Das sind die stärksten Zugwagen für Caravans
So kombiniert man Urlaubstauglichkeit und Fahrspaß: Wir haben die stärksten Zugwagen für Caravans gesammelt.
Viel Leistung muss keine Sünde sein – zum Beispiel dann, wenn sie von Elektromotoren produziert wird.
Und im Caravaning hat Power einen sehr handfesten Nutzen: Wer einen großen Wohnwagen zieht oder in den Urlaub auch mal Pässe vor sich hat, merkt schnell, warum viel PS und hohe Anhängelast mehr sind als reine Stammtischzahlen.
Unter den High-Performance-Zugwagen mit mehr als 600 PS und über zwei Tonnen Anhängelast sind einige sehr überraschende Modelle klangvoller Marken dabei – aber natürlich auch Kandidaten mit Verbrennern.
Neben den "bodenständigen" Modellen der deutschen Hersteller finden sich außerdem einzigartige Exoten in unserer Liste. So will zum Beispiel Lotus, eigentlich bekannt durch kleine, schnittige Sportautos, in das Segment der vollelektrischen SUV und Limousinen einsteigen. Dazu gesellen sich Luxus-Karossen von Lamborghini, Cadillac und Porsche – ein heiß umkämpftes Feld also.
V8 & Biturbo: die stärksten Verbrenner-Zugwagen
1. Audi RS Q8
Alphabetisch rückt der Audi RS Q8 ganz nach vorn. Das Kürzel RS steht für die kompromissloseste Interpretation des großen Q8-SUV: Unter der Haube des coupéartig geschnittenen Groß-SUV arbeitet ein 4,0‑Liter V8 Biturbo mit 600 PS, respektive 640 PS (471 kW) im RS Q8 performance.
Die Antriebseinheit taucht in dieser Auflistung ultra-potenter Zugwagen übrigens noch mehrfach auf – unter anderem auch bei Lamborghini und Porsche.
Die Power geht per Quattro-Allradantrieb und 8‑Gang-Automatik an alle vier (22-Zoll-)Räder. Luftfederung und aktive Wankstabilisierung schaffen den Spagat aus Komfort und Sport. Und tatsächlich lässt sich der 2,6‑Tonner beinahe unwirklich dynamisch um Ecken bewegen; Carbon-Keramik-Bremsen fangen den Koloss zuverlässig wieder ein.
Als Zugfahrzeug ist der RS Q8 trotz Sportfokus ernst zu nehmen:
- Anhängelast: 3.500 kg
- Stützlast: 140 kg
- inklusive Rangierassistent
Wenig überraschend hoch sind die Preise: RS Q8 ab 146.200 Euro, RS Q8 performance ab 160.000 Euro. Wer im Anhängerbetrieb mit über 18 Litern Verbraucht rechnet, liegt sicher nicht ganz falsch.
2. Aston Martin DBX 707
Der Aston Martin DBX 707 vereint britischen Boutique-Luxus mit ernstzunehmender Fahrdynamik. Statt auf ein bestehendes Konzern-Chassis zurückzugreifen, nutzt Aston Martin eine eigenständige Aluminium-Plattform. Testberichte loben die Fahrwerksabstimmung: Der DBX lenkt präzise ein, wankt dank 48-Volt-Wankstabilisierung kaum und kaschiert sein Leergewicht von über 2,2 Tonnen erstaunlich gut. Dazu passt der kernige V8-Sound – Kritik gibt es meist für den schon solo sehr üppigen Kraftstoffverbrauch.
Auch als Zugfahrzeug macht der Brite eine souveräne Figur:
- gebremste Anhängelast: 2.700 kg
Angetrieben wird der DBX von einem 4,0‑Liter‑V8‑Biturbo auf Basis einer Mercedes-AMG-Konstruktion, gekoppelt an 9‑Gang-Automatik und heckbetonten Allrad. Im Modell 707 leistet der V8 707 PS (520 kW) und 900 Nm. Preis: ab ca. 250.000 Euro.
3. Lamborghini Urus
Der Lamborghini Urus definiert das Segment der martialischen Super-SUVs. Mittlerweile gibt es verschiedene Ausprägungen. Den Einstieg markiert der Urus S ab rund 235.000 Euro. Sein 4,0‑Liter‑V8‑Biturbo mobilisiert 666 PS und 850 Nm. Das SUV sprintet in 3,5 Sekunden auf 100 km/h und erreicht 305 km/h Spitze. Die serienmäßige Luftfederung meistert entspannten Komfort ebenso wie brachiale Kurvendynamik.
