Erneuerung der Tauchpumpe in 6 Schritten
Ob nun ein Defekt die Wasserpumpe außer Gefecht setzt oder mehr Druck in der Dusche gewünscht wird – der Tausch der Tauchpumpe ist einfach, wenn man weiß, was man tut. promobil testet und gibt Entscheidungshilfe.
Das Frühjahr bringt es an den Tag. Regelmäßig, wenn um Ostern die Campingsaison startet, registrieren Pumpenhersteller einen sprunghaften Anstieg der Bestellungen. Der Grund: Alljährlich verenden im Winter etliche Wasserpumpen am Frost. Meist deshalb, weil der Frischwassertank vor dem Abstellen des Mobils nicht gründlich genug entleert wurde. Doch auch aus anderen Gründen kann eine Pumpe Schaden nehmen. Damit Ihnen das nicht passiert, geben wir in dieser Geschichte einige Tipps. Wobei es hier um die vielfach verwendeten Tauchpumpen geht, die direkt im Tank hängen.
Warum Tauchpumpen im Campingalltag so beliebt sind
Ein Hauptgrund für deren Verbreitung: Tauchpumpen sind deutlich günstiger als die komplexer gebauten Druckpumpen. Außerdem arbeiten sie in der Regel leiser und vibrationsärmer. Ein weiterer Vorteil ist die Leckagesicherheit, weil das System an sich drucklos ist, wenn die Pumpe nicht läuft.
Eine Druckpumpe dagegen will den Wasserdruck im System stets konstant halten; gibt’s in einer Leitung oder an einer Verbindungsstelle eine Undichtigkeit, fördert sie unter Umständen einfach weiter – im blödesten Fall, bis der Tank leer und das Wasser dahin geflossen ist, wo es garantiert nicht hinsoll. Wenn also eine Druckpumpe bei geschlossenen Armaturen immer oder ungewohnt lange weiterläuft: Schnell abschalten und nach der Ursache forschen.
Was viele nicht wissen: Die Fördermenge einer Tauchpumpe ist keineswegs niedriger als bei einer Druckpumpe. Zwar ist der Wasserdruck bei Druckpumpen üblicherweise höher, die Literleistung je Minute aber oft sogar geringer. Bleibt ein Nachteil der Tauchpumpe: der höhere Installationsaufwand, denn die Pumpe muss von einem Mikroschalter in der Armatur aktiv ein- und ausgeschaltet werden. Es braucht also spezielle Armaturen mit Schalter und auch die entsprechenden Stromleitungen vom Hahn zur Pumpe.
Lebensdauer und typische Schwachstellen von Tauchpumpen
Weil der Austausch der Pumpe vergleichsweise einfach ist, nehmen viele Camper Ersatz einfach mit auf Reisen – und es scheint, als wirke allein das schon wie eine Art Talisman. An sich sind Tauchpumpen durchaus langlebige Produkte. 400 bis 700 Betriebsstunden sind je nach Motor absolut üblich. Pumpen mit stärkeren Motoren sind etwas mehr belastet, schwächere halten eher länger. Hochgerechnet aufs Campingleben sind reichlich 15 Jahre und mehr drin.
Dennoch treten bisweilen Defekte auf. Hauptausfallursache ist, wie erwähnt, der Frost. Daher ist es eminent wichtig, den Tank bei Nichtgebrauch im Winter restlos zu leeren und am besten auch die Pumpe selbst etwas auszuschütteln.
Defektursache Nummer 2 ist Trockenlauf. Fehlt das kühlende Medium Wasser, läuft das Pumpenrad heiß und geht früher oder später fest. Pumpen mit einem kleinen Fettdepot am Flügelrad, etwa Pumpen von Reich, halten länger (bis zu einer Stunde) durch, doch irgendwann ist das Schmiermittel aufgebraucht.
Daher stellt man die Pumpe bei Nichtgebrauch am besten stromlos, etwa mit dem oft vorhandenen eigenen Schalter am Kontrollbord oder aber mit dem Hauptschalter für den Bordstrom. Ebenfalls schaden können der Pumpe eingesaugte Fremdkörper. Blockieren ein Sandkorn, Haare oder Kalk längere Zeit das Flügelrad, brennt irgendwann der Motor durch. Achten Sie also erstens auf Sauberkeit im Tank und wählen Sie zweitens ein Pumpenmodell mit einem kleinen Vorsieb vor dem Wassereinlass.
Wann ein Pumpentausch sinnvoll ist
Sowohl Defekte als auch zu wenig Wasserdruck sind Gründe für den Pumpentausch. Reisemobilhersteller greifen ab Werk nicht immer zur obersten Leistungsstufe. Eventuell reicht also der Druck in der Dusche nicht aus, das Shampoo aus den Haaren zu spülen. Ist das der Fall, prüfen Sie jedoch zunächst einmal, ob eventuell Plus- und Minus-Anschlüsse vertauscht sind. Interessanterweise fördert eine Tauchpumpe nämlich auch dann Wasser zur Armatur, nur eben deutlich weniger (so auch im Test).
Ist die Polung bereits korrekt, kann ein Tausch der Pumpe für mehr Druck sorgen. Abwägen sollte man aber, dass eine höhere Fördermenge natürlich auch den Frischwassertank schneller leert; bei kleineren Tanks (unter 100 L) fällt das mehr ins Gewicht als bei größeren. Eine stärkere Pumpe lässt sich in der Regel sehr einfach installieren. Überlastung für Armaturen und Leitungen droht jedenfalls nicht; sie sind auf Drücke zwischen drei und fünf bar ausgelegt.
