Wenn Allrad nicht alles besser macht
Als GT-Line überzeugt der Sportage vor allem mit komfortablem Fahrwerk, viel Platz und einfacher Bedienung.
Den kürzlich gelifteten SUV gibt’s auch mit einem, nun, historischen Antrieb. Eine gute Idee? Klären wir im Test.
Allrad, 180 PS, Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe, alles ganz ohne mildhybride Unterstützung? Wo gibt’s denn so was? Na, beim Kia Sportage 1.6 T-GDI. Mit ein Grund für den reinen Verbrenner-Antrieb: Die moderne Variante mit 239 PS Systemleistung und zusätzlichem E-Motor im Getriebegehäuse kostet rund 3400 Euro mehr. Wobei der Hybrid dennoch eine Probefahrt verdient hätte, denn unser Testwagen fährt im Start-Stopp-Betrieb in der Stadt zögerlich und teils ruppig an. Erst in den höheren Gängen wechselt das Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe seine Fahrstufen deutlich flüssiger und entschlossener.
Fahrverhalten und Verbrauch
So richtig voran geht der Kia dennoch nicht. Der Null-hundert-Wert ist für einen SUV mit 180 PS nicht unbedingt bemerkenswert. Gleichfalls nicht die erhöhten Verbräuche des kleinen Vierzylinders, der auf der Autobahn zudem mitunter kräftig dröhnt. Bei rutschigen Straßenverhältnissen hingegen wirkt sich der Teilzeit-Allradantrieb mit enormem Grip und cleverer Kraftverteilung positiv aus. Selbst mit abgeschalteter Traktionskontrolle scharrt der SUV praktisch nie mit den Vorderrädern. Und geht es wirklich nicht mehr vorwärts, lässt sich die Kraftverteilung auch per Taste am Lenkrad fifty-fifty verteilen.
Eine Bergabfahrhilfe wäre auch noch zugegen, angesichts seiner nur 17 Zentimeter Bodenfreiheit zählt der meistverkaufte SUV der Koreaner dennoch nicht zu den Geländewagen erster Wahl.
Ein Allrounder für alle Tage
Für längere Fahrten auf öffentlichen Straßen verdient der Sportage als GT-Line dagegen ein Empfehlungsschreiben. Bei der teuren Topversion sorgt ein aufwendiges Fahrwerk mit elektronisch geregelten Adaptivdämpfern für einen ruhigen Aufbau und einen insgesamt harmonischen Federungskomfort. Frisch an Bord sind feinere Stoffe, weichere Kunststoffe und ein sachlich gehaltenes Head-up-Display.
An der tastenbasierten Bedienphilosophie und dem großen Platz- und Laderaumangebot ändert sich mit der Modellpflege nichts. So bleibt der Sportage ein unkomplizierter und familientauglicher SUV.Nettes Detail zum Abschluss: Teleskopdämpfer für die Motorhaube kosten 95 Euro extra. Das gibt’s auch nicht überall.
