich der Spritpreis zusammen?
Günstiger an der Tanke wird es dadurch nicht. Aber die Zusammensetzung des Zapfsäulenpreises wenigstens zu verstehen, kann einem vielleicht zu etwas mehr innerer Ruhe verhelfen.
Wie setzt sich der Spritpreis zusammen?
Günstiger an der Tanke wird es dadurch nicht. Aber die Zusammensetzung des Zapfsäulenpreises wenigstens zu verstehen, kann einem vielleicht zu etwas mehr innerer Ruhe verhelfen.
Wie allgemein bekannt ist, stellen Steuern und Abgaben einen erheblichen Anteil an den Spritpreisen dar. Hauptschuldiger hierbei ist die Energiesteuer. Der Energiesteuersatz für Benzin liegt bei 65,45 Cent pro Liter, für Diesel bei 47,04 Cent pro Liter.
Ebenfalls erhoben wird die CO2-Steuer. Sie wurde 2021 eingeführt und lag bei 25 Euro pro Tonne, inzwischen beträgt sie 55 Euro pro Tonne. Laut Berechnungen des ADAC ergibt dies für 2025 eine CO2-Abgabe von ca.15,7 Cent pro Liter bei Benzin und ca. 17,3 Cent pro Liter Diesel.
Eigentlich zu vernachlässigen, aber der Vollständigkeit halber: Um einen Notvorrat an Erdöl für Deutschland anzulegen, gibt es die sogenannte Erdölbevorratungsabgabe. Pro Liter Benzin werden 0,27 Cent, pro Liter Diesel 0,3 Cent fällig.
Dann wären da natürlich noch die Kosten und der Gewinn für den Kraftstoff selbst. Zum Beispiel die Kosten für Gewinnung, Verarbeitung und Transport des Rohöls. Und die Unternehmen möchten an der ganzen Sache ja noch etwas verdienen.
Als Sahnehäubchen wird auf den gesamten Preis nochmal 19 Prozent Mehrwertsteuer erhoben. Zusammengefasst sieht das Ganze dann so aus:
Durchschnittspreis pro Liter E10 im Jahr 2025: 1,69 Euro
61 Cent Kosten und Gewinn
65,4 Cent Energiesteuer
15,7 Cent CO2-Abgabe
26,9 Cent Mehrwertsteuer
Durchschnittspreis pro Liter Diesel im Jahr 2025: 1,61 Euro
71 Cent Kosten und Gewinn
47 Cent Energiesteuer
17,3 Cent CO2-Abgabe
25,7 Cent Mehrwertsteuer
Neben dem Staat hat auch der Markt einen Einfluss auf die Preise an der Zapfsäule. Da wäre zum Beispiel der globale Rohstoffhandel, der von Konjunktur, politischer Lage und Jahreszeit abhängig ist.
Da das Erdöl zur Herstellung von Benzin und Diesel fast ausschließlich über US-Dollar gehandelt wird, hat der Kurs des Dollars auch Auswirkungen auf die Spritpreise. Steigt der Dollar-Kurs im Verhältnis zum Euro, hat das bei uns auch oft höhere Preise für Kraftstoff zur Folge.
Ein weiterer Faktor im Markt ist der Wettbewerb zwischen den Tankstellenbetreibern. Autofahrer können indirekt Einfluss ausüben, indem sie immer dort tanken, wo es am günstigsten ist.
Doch nicht nur das Wo, sondern auch das Wann macht beim Spritpreis einen Unterschied. Die Preise für Benzin und Diesel ändern sich im Laufe des Tages mehrmals. Laut einer Studie des ADAC liegt zwischen dem Höhe- und dem Tiefpunkt eines Tages ein Unterschied von bis zu 13,3 Cent pro Liter.
Der Studie zufolge ist Kraftstoff morgens kurz nach 7 Uhr am teuersten. Am wenigstens zahlt man dagegen zwischen 19 und 20 Uhr sowie zwischen 21 und 22 Uhr.