Mercedes erhält Strafe nach Akku-Brand in Südkorea
Die südkoreanische Wettbewerbsbehörde hat gegen Mercedes-Benz eine Geldstrafe wegen irreführender Angaben zu Batteriezellen in Elektroautos verhängt.
Nach Angaben der Korea Fair Trade Commission (KFTC) muss der Hersteller 11,2 Milliarden Won zahlen. Das entspricht umgerechnet rund sieben Millionen Euro. Die Behörde wirft dem Unternehmen vor, Käufer nicht vollständig über den tatsächlichen Batterie-Lieferanten einiger Elektroautos informiert zu haben. Betroffen sind Fahrzeuge der Modelle EQE und EQS, die in Südkorea verkauft wurden.
Untersuchung nach Fahrzeugbrand gestartet
Auslöser der Untersuchung war ein Brand eines EQE im August 2024 in einer Tiefgarage in der Stadt Incheon. Nach den Ermittlungen stellten Behörden fest, dass in dem betroffenen Fahrzeug Batteriezellen des chinesischen Herstellers Farasis Energy verbaut waren.
Die Wettbewerbsbehörde prüfte daraufhin Marketingunterlagen sowie interne Händlerleitfäden des Herstellers. Nach Angaben der KFTC wurden darin vor allem Batterien des Herstellers CATL hervorgehoben. Gleichzeitig fehlte der Hinweis, dass ein Teil der Fahrzeuge mit Batteriezellen eines anderen Lieferanten ausgestattet war.
Nach Darstellung der Behörde hätten Händler die Fahrzeuge deshalb mit der Technik des weltweit größten Batterieherstellers CATL beworben. Dass einzelne Fahrzeuge Batteriezellen von Farasis Energy enthielten, sei in den Verkaufsunterlagen nicht ausdrücklich erwähnt worden.
Rund 3.000 Fahrzeuge mit Farasis-Batterien verkauft
Nach Angaben der Ermittler wurden zwischen Juni 2023 und August 2024 in Südkorea etwa 3.000 Fahrzeuge mit Batteriezellen von Farasis Energy verkauft. Der Gesamtwert dieser Verkäufe lag laut Behörden bei rund 281 Milliarden Won. Das entspricht etwa 191 Millionen US-Dollar beziehungsweise rund 176 Millionen Euro.
Die nun verhängte Geldstrafe entspricht nach Angaben der Wettbewerbsbehörde rund vier Prozent des Umsatzes mit diesen Fahrzeugen. Nach südkoreanischem Recht ist dies die maximal mögliche Sanktion für unlautere Geschäftspraktiken.
Neben der Geldstrafe wurde der Fall auch an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet. Nach Angaben der Behörde könnten sowohl die deutsche Konzernzentrale als auch die südkoreanische Tochtergesellschaft in die Erstellung und Verbreitung der Verkaufsunterlagen eingebunden gewesen sein.
Mercedes widerspricht der Entscheidung
Mercedes-Benz Korea erklärte laut der Nachrichtenagetur Reuters, man respektiere die Entscheidung der Wettbewerbsbehörde, sei jedoch mit der endgültigen Bewertung nicht einverstanden. Das Unternehmen kündigte an, rechtliche Schritte zu prüfen und gegebenenfalls eine Verwaltungsklage einzureichen.
Nach Darstellung des Unternehmens habe man sowohl Medien als auch Kunden korrekte Informationen zu den Fahrzeugen und deren Technik zur Verfügung gestellt.
Die Wettbewerbsbehörde kündigte an, künftig stärker darauf zu achten, dass Hersteller in Verkaufsunterlagen alle Informationen bereitstellen, die für Kaufentscheidungen von Bedeutung sein können.
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