Kritik erntet der Alleskönner allenfalls für Durst und Gewicht. Wer schwere Trailer zieht, greift hier bedenkenlos zu:
- Anhängelast: 3.500 kg
Ein Vorteil der bewährten Plattform, die (in unterschiedlichen Abstimmungen) auch Audi RS Q8, Bentley Bentayga und Porsche Cayenne nutzen.
Plug-in & Mildhybrid: 4 Zugwagen mit E-Boost
1. BMW M5 und XM Label
München schickt mit BMW M5 und BMW XM Label zwei Plug-in-Hybrid-Monster ins Rennen. Beide kombinieren einen 4,4‑Liter‑Biturbo‑V8 mit einem Elektromotor.
- M5: 727 PS
- XM Label: 748 PS
- Drehmoment: bis 1.000 Nm
Trotz Gewichten von über 2,5 Tonnen (M5) bzw. fast 2,8 Tonnen (XM) sind die Fahrleistungen brutal. Und auch die Anhängelast stimmt:
- M5 Limousine/Touring Anhängelast: 2.000 kg
- XM Anhängelast: 2.700 kg
Im Anhängerbetrieb sind die Akkus schnell leer, dann arbeitet meist der V8 – einen echten Spar-Effekt sollte man auf Langstrecke ohne Laden nicht erwarten. Bei Assistenzsystemen ist BMW stark.
Preise: M5 ab 145.200 Euro (Touring: 147.200 Euro), XM Label ab 185.800 Euro.
2. Land Rover Defender OCTA
Der neue Land Rover Defender OCTA basiert auf dem Defender 110 und ist der dynamischste Defender aller Zeiten – dafür sorgt der 4,4‑Liter Biturbo‑V8 mit Mild‑Hybrid von BMW. Er leistet 635 PS und liefert 750 Nm, im Dynamic-Launch-Modus kurzzeitig bis zu 800 Nm.
Die Kraft geht über eine 8‑Gang‑Automatik an beide Achsen; Damit sprintet der OCTA in 4,2 s von 0 auf 100 km/h. Für Offroad-Performance sorgen 33‑Zoll-Reifen in unterschiedlichen Gelände-Profilen sowie eine um 68 mm verbreiterte Spur an beiden Achsen. Verzögert wird vorn über eine 400‑mm Brembo-Bremsanlage.
Trotz aller Werkstuning-Maßnahmen darf auch der Octa 3,5 Tonnen an den schwenkbaren Haken nehmen. Optisch fällt das Topmodell durch verbreiterte, stärker ausgestellte Radhäuser, mehr Bodenfreiheit, ein neues Kühlergrilldesign zur besseren Kühlung sowie doppelflutige Auspuffendrohre links und rechts auf.
Das ganze Rallye-Ornat hat seinen Preis: Unter 187.600 Euro ist nichts zu wollen.
3. Mercedes-Benz GLS 63 4MATIC+
Mercedes-AMG krönt das Segment der Luxus-Riesen mit dem GLS 63 4MATIC+. Das SUV, oft als "S-Klasse fürs Grobe" bezeichnet, verbindet opulenten Raum für bis zu sieben Personen mit den Fahrleistungen eines reinrassigen Sportwagens. Mindestens 188.000 Euro rufen die Affalterbacher für dieses automobile Statement auf.
Unter der Motorhaube arbeitet der "einer-für-alles"- 4,0-Liter-V8-Biturbo, den ein 48-Volt-Mild-Hybrid-System unterstützt. Das Triebwerk wuchtet gewaltige 612 PS und 850 Newtonmeter Drehmoment auf die Kurbelwelle. Ein integrierter Startergenerator steuert beim Anfahren kurzzeitig 22 PS bei. Damit stürmt der rund 2,7 Tonnen schwere Koloss in 4,2 Sekunden auf Tempo 100. Erst bei 280 km/h (mit optionalem AMG Driver's Package) schiebt die Elektronik dem Vortrieb den Riegel vor.
Trotz der antriebsseitigen Wucht beherrscht der AMG-GLS auch das komfortable Federn ganz hervorragend. Das AMG-Luftfahrwerk mit aktiver Wankstabilisierung hält den Aufbau in schnellen Kurven waagerecht, ohne die Langstreckentauglichkeit zu opfern.
