Minimalistisches Design zum stolzen Preis
Der Allrad-Sprinter ist als Basisfahrzeug wie gemacht für Touren abseits ausgefahrener Straßen.
Marecamper setzt auf Klarheit: Mit ihrem ersten Sprinter-Ausbau schaffen sie ein autarkes Fahrzeug, das durch minimalistisches Design und funktionale Technik überzeugt.
Marecamper wagt den Sprung auf den Sprinter und baut, auch das ist für die Marke neu, gleich noch ein Bad ein. Sonst ist in dem sieben Meter langen Allrad-Campingbus aber die typische Identität der Marke zu erkennen: kein Technik-Wirrwarr und kein Bling-Bling. Stattdessen gibt es einen robusten Möbelbau mit viel Echtholz, eine gasfreie Ausstattung und üppige Energiespeicher, zumindest in der Ausstattungsvariante auf der CMT. Alles in allem erwarten die Campenden außen und innen viel Style und viel Unabhängigkeit von Gas und Netzstrom.
Bisher setzte Marecamper auf Kastenwagen von Fiat, MAN oder den VW Transporter. In Zukunft möchte der Vertrieb die Modelle der Marke Vikivan ins Marecamper-Portfolio übertragen, wozu auch Sprinter-Campingbusse gehören. Die fahren allerdings mit der etwas kompakteren Version von Mercedes vor, während der Marecamper Ausbau kompromisslos auf Sprinter 419 CDI mit 190 PS, Allradantrieb und ordentlicher Anhängelast setzt. Die Bodenfreiheit reicht auch für unbefestigte Wege. Serienmäßig rollen Grabber-Ganzjahresreifen auf robusten Felgen. Am Heck sitzt eine Anhängerkupplung für 2,8 Tonnen – bereit für Boot, Hänger oder Motorradtrailer.
Energieversorgung schafft Unabhängigkeit
Im Werk setzen die Ausbauer auf Klarheit. Ein kleiner Ecoflow-Solarspeicher bildet das Herz des Stromsystems. Er lädt per 190-Watt-Solarmodul, per Landstrom oder während der Fahrt. Ein Vorteil des 5 kVA Ecoflow-Power-Kits ist, dass es eine eigene Elektronik hat und somit keine Bordelektronik eingebaut werden muss. Aus diesem System kommt die Energie für das dimmbare LED‑Beleuchtungskonzept mit mehreren Lichtzonen. Zusätzlich sind auch Oberschränke und Stauraum optional mit eigener Beleuchtung ausgerüstet. Für Wärme sorgt eine fest eingebaute Hybrid-Standheizung. Die 100-Liter-Tanks für Frisch- und Abwasser sind beheizt und damit frostsicher. In der Küche gibt es ein Induktionskochfeld. Auf eine Gasanlage verzichtet Marecamper komplett. So bleiben die Campenden autark und zugleich wartungsarm. Wer freistehen will, kann es einfach tun.
Stylischer Möbelbau
Im Innenraum wirkt der Marecamper aufgeräumt. Die Möbel bauen die Schreiner in ruhigem Farbton, mit Holzflächen und klaren Linien. Auf modulare Spielereien verzichten sie. Wand- und Deckenflächen sind mit robustem, schallabsorbierendem Stoff ausgekleidet – das sorgt für eine wohnliche Akustik und unterstreicht den handwerklichen Charakter des Ausbaus.
Grundsätzlich gibt es den typischen Marecamper Grundriss. Hinten ein breites Doppelbett, das erst nachts voll aufgeklappt wird. Denn das Fußende legt sich über die Sitzgruppe: Zwei gegenüberliegende Bänke mit Rückenpolstern bilden den Wohnbereich. Ein Tisch schiebt sich dazwischen. Auf der Beifahrerseite ist die Sitzbank etwas länger. Gegenüber befindet sich auf der Fahrerseite die kompakte Küche mit Waschbecken und Induktionskochfeld.
Das Bad bringt Komfort, verknappt aber den Platz
