Audi A7, Jaguar XF und Mercedes CLS bieten mit ihren flachen Dächern Alternativen zu herkömmlichen Oberklasse-Limousinen.
Audi A7, Jaguar XF und Mercedes CLS bieten mit ihren flachen Dächern Alternativen zu herkömmlichen Oberklasse-Limousinen.
Mit aufgeladenem Sechszylinder unter der Fronthaube entsprechen die drei einer rollenden Quersumme aus Schnelligkeit, Platz, Reisekomfort - und ganz viel Luxus.
Bei den Fahrleistungen schenken sich die Kontrahenten nur sehr wenig. Kein Wunder, besitzen alle drei mit aufgeladenem V6 und fast identischer Leistung ähnliche Voraussetzungen.
Antriebsluxus sichtbar gemacht: Unter allen drei Motorhauben zeigt sich ein Sechszylinder. Audi und Jaguar laden per Kompressor auf, beim CLS boosten zwei Turbos.
Mercedes CLS400 4Matic: Bei Bedarf sehr schnell - aber immer würdevoll gelassen.
Der Mercedes ist genauso schnell wie der Audi und der Jaguar - und nötigt dem Fahrer am wenigsten Anstrengung ab.
Die Dynamik-Prüfungen erledigt der CLS 400 mit der leicht überheblichen Gelassenheit, die häufig Adligen zugeschrieben wird. Gleichmütig umrundet er Pylonen wie Kurven, lässt sich auch durch Lastwechsel nicht aus dem Tritt bringen.
Der 3,5-Liter säuselt meist nur bassig und schiebt dabei den CLS 400 4Matic vehement vorwärts; weder im Audi noch im Jaguar wirkt das Schnellfahren ähnlich souverän.
Audi A7 3.0 TFSI Quattro: Luxus kombiniert mit Praxistauglichkeit dank Fließheck-Kofferraum.
Im Vergleich zum Mercedes und zum Jaguar offenbart das Fahrwerk des A7 ein wenig zu viel sportliche Härte. Selbst im Komfort-Modus dringen zu viele Unebenheiten zu den Passagieren durch.
Man könnte meinen, dass das harte Fahrwerk dem Audi ein gewissen Vorteil bei der Fahrdynamik verschafft. Allerdings trübt die synthetische Lenkung auch hier das Bild ein wenig. Es fehlt der direkte Draht zur Vorderachse.
Der Kompressor-V6 im Audi überzeugt mit souveräner Kraftentfaltung.
Jaguar XF 35t Prestige: Sportliche Ergonomie, aber weniger Flair als erwartet.
Jaguar hatte zum Zeitpunkt des Vergleichs leider keine 4x4-Version des XF 35t verfügbar. Dieser prinzipbedingte Traktionsnachteil manifestiert sich schon darin, dass der XF beim schnellen Ausweichen deutlich mit dem Heck drängt - andererseits dadurch auf der Landstraße leichtfüßig wirkt.
Hier spielt er auch seinen deutlichen Gewichtsvorteil aus, verbeißt sich die aufwendig geführte Vorderachse in der Ideallinie und lässt sich über die fein ansprechende Lenkung präzise dirigieren.
Der Kompressor-V6 des XF benötigt hohe Drehzahlen, um mitzuhalten, stemmt sein maximales Drehmoment erst bei 4.500/min auf die Kurbelwelle. Ganz im Sinne eines Sportmotors posaunt der Jaguar seine 340 PS bei 6.500/min heraus.
Alle drei nehmen Kurven gelassen und auf Wunsch sehr schnell.
Serienmäßig kommt der CLS (wie übrigens auch der A7) als Viersitzer.
In Sachen Innenraum-Anmutung hat Mercedes zumindest beim CLS zu Audi aufgeschlossen, die Verarbeitung ist erstklassig.
Die Instrumente im CLS sind im Gegensatz zur neuen E- und S-Klasse noch analog und klassisch gestaltet. Passt sowieso besser zum gediegenen Auftritt des Stuttgarters.
Bei den Helferlein und Unfallvermeidern fährt der Mercedes CLS praktisch das Angebot der S-Klasse auf und verschafft sich hier ein sattes Punktepolster.
