Wüsste man es nicht besser, so könnte dieses Bild auch im Kuriositätenkabinett der auto motor und sport landen. Zwei Redakteure versuchen völlig konventionelle Mittelklasse-Limousinen an die Steckdose zu hängen? Falsch gedacht...
Wüsste man es nicht besser, so könnte dieses Bild auch im Kuriositätenkabinett der auto motor und sport landen. Zwei Redakteure versuchen völlig konventionelle Mittelklasse-Limousinen an die Steckdose zu hängen? Falsch gedacht...
Hierbei handelt es sich nämlich um die Plug-In-Hybridvarianten von BMW 3er und VW Passat, was zumindest optisch kaum ersichtlich ist. Wie sich die 330e und Passat GTE im Alltag schlagen? Vergleich!
Bei 252 beziehungsweise 218 PS denkt man nicht unbedingt an Hybridmodelle. Doch BMW 330e und VW Passat GTE sind keine Verzichts-Sparer, sondern vereinen geringe Verbräuche mit üppigem Vortrieb.
Der VW Passat GTE positioniert sich in diesem Vergleich dennoch vor allem als Sparer. Mit kleinerem Verbrenner und größerem Akku bietet er mit 40 Kilometern die größere rein elektrische Reichweite.
Zwar ist der GTE spürbar härter abgestimmt als ein konventioneller Passat, dennoch federt er deutlich harmonischer als der BMW, was ihm zum komfortableren Hybriden macht.
Dass er weniger spontan einlenkt als der 330e – geschenkt. Der VW Passat GTE gewinnt im Kapitel Komfort mehr, als er beim Fahrverhalten verliert.
Im Passat GTE kombiniert VW den 1,4-Liter-TSI (156 PS) mit einem Elektromotor samt 9,9-kWh-Akku (85 PS). Insgesamt schickt das System so 218 PS und 400 Nm Drehmoment an die Vorderachse.
Der Passat zapft den Strom über eine kleine Luke im Kühlergrill. Öffnet man sie, blickt einen die Steckdose für das Ladekabel an. Letzteres wiederum befindet sich zusammengerollt in einem Täschchen unter dem Gepäcknetz des Kofferraums.
Ohne die E-Drive-Schriftzüge rechts und links an den C-Säulen würde man den BMW 330e für einen ganz normalen 3er halten.
Den Bayern gelang im 330e eine hervorragende Abstimmung des Hybridsystems. Die Achtstufenautomatik schaltet sanft und kompetent, unterschwellig arbeiten E-Motor und Vierzylinder Hand in Hand. Dabei sind die Fahrleistungen deutlich besser als im Passat.
Auch bei den Fahrdynamikübungen hängt der BMW den VW ab, umrundet die Pylonen so geschmeidig, wie man das von einem 3er gewohnt ist, bietet aber zu wenig Rückmeldung in der Lenkung.
Und die Agilität ist durch einen mauen Federungskomfort erkauft: Der 330e tritt ohne adaptive Stoßdämpfer an, stattdessen mit einer fragwürdig straffen Abstimmung.
Der BMW zapft seinen Strom über eine zusätzliche Tankklappe über dem linken Vorderrad.
Der Akku mit einer Gesamtkapazität von 7,6 kWh benötigt an einer Wallbox knapp 2 Stunden bis er wieder voll ist. An einer üblichen Haushaltssteckdose sind es rund drei Stunden.
Die Kombination aus dem Zwei-Liter-Turbo mit 184 PS aus dem 320i und dem Elektromotor beschert dem 330e eine Systemleistung von 252 PS und 420 Nm Drehmoment - BMW typisch natürlich auf der Hinterachse.
Im Testbetrieb rollen BMW und VW, 33 bzw. 40 Kilometer rein elektrisch. Die höhere elektrische Reichweite des Passats GTE liegt an seiner größeren Batteriekapazität. Die meisten Pendelfahrten sollten jedoch in beiden Hybriden rein elektrisch vonstatten gehen.
Das grundsätzliche Layout des Cockpits unterscheidet sich beim Plug-In-Passat nicht von seinen konventionellen Brüdern.
Allerdings informieren zahlreiche Anzeigen im Cockpit über den Kraftfluss und darüber, wie viel Energie gewonnen oder genutzt wird.
Beim Druck auf den GTE-Knopf aktiviert der Hybrid-Passat seine gesamte Systemleistung.
Der Energiefluss und andere Hybrid-spezifische Informationen können auch im großen Zentraldisplay dargestellt werden.
Der BMW 330e macht ebenfalls wenig Aufhebens um den Hybrid.
Das Cockpit des Hybriden unterscheidet sich nicht von einem normalen 3er.
Lediglich eine kleines Display unterhalb des Drehzahlmessers informiert über den Kraftfluss des Systems.
Dafür können via iDrive zahlreiche Verbrauchsstatistiken und Hybrid-spezifische Informationen dargestellt werden.
Nach dem Druck auf den E-Drive-Knopf surrt der 330e rein elektrisch dahin.
In Sachen Verbrauch zeigt sich die unterschiedliche Positionierung der beiden Plug-Hybriden. Der Passat schafft es im Test auf 1,4 Liter + 15,0 kWh. Unter gleichen Umständen nimmt der BMW 2,4 Liter + 12,6 kWh.
Volkswagen Passat GTE (Limousine und Variant): 8.239 Förderanträge
Das großzügige Platzangebot im Fond des Passats bleibt von den zusätzlichen Batterien unter der Rücksitzbank unberührt.
Dafür muss jedoch das Kofferraumvolumen leiden. Mit 402 Litern bietet er dennoch 32 Liter mehr als der 3er.
BMW 330e: 4.308 Förderanträge
3.450 Euro mehr als der konventionelle 330i kostet der 330e, liefert genauso viel Leistung (252 PS), aber ein Plus von 70 Nm. Dennoch verbraucht der Hybrid drastisch weniger.
Der etwas engere Fond im BMW bleibt ebenfalls unberührt durch die zusätzlichen Akkus.
Dafür schrumpft auch hier das Kofferraumvolumen deutlich. Lediglich 370 Liter passen in den 330e.
In der Endabrechnung kann sich der Passat GTE knapp vor den BMW setzen, da er seinen Fokus auf Spritsparen und Alltagstauglichkeit setzt. Der 330e zelebriert hingegen die kraftvolle Kombination aus Verbrenner und drehmomentstarken Elektroantrieb - mit Abstrichen beim Komfort.