Der GLS 63 brüllt auf Knopfdruck zwar böse auf, bleibt im Kern aber ein unerschütterlicher Luxus-Gleiter. Kritik hagelt es meist nur für die ausladenden Dimensionen: Auf schmalen Straßen oder in städtischen Parkhäusern wirkt der 5,24 Meter lange SUV schlicht deplatziert.
Wer Großes vorhat, findet im GLS 63 das ultimative Zugpferd. Das XXL-SUV nimmt mühelos die maximal erlaubten 3.500 Kilogramm an den Haken. Dank des gewaltigen Drehmoments und des langen Radstands merken Fahrer selbst dreieinhalb Tonnen schwere Trailer kaum – der GLS zieht seine Fracht unaufgeregt und souverän ans Ziel. Das Assistenz-Arsenal lässt dabei ebenfalls keine Wünsche offen.
E-Zugwagen: 6 Stromer mit viel Leistung und echter Anhängelast
1. BMW i5 M60 xDrive
Auch bei den vollelektrischen Zugwagen hat BMW ein Ass: Der BMW i5 M60 xDrive darf als Limousine und als Touring 2.000 kg ziehen. Zwei E-Maschinen liefern zusammen 601 PS – auch mit maximaler Anhängelast mit sehr kräftigen Fahrleistungen.
Der 81,2‑kWh-Akku leidet bei hoher Last spürbar, die Reichweite kann auf rund 200 km sinken.
Preise: Limousine 100.200 Euro, Touring 102.200 Euro.
2. Cadillac Vistiq
Aus den USA kommt ein Exot: Der 5,20 m lange Cadillac Vistiq bringt amerikanisches Luxus-Gefühl in die elektrische SUV-Oberklasse. Sieben Sitze, drei Sitzreihen – und ein Einstiegspreis von 99.640 Euro, also klar auf Premium-Niveau.
Technik: Dual-Motor-Allrad, 623 PS (459 kW), 880 Nm, 102‑kWh-Akku. Im "Velocity Max"-Modus: 0–100 km/h in 4,1 s. Gelobt wird vor allem der Fahrkomfort; die Hinterachslenkung hilft im Alltag.
Wichtig fürs Ziehen:
- Anhängelast: 2.000 kg – allerdings nur als Sechssitzer (1.500 Euro Aufpreis)
Die Anhängerkupplung ist im Konfigurator allerdings nicht zu finden. Malus: AC-/Ladeangabe im Text wirkt widersprüchlich ("AC" vs. 130 kW) – zudem sind Bestellungen nur online möglich; in Deutschland gibt es derzeit nur zwei Cadillac-Stores (Hamburg, Frankfurt/Main).
3. Lamborghini Urus SE
Einen "Minischuss Vernunft" bekommt der Urus SE als Plug-in-Hybrid für rund 261.000 Euro. Ein E‑Motor unterstützt den Vierliter-V8: 800 PS und 950 Nm Systemleistung. Das drückt den Italiener in 3,4 s auf 100 km/h, Spitze: 312 km/h (schnellstes Urus-Modell).
Eine 25,9‑kWh-Batterie ermöglicht bis zu 60 km im E‑Modus. Trotz Hybridtechnik:
- Anhängelast: 3.500 kg
Hinweis: Der Urus Performante (Carbon-Diät) darf nichts ziehen.
4. Lotus Eletre und Lotus Emeya
Die einst britische, jetzt mehrheitlich chinesische Sportwagenmarke Lotus bricht mit den Elektro-Modellen Lotus Eletre und Lotus Emeya mit der klassischen Lotus-Leichtbau-Formel und startet gleichzeitig den Versuch, Fahrdynamik in die Welt der großen Elektro-SUV zu übersetzen. Entsprechend wirkt der Eletre weniger wie ein komfortables Familien-SUV, sondern wie ein sehr leistungsstarkes Tech-SUV mit sportlicher Grundabstimmung. Im Alltag steht dem ein als Fünfsfitzer großzügiger und varaibler Innenraum, viel Konnektivität und eine stark digitalisierte Bedienwelt gegenüber; die Inszenierung ist moderner und extrovertierter als bei etablierten Premium-SUV.
