Gute Dusche, lautes Panoramafenster
Der Hobby Ontour Van 600 FT muss sich im Dauertest über mehrere Monate beweisen. Unser Redakteur Simon war damit nach Dänemark unterwegs.
Auf meiner Fahrt Richtung Dänemark war der Hobby Ontour Van 600 FT zunächst ein angenehmer Reisebegleiter. Mit 140-PS-Diesel, Achtgang-Automatik und Abstandstempomat reist es sich im 5,99 Meter langen Campingbus entspannt. Auch der Verbrauch bleibt mit durchschnittlich acht bis neun Litern Diesel moderat. Doch kurz vor dem Ziel leuchtete die Motorkontrolllampe auf. Was genau passiert ist, dazu später mehr.
Im Innenraum empfängt der Ontour Van seine Bewohner mit einem modernen, hellen Ambiente. Mattweiße Schrankklappen, helles Holzdekor und eine Deckenverkleidung in Filzoptik wirken freundlich und wohnlich. Der Möbelbau macht einen soliden Eindruck. Allerdings schließen die Klappen ohne Softclose, und die Gummikeder hinter den Ausschnitten sehen etwas altmodisch aus.
Der Grundriss folgt dem bekannten Schema
Halbdinette vorn, Küche an der Schiebetür, Bad gegenüber und ein Querbett im Heck. Besonders gut gefällt mir das Schwenkbad. Die Schwenkwand ersetzt den Duschvorhang und schafft eine ordentliche Duschkabine. Mit einer Grundfläche von 71 mal 47/55 Zentimetern bietet sie für einen Kastenwagen dieser Größe überraschend viel Platz. Die Stehhöhe im Bad fällt mit 1,86 Metern dagegen Ducato-typisch knapp aus.
Auch das Bett überzeugt zunächst. Die dreiteilige Matratze ist bequem, und die Liegefläche misst bis zu 193 Zentimeter. Da ich allein unterwegs bin, kann ich mit meinen 1,92 Metern diagonal schlafen. Das Seitenfenster am Bett kostet allerdings drei bis vier Zentimeter Liegelänge, weil Rahmen und Plissee in den Innenraum ragen. Für große Menschen ist das ärgerlich. Da das Fenster außerdem Aufpreis kostet, würde ich darauf verzichten.
Die Küche bietet ausreichend Stauraum und großzügige Ablageflächen. Der Kompressor-Kühlschrank lässt sich von beiden Seiten öffnen und läuft im Nachtmodus angenehm leise. Größere Töpfe passen jedoch nicht gleichzeitig auf die kompakte Kocher-Spülen-Kombination. Die Beleuchtung im Hobby steuert man teilweise über ein Panel an der Schiebetür. Daran muss man sich gewöhnen.
Viel Fahrkomfort
Unterwegs punktet der Ontour Van mit seinem angenehmen Reisekomfort. Automatik und Abstandstempomat erleichtern lange Etappen deutlich. Das Panoramafenster über dem Fahrerhaus schafft zwar viel Licht und Kopffreiheit, verursacht aber ab etwa 100 km/h erhebliche Windgeräusche. Mitunter knackt die große Scheibe durch Verspannungen. Für rund 2.500 Euro würde ich dieses Extra deshalb nicht bestellen.
Und was wurde aus der Fahrt nach Dänemark?
Eine Diagnose in der Werkstatt im Hobby-Werk bei Rendsburg brachte die Ursache ans Licht: Die Wasserpumpe des Motors war defekt. Nach dem Austausch lief der Van wieder einwandfrei. Ein einzelner Defekt – noch dazu am Basisfahrzeug und nicht am Hobby-Ausbau – entscheidet zwar nicht über die gesamte Qualität des Dauertestfahrzeugs. Er gehört aber zur ehrlichen Bilanz.