Was eine stärkere Pumpe bringt, haben wir beispielhaft an vier verschiedenen Modellen von Reich getestet. Die Marke Comet führt ein ähnliches Sortiment. Die Pumpen im Test unterscheiden sich in Druck und Förderleistung – von 0,5 bar und 14 l/min bis 2,1 bar und 25 l/min – sowie in der Größe. Das technische Prinzip ist jedoch identisch.
Tandempumpe, Powerpumpe und Co.: Was bringt wirklich Vorteile
Eine Reich-Besonderheit ist die Tandempumpe. Sie enthält zwei in Reihe geschaltete, kleinere Motoren. Diese erhöhen im Duett die Leistung und laufen dabei leiser als eine ähnlich starke Monopumpe. Ein weiterer Vorteil: Wenn ein Motor ausfällt, pumpt der andere weiter, jedoch mit geringerem Druck. Sie hat sich im Test und über einen längeren Zeitraum als spürbare Verbesserung, verlässlich und bester Kompromiss aus Förderleistung und Betriebsgeräusch bewährt. Die Tandempumpe ist zwar deutlich größer und länger, passt aber dennoch durch übliche Tanköffnungen. Die stärkste Pumpe im Test ist die Power Jet Plus. Sie liefert die höchste Förderrate und eignet sich vor allem für Systeme mit langen Leitungen und "Großverbrauchern" wie einer Regendusche. Neben dem druckvollen Strahl fällt aber auch das vernehmliche Arbeitsgeräusch auf.
Eine stärkere Pumpe bringt also in vielen Fällen Verbesserung; sie ist jedoch nicht allein dafür verantwortlich, wie viel Wasserdruck an der Armatur ankommt. Dieser wird maßgeblich auch von Leitungslänge und -abzweigungen beeinflusst. Verengungen, etwa durch Schlauchverbinder, Ventile und T- statt Y-Stücke, reduzieren ebenso den Durchfluss. Sofern man da gut herankommt, lässt sich die Situation eventuell konstruktiv optimieren.
Wo die Leitung vom Tank zur Duschbrause sehr lang ist oder wo Zapfstellen weit auseinanderliegen, hilft gegebenenfalls eine Verstärkerpumpe als Ergänzung. Sie wird direkt in die entsprechende Zuleitung eingeschleift und erhöht Druck und Durchflussmenge an der Zapfstelle. Über die Ausgangsleistung der Hauptpumpe hinaus geht allerdings auch die Verstärkerpumpe nicht, da sie naturgemäß nur verarbeiten (boosten) kann, was bei ihr ankommt. Da ebenfalls mikroschaltergesteuert, muss auch zur Boosterpumpe ein Stromkabel geführt werden; die Installation ist also in der Regel ein Fall für die Fachwerkstatt.
Rückschlagventile: kleines Bauteil mit großer Wirkung
Ein wichtiges Bauteil eines Tauchpumpensystems ist das Rückschlagventil. Es verhindert, dass Wasser zurück in den Tank fließt, und hält die Leitung gefüllt. So fließt beim Öffnen der Armatur sofort Wasser. Bei Pumpen älterer Bauart war es häufig aufgeschweißt und muss dann gemeinsam mit der Pumpe getauscht werden. Dann lohnt es sich, über ein Uni-Quick-Rückschlagventil von Reich nachzudenken.
Auf dieses kann die Pumpe einfach aufgesteckt und mit einem Sicherungsring fixiert werden, was einen etwaigen späteren Pumpentausch werkzeuglos möglich macht. Vor dem Frost sollte man Sorge tragen, dass auch in der Steigleitung oberhalb des Rückschlagventils kein Wasser stehen bleibt. Um die Leitung zu leeren, sollte man nach dem Ablassen des Tanks daher entweder die Pumpe kurz laufen lassen oder aber das Rückschlagventil lösen und das Wasser aus der Leitung laufen lassen.
In 6 Schritten die Tauchpumpe im Wohnwagen austauschen
1. Die alte Pumpe kann einfach aus dem Tank gehoben werden.
2. Die Stromkabel lösen und den Wasserschlauch vom Deckel ziehen. Fertig ist der Ausbau.
3. Auf der neuen Pumpe, einer Reich Powerjet Plus mit 2,1 bar Druck und 25 Liter/Min. Fördermenge (rund 50 Euro), montieren wir ein Rückschlagventil – so läuft das Wasser nicht zurück in den Tank, wenn die Hähne geschlossen sind, und kommt beim erneuten Öffnen sofort aus dem Hahn – und einen Uni-Quick-Rohrverbinder. Bei diesem System können spezielle Rohre einfach, schnell und dicht zusammengesteckt werden.
4. Die Pumpe samt zurechtgeschnittenem Anschlussrohr kommt wieder in den Tank und sollte dabei knapp über dem Boden hängen, um störende Resonanzen zu verhindern.
5. Danach die Stromkabel richtig gepolt montieren und alle Verbindungen der Schläuche festziehen.
6. Nach gut 15 Minuten ist der Pumpentausch erledigt und ein schöner, klar definierter Wasserstrahl kommt aus den neuen Armaturen.