Das adaptive Luftfahrwerk des Mercedes sorgt für den perfekten Mix aus Sport und Komfort - absolut oberklassig.
Die ausladenden Ledersitze im Mercedes sind ebenfalls wesentlicher Bestandteil des erhabenen Wohlfühl-Charakters.
Der Fond ist sehr breit, aber niedrig - Auswirkung der coupéhaften Dachlinie.
Der Audi A7 geht mit seiner großen Heckklappe in dieser Klasse einen eigenwilligen Weg.
Auf hohem Niveau zeigt sich das Infotainment-System des Sportback. Audi wie Mercedes gehen bei der multimedialen Vernetzung in die Vollen, lassen ihre Nutzer koppeln, streamen und hotspotten.
Gut, dass die Cockpits dennoch nicht allzu sehr nach Digitalisierung aussehen, das wäre nicht standesgemäß.
Das große Zentraldisplay ist versenkbar und integriert sich im ausgeschalteten Zustand somit harmonisch in das Armaturenbrett.
Praktisch: Seitliche Parkkameras.
Als einziger im Test ist der A7 mit einem Doppelkupplungsgetriebe unterwegs. Wesentliche Vorteile bei Fahrleistungen und Verbrauch bringt ihm das jedoch nicht.
Liebe zum Detail zeigt sich in den ausfahrbaren Hochtönern des optionalen Soundsystems.
Ähnlich gut wie im Mercedes: Die Sitze im Audi.
Die dreisitzige Rücksitzbank im Audi kostet optional. Die abfallende Dachlinie sorgt auch hier für leichte Probleme bei der Kopffreiheit.
Durch seine steife Alu-Karosserie wiegt der Jaguar mit 1.787 kg am wenigsten und unterbietet den Mercedes um 69 kg und den Audi sogar um 118 kg.
Der XF ahmt die Ergonomie eines Sportwagens nach, reflektiert sozusagen die gute alte Zeit, als ein Jaguar seinen Fahrer kompakt ins Cockpit integriert hat. Cosy, gemütlich und intim soll der Innenraum sein. Leider stimmt die Qualität nicht zu hundert Prozent.
Klar gezeichnete Instrumente mit zentralem Infodisplay.
Jaguar hat bei der Bedienung des Infotainments generell Handlungsbedarf erkannt. Wer jetzt bestellt, soll bereits das neue System namens InControl Touch Pro erhalten. Der Testwagen hat noch das alte System an Bord.
Nach wie vor ist der beim Motorstart ausfahrende Getriebe-Drehregler eine Besonderheit, nicht aber die Auswahl der Materialien.
Die Sitze sorgen für eine gute Integration des Fahrers in das Chassis des Jag.
Die Sitze sind etwas straff gepolstert, bieten aber viel Beinauflage.
Beim Testverbrauch hat der Mercedes mit 10,7 l/100km, die Nase vor dem Audi A7 mit 11,1 l/100km und dem Jaguar mit 11,6 l/100km.
In dieser Klasse mittlerweile Standard - moderne Voll-LED-Scheinwerfer.
520 Liter fasst der Laderaum des Mercedes. Der Schwabe besitzt damit das geringste Ladetalent.
Natürlich leuchtet auch der A7 mit LED-Technik.
Dank Fließheckform mit großen Fensterflächen ist die Übersichtlichkeit gut, dank weit aufschwingender Heckklappe lässt sich der Audi-Kofferraum am besten beladen - maximale Kapazität: 1.390 Liter. Bei aufgestellter Rücksitzbank sind es immer noch 535 Liter.
Das Label "Jaguar LED Technology" zeigt, dass auch hier moderne LED-Technik für standesgemäße Ausleuchtung sorgt.
540 Liter Laderaum offeriert der XF. Er lässt sich durch Umlegen der Rücksitzlehnen noch erweitern - etwa für langes Transportgut.
Der beste Antrieb und der beste Komfort bescheren dem Mercedes den Sieg. Der Audi punktet im Karosseriekapitel, der Jag dafür beim Preis. Letzter hat aber noch kleine Defizite bei der Verarbeitung und im Multimedia-Kapitel.