Luxusautos für den Steuerbetrug
Eine Gruppe mutmaßlicher Betrüger wurde gefasst. Durch ein komplexes Konstrukt hatten sie mit Luxusautos viele Millionen an Steuern hinterzogen. Auf dem Polizei-Parkplatz stehen nun mehrere Millionen Euro in Form exklusiver Sport- und Luxuswagen.
Ein von der Europäischen Staatsanwaltschaft (Eppo) koordinierter Schlag gegen ein weitverzweigtes Betrüger-Netzwerk führte am 04. März 2026 zu mehreren Razzien. Unter anderem bei den mutmaßlichen Köpfen der Organisation, zwei Luxusauto-Händlern in Berlin und dem nordrhein-westfälischen Iserlohn. Dort wurde das gesamte Inventar an Fahrzeugen beschlagnahmt. Darunter klangvolle Namen wie Ferrari SF90 Spider, 12Cilindri, mehrere Lamborghini Urus Performante, Rolls-Royce Cullinan Black Badge, Mansory Venatus, diverse AMG-G-Klassen, Porsches, Audis und BMWs. Allein der Wert der Fahrzeuge beläuft sich auf mehrere Millionen Euro. Höher ist nur die geschätzte Summe des durch die Betrüger verursachten Steuerschadens von mehr als 100 Millionen Euro.
Was passiert mit den Autos nach dem Verfahren?
Die Betrugsmasche ist den Ermittlern als sogenanntes "Umsatzsteuerkarrussell" bekannt. Dabei werden Steuerzahlungen über Briefkastenfirmen vermieden und an anderer Stelle lassen sich die Beteiligten wiederum Beträge erstatten. Laut Eppo erstrecken sich die zur Last gelegten kriminellen Aktivitäten über einen Zeitraum von 2017 bis 2025. Mehr als 1.000 Ermittler waren an der großangelegten Aktion gegen den Betrügerring beteiligt, die auch in Österreich, Bulgarien, Kroatien, Tschechien, Ungarn, Italien, Polen und der Slowakei zu Durchsuchungen geführt hat, wie der Spiegel berichtet.
Bleibt die Frage, was nun eigentlich mit den beschlagnahmten Autos passiert. Zunächst sind sie Beweismittel in einem laufenden Verfahren und werden so lange von den Behörden verwahrt. Sollten die ursprünglichen Eigentümer verurteilt werden, gehen die Autos in den Besitz des Staates über. Das bedeutet nicht, dass die Berliner Polizei dann künftig mit einem SF90 Spider auf Streife geht. Die Autos werden über die öffentliche Auktionsplattform Zoll-Auktion versteigert und der Erlös wird dazu verwendet, den Steuerschaden abzumildern und die Verfahrenskosten zu decken.
