„Der netteste Polizeieinsatz des Jahres“
Manche Menschen wollen den Everest besteigen. Andere schwimmen den Ärmelkanal durch. Und dann gibt es Jasonlegal – der hat sich entschieden, so lange wie möglich im Kreisverkehr zu fahren. Klingt simpel. Wurde es nicht.
Der aktuelle Weltrekord im Kreisverkehrfahren liegt bei rund 1.200 Runden – dokumentiert von einem einzigen, mutigen (oder leicht wahnsinnigen) YouTuber, den Jason als einzigen "Legit Run" (also authentischen Lauf) im Internet gefunden hatte. Alles andere? "Low quality Videos, die ich nicht glaube, dass die legit sind." Der Plan war also klar: Ran an den Kreisverkehr, Kamera an, Weltrekord brechen – und das alles auf einem Motorrad im Industriegebiet von Umkirch bei Freiburg. Kein Verkehr, kaum Menschen. Perfekt, dachte er.
Das Video dazu gibt es auf dem YouTube-Kanal Jasonlegal – und es hat sich mit über 110.000 Aufrufen zu einem der unterhaltsamsten Clips des Jahres entwickelt.
Der Start: Voller Optimismus, tauber Füße
Mit breiter Brust und laufender Kamera rollte Jason in seinen Kreisverkehr. Die Energie: ungebrochen. Der Vibe: Champion. Die ersten Probleme ließen sich allerdings nicht lange bitten.
Bereits nach wenigen Minuten gabs die ertsen Probleme: "Mein Fuß schläft ein", kommentierte er sachlich, während er weiter Runde um Runde drehte. Kurz darauf folgte das nächste Körperteil: "Am meisten merke ich gerade wirklich meinen Po."
Dazu kam das kleine Problem mit dem Zählen. Jason hatte sich vorgenommen, die Runden mitzuzählen. Das klappte – bis es nicht mehr klappte. "Ich habe seit 6 Minuten nicht mehr gezählt, glaube ich", gestand er irgendwann. Seine Strategie: einfach hoffen, dass es am Ende reicht. Optimismus als Weltrekordstrategie. Respekt.
Immerhin hatte er sich vorher Gedanken gemacht: Als limitierende Faktoren hatte er den Kameraakku und das Pinkeln identifiziert. Spoiler: Es kam anders.
Das Publikum: Ungebetene Zuschauer von überall
Schnell zeigte sich, dass ein Industriegebiet doch nicht so menschenleer ist, wie erhofft. In einem Bürogebäude direkt am Kreisverkehr lief ein Meeting – und die Teilnehmer hatten offenbar wenig Interesse an ihrem Tagesordnungspunkt, dafür umso mehr an dem Motorradfahrer, der da draußen seine Kreise drehte. "Die beobachten mich die ganze Zeit", stellte Jason fest. "Vielleicht macht's ja Spaß."
Und dann kam der Mann. Ein Anwohner, sichtlich nicht amüsiert, stellte sich auf die Straße und forderte Jason auf, das Treiben zu beenden. Jason, noch voller Tatendrang, antwortete auf die Frage, wie lange er noch brauche, mit entwaffnender Ehrlichkeit: "Noch 2–3 Stunden." Die Antwort des Mannes: "Nee, vergiss es." Dann rief er die Polizei.
Die Polizei: Stars des Videos
Was dann passierte, machte den Clip endgültig zur Legende. Die Beamten trafen ein, hörten sich die Situation an – und reagierten mit einer Mischung aus Professionalität und kaum verborgenem Schmunzeln.
Einer der Beamten eröffnete das Gespräch mit dem Satz: "So, die Meldung ist komisch. Hier fährt jemand seit einer Stunde im Kreis herum." Ja. Genau das tat er.
Dann wurde es offiziell: Das Ganze sei eine Ordnungswidrigkeit nach §30 StVO – "unnötiges Hin- und Herfahren". Jason, nun abgestiegen, nickte verständnisvoll. Der Beamte fragte sogar interessiert nach: "Wo liegt der Weltrekord?" – "1.200 Runden." – "Also die Hälfte hättest du jetzt gehabt." Ja. Hatte er. Leider.
Da Jason kooperativ war, niemanden gefährdet hatte und der Beamte wohl insgeheim Sympathie für das Projekt hegte, gab es laut Polizei keine Geldstrafe – nur eine Verwarnung. Das angekündigte Bußgeld von rund 100 Euro blieb aus. Der Kommentarbereich des Videos fasste die allgemeine Stimmung treffend zusammen: "Netteste Polizei, die ich je gesehen habe."
Das Fazit: Gescheitert, aber legendär
Nach rund zwei Stunden und geschätzten 600 Runden – exakt die Hälfte des Weltrekords – war der Versuch beendet. Jason verabschiedete sich mit den Worten: "So sollte jede Polizeikontrolle immer ablaufen. Heilige Scheiße, war die sympathisch."
Der nächste Versuch ist bereits angekündigt – wenn weniger gestresste Büroangestellte durchs Fenster schauen. Die Community hat schon mitgedacht: "Evtl. mit Elektro + Sonntags" lautet der meistgelikte Ratschlag.