Der Eletre tritt mit Dual-Motor-Allradantrieb an. Der Eletre 600 leistet 612 PS (450 kW), der stärkere Eletre 900 gewaltige 918 PS (675 kW). Die Batteriekapazität liegt bei 112 kWh. Die Anhängelast beträgt 2.250 kg. Damit ist der Eletre kein reiner Lifestyle-Stromer, sondern grundsätzlich als Zugfahrzeug nutzbar. Ladestopps sollten dank immenser 350-kW-Ladeleistung kurz ausfallen. Die elektrisch schwenkende Anhängerkupplung kostet stolze 1.550 Euro, die zu Grundpreisen ab 99.990 (Eletre 600) und ab 145.990 Euro (900er)
Beim Emeya stülpt Lotus eine viertürige Gran-Tourismo-Limousinen-Karosserie über das Chassis des Eletre. Dementsprechend gleichen sich die technischen Daten inklusive der Anhängelast. Die Preise starten bei 107.990 Euro für den Emeya 600 GT und 145.990 Euro für den 900 Sport SE.
5. Porsche Cayenne
Porsche gliedert die Baureihe Cayenne in Verbrenner bzw. Hybride und die neuen vollelektrischen Cayenne-Modelle auf. In die 600-PS-Plus-Liga passen sowohl der Cayenne Turbo E‑Hybrid mit einer Systemleistung von 739 PS aus einem 599-PS-Vierliter-V8 und einem 176-PS-Elektromotor sowie die beiden Batterie-Boliden Cayenne S Electric und Cayenne Turbo Electric mit 666 respektive irrsinnigen 1158 PS, die allerdings nur im bei Anhängerbetrieb gesperrten Launch-Control-Modus anliegen. Alle drei Dürfen 3,5 Tonnen anhängen.
Der neue Porsche Cayenne Electric kombiniert modernster E-Performance mit Fahrkomfort. Der Cayenne Turbo Electric ist der stärkste Serien-Porsche und eine Sammlung von Extremen: 850 kW im Overboost, 1.500 Nm Drehmoment, 2,6 Tonnen Gewicht, 0–100 km/h in 2,5 s, 0–200 km/h in 7,4 s. Im Alltag sind noch immer 630 kW aktiv – das genügt für: 260 km/h.
Wir konnten den Cayenne Turbo Electric als Prototyp schon mit dem Kabe Imperial fahren – eine souveränere Fortbewegung mit schwerster Last am elektrisch schwenkbaren Haken ist kaum vorstellbar. Die Luftfederung mit vier aktiven Dämpfern ersetzt mechanische Stabilisatoren, wodurch der Aufbau beim Bremsen, Einlenken und Herausbeschleunigen sowie beim Ziehen auffällig ruhig bleibt. Dazu: eine ultrapräzise Lenkung.
Beim Verzögern holt der Cayenne bis zu 600 kW Energie zurück; die Ceramic Composite Brake bleibt so häufig arbeitslos. Der SUV lädt mit bis zu bis 400 kW, von 10–80 % ist der Akku damit in rund 15 Minuten; über 300 kW bis 50 % SoC sind laut Porsche üblich.
Das alles gibt’s natürlich nicht zum Spartarif: Der Turbo E-hybrid aus der "alten Welt" kostet ab 187.600 Euro. Die Electric-Modelle S und Turbo kosten ab 126.400 respektive 165.500 Euro.
6. Volvo EX90
Der Volvo EX90 in der stärksten Ausführung Twin Motor Performance ist ein siebensitziges Flaggschiff, das skandinavischen Minimalismus mit massiver Kraft von 500 kW (680 PS) und 870 Newtonmeter Drehmoment kombiniert. Als Grundpreis ruft Volvo in Deutschland 106.990 Euro auf. Unter dem Blech arbeiten zwei Hochleistungs-Elektromotoren, die das Allrad-SUV mit beeindruckenden Daten. Obwohl der Schwede fast 2,8 Tonnen auf die Waage bringt, katapultiert der elektrische Punch den Koloss in nur 4,2 Sekunden auf Tempo 100. Aus Sicherheitsgründen regelt Volvo die Höchstgeschwindigkeit markentypisch rigoros bei 180 km/h ab.
Ein massives 111-kWh-Akkupack im Unterboden verspricht Langstreckenqualitäten und Norm-Reichweiten von bis zu 615 Kilometern – ohne Anhänger, der 2,2 Tonnen schwer sein darf. Der EX90 Performance ist kein sportlichen Kurvenräuber, sondern flüsterleise Reise-Lounge. Die Fahrwerksabstimmung bügelt Unebenheiten souverän weg, während der auffällige Lidar-Sensor auf dem Dach als wachsames Auge für das hochkomplexe Sicherheits- und Assistenzsystem dient. Im Innenraum dominiert ein großer Hochformat-Screen mit flüssiger Google-Architektur.
Hier haben wir den Volvo EX90 gegen den KIA EV9 antreten lassen.
