Dreimal Golf, dreimal unterschiedliche Motorenkonzepte. Erstmals ist mit dem 1.0 TSI Bluemotion nun ein Dreizylinder in den Golf eingezogen. Mit dem bekannten 1.2 TSI (rechts) und dem 1.6 TDI (links) kämpft er nun um die Knauser-Krone.
Dreimal Golf, dreimal unterschiedliche Motorenkonzepte. Erstmals ist mit dem 1.0 TSI Bluemotion nun ein Dreizylinder in den Golf eingezogen. Mit dem bekannten 1.2 TSI (rechts) und dem 1.6 TDI (links) kämpft er nun um die Knauser-Krone.
Nein, die Heckpartien gleichen sich nicht! Der 1.0 TSI (Mitte) hat einen anderen Spoiler über und neben der Heckscheibe. Neben einem tieferen Fahrwerk soll dies helfen, den Bluemotion-Golf windschlüpfriger zu machen.
Beim Blick unter die Haube ist der Unterschied da schon deutlicher. Dass der Diesel (links) rund 100 kg mehr wiegt als die beiden Benziner, ist dem Aggregat trotz Plastikabdeckung schon fast anzusehen.
Von vorne ist der 1.0 TSI durch den nahezu geschlossenen Kühlergrill zu erkennen.
Geht es um die Akustik, sticht der Dreizylinder ebenfalls heraus. Während der 1.2 TSI sehr laufruhig arbeitet und der TDI dieseltypisch brummt, tönt der 1.0 TSI unter Last mit bauarttypischem Trommeln und leicht rauem Timbre.
Bluemotion ist für die Sparsamsten der Sparsamen reserviert – und nur in dieser Version gibt es den Golf 1.0 TSI.
Das tiefere Fahrwerk im Dreizylinder-Golf hat spürbare Folgen für den Federungskomfort. Querrinnen und kleine Fugen stoßen ihm deutlicher auf.
Die Leichtmetallfelgen trägt der 1.0 TSI Bluemotion bereits mit der Basisausstattung Trendline.
Durch Direkteinspritzung und Turboaufladung sind auch mit einem Hubraum, groß wie ein Milchkarton, 115 PS und beachtliche 200 Nm maximales Drehmoment möglich.
Der Sparklassiker: Der Golf mit 1.6 TDI. Dass der Diesel am meisten wiegt, merkt man allerdings auch beim Handling.
Im Gegensatz zum 1.0 TSI macht der TDI, der zudem auch noch mit den optionalen adaptiven Dämpfern für 1.035 Euro ausgestattet ist, beim Fahrkomfort keine Kompromisse.
Alle drei fahren auf rollwiderstandsoptimierten Reifen.
Der 1.6 Vierzylinder-Diesel liefert bei 110 PS mit 250 Nm naturgemäß das höchste Drehmoment. Als einziger muss sich der 1.6 TDI jedoch mit einem Fünfganggetriebe zufrieden geben. Zusammen mit dem Mehrgewicht schlägt sich das bei den Fahrleistungen nieder.
1.2 TSI: Den kleinen Vierzylinder gibt es schon etwas länger im Motorenprogramm des Golf 7.
Er läuft akustisch unauffälliger und auch einen Tick geschmeidiger als der neue Drilling. Zudem federt er mit dem Standardfahrwerk besser.
Der 1.2 TSI trägt die identische Rad-Reifen-Kombination wie sein kleinerer Benziner-Kollege.
Mit 110 PS und 175 Nm Drehmoment ist der 1.2 TSI nominell der schwächste. Bei den Fahrleistungen liegt er zwischen dem quirligen Dreizylinder und dem schweren Diesel.
Besser geht's kaum: Bei Bedienlogik und Verarbeitung lässt sich der Golf nichts vormachen – egal mit welchem Motor.
Mit Wahl der Fahrmodi lässt sich der Golf durch geänderte Kennlinien für die Gasannahme und weiteren Sprit-Spar-Features zusätzlich aufs Knausern trimmen.
Auch mit Tipps zum Spritsparen geizt der Golf nicht.
Die Think-Blue-Trainer-App weckt zudem Ehrgeiz, extra sparsam zu fahren.
Die beiden blauen Gölfe (1.0 TSI und 1.6 TDI) sind mit den Komfortsitzen unterwegs. Die sind zwar kommod aber nicht sonderlich seitenhaltstark.
Die kostenpflichtigen ergoActive-Sitze im 1.2 TSI schneiden jedoch sowohl im Komfortkapitel als auch beim Seitenhalt besser ab.
Das ausreichende Platzangebot auf der Rücksitzbank haben alle Gölfe gemein.
Spannend wird es nun bei der Frage, welcher Golf denn nun am besten spart? Mit 6,0 Liter Diesel auf 100 km im Testverbrauch ist es der 1.6 TDI. Der 1.0 TSI mit dem Dreizylinder folgt mit den besten Fahrleistungen überraschend dicht mit 6,5 Litern Super...
... auf Rang Drei der Verbrauchsmessung landet der 1.2 TSI, der seinen Geschmeidigkeitsvorteil mit dem höchsten Verbrauch (7.0 Liter / 100 km) bezahlt. Dafür ist er der günstigste.
Mit 23.050 Euro Grundpreis und dem neuem Dreigespann unter der Haube liegt der Golf 1.0 TSI Bluemotion auch preislich im Mittelfeld dieses Vergleichs. Dazu bietet er aber die besten Fahrleistungen.
Dass der TDI mit 24.800 Euro am meisten kostet, macht ihn zum Fall für Vielfahrer. Der günstige Verbrauch amortisiert den Aufpreis erst bei Jahreslaufleistungen ab 15.000 Kilometern.
Mit 22.300 Euro ist der 1.2 TSI Vierzylinder zwar der günstigste, verbraucht aber auch am meisten. Bei den Fahrleistungen liegt er hinter dem Dreizylinder, aber noch vor dem TDI.
Gelungener Einstand für den neuen Dreizylinder. Er vereint Sparsamkeit mit flottem Temperament. Allerdings leidet der Komfort etwas darunter. Der teure Diesel macht nichts falsch, bleibt aber eher ein Fall für den Vielfahrer. Der 1.2 TSI überzeugt durch Antriebskomfort mit Nachteilen beim Verbrauch.