Dacia Hipster kommt mit 90 km/h und 15 kW
Dacia peilt für den Hipster einen Einstiegspreis um 11.000 Euro an – und will ihn in China bauen. Was die L7e-Einstufung im Alltag bedeutet, zeigt ein Fakten-Check für City, Pendelstrecken und Familie.
Der Dacia Hipster ist als L7e-Leichtfahrzeug geplant, also als "schweres Vierradmobil" unter EU-Regeln für Quadricycles. Das setzt harte Grenzen: höchstens 15 kW Leistung, maximal 90 km/h und maximal 450 kg Leergewicht ohne Batterie.
Diese Limits ordnen den Hipster klar als Stadt-EV ein. 90 km/h reichen für Stadtring und Landstraße, wirken aber im Mischverkehr wie eine eingebaute "Tempo-Kappe".
Wichtig für Deutschland: L7e ist nicht die normale Pkw-Klasse M1. Das kann die Zulassung und die Sicherheits-Erwartung verändern, weil solche Fahrzeuge nicht nach Pkw-Maßstäben entwickelt werden müssen.
Pendler und Familien im Fokus
Dacia zeigte ein Konzept des Hipster als Viersitzer auf nur 3,00 Meter Länge. Dazu nennt der Hersteller einen variablen Kofferraum von 70 bis 500 Litern, je nach Sitzkonfiguration.
Für kurze Alltagswege zielt Dacia auf Einfachheit: Smartphone-Dock statt großem Infotainment und YouClip-Befestigungspunkte für Zubehör. Beim Thema Kindersitz ist ein Isofix-System vorgesehen.
Beim Schutz hebt Dacia im Konzept zwei Frontairbags hervor. Trotzdem bleibt der Hipster wegen der L7e-Klasse eher ein Zweitwagen-Kandidat, nicht der Ersatz für ein vollwertiges Familienauto.
Preisziel und Konkurrenzdruck
Als Zielmarke für Großbritannien werden rund 9.500 Pfund genannt, umgerechnet etwa 11.000 Euro. Dacia hat den Produktionsstart noch nicht offiziell bestätigt; laut Stand der Planungen fehlt nur die finale Management-Freigabe.
Gebaut werden soll ab 2027 in Shiyan in China, dort lief bis Juli 2026 die Fertigung des Dacia Spring der ersten Generation. Das Werk gehört zum Joint Venture eGT New Energy Automotive; Renault nennt als Argument niedrige Kosten und Innovationsfähigkeit, außerdem eine Kapazität von 45.000 Fahrzeugen pro Jahr.
Im L7e-Umfeld wäre der Preis besonders aggressiv: Ein Microlino kostet in Deutschland je nach Version deutlich mehr, und ein XEV Yoyo liegt mit knapp 16.000 Euro ebenfalls darüber. Genau deshalb dürfte beim Hipster jeder Euro an Material und Technik zählen – Dacia will dafür möglichst viele Komponenten des bisherigen Dacia Spring wiederverwenden.
