Mit dem DB11 bricht bei Aston Martin ein neues Zeitalter an. Wir haben den britischen Hersteller in Gaydon besucht. Und sind auf Tuchfühlung mit dem neuen GT gegangen.
Mit dem DB11 bricht bei Aston Martin ein neues Zeitalter an. Wir haben den britischen Hersteller in Gaydon besucht. Und sind auf Tuchfühlung mit dem neuen GT gegangen.
Schick, schicker, Aston Martin: Der neue DB11 fügt sich nahtlos ins elegante Bild der britischen Traditionsmarke ein.
Der neue Grand Tourer wirkt aufgeräumter, noch einen Schuss edler, konzentrierter als der DB11.
Im Innenraum fühlt man sich sofort pudelwohl.
Das Gaspedal möchte man am liebsten gleich durchdrücken, ...
... um den Turbo-Punch des neuen V12 zu spüren und mit ihm die Drehzahlleiter hochzujagen.
Eltern können die Isofix-Sitze sorgenfrei fixieren, sodass die Kinder mitcruisen können.
Der DB9-Nachfolger baut auf der neuen Aluminium-Leichtbauplattform von Aston Martin auf.
Das Alu-Chassis des DB11 wiegt jetzt 39 Kilogramm weniger als beim Vorgänger - macht in Summe 240 Kilo - ...
... und ist dennoch um 15 Prozent verwindungssteifer.
Die andere Plattform ist nötig, um neue Infotainment- und Assistenzsysteme zu integrieren. Die Elektronikkomponenten kommen von Mercedes.
Die Motorhaube öffnet der DB11 gegenläufig. Darunter schlägt ein neues Herz in Front-Mittel-Anordnung. Eines, das von zwei Ladern mit vorverdichteter Luft versorgt wird. Statt V12-Sauger mit sechs Litern Hubraum wechselt Aston Martin auf einen 5,2-Liter-Biturbo-V12.
Das Aggregat entwickelte man in Köln bei Ford, wo die Briten eigene Ingenieure stationiert haben. Der Turbo-Boost lässt die Leistung des DB11 von 517 auf 608 PS anwachsen und das Drehmoment von 620 auf 700 Nm anschwellen.
Der Kraftfluss wird von einem neuen Achtgang-Automatik von ZF aufgenommen und an die Hinterachse geleitet. Ein neues mechanisches Sperrdifferential soll dafür sorgen, dass die Power nicht in Rauch versiegt.
Die 100 km/h sollen in unter vier Sekunden kassiert sein. Vorher standen noch 4,6 Sekunden auf der Stoppuhr.
Der Topspeed des DB11 beträgt 322 km/h.
Downsizing, Turbo-Unterstützung, Start-Stopp und Zylinderabschaltung im Teillastbereich haben wie üblich einen positiven Effekt auf den Spritverbrauch und CO2-Ausstoß.
Aston Martin gibt an, dass sich der neue GT durchschnittlich 11,4 Liter auf 100 km gönnt und dabei 265 g/km aus den Endrohren spuckt. Die Zahlen des DB9: 14,3 Liter und 333 g/km.
Die Gewichtsverteilung ist dank Transaxle-Bauweise (Motor vorn, Getriebe hinten) mit 51:49 praktisch ausgeglichen.
Der neue DB11 blickt durch LED-Scheinwerfer.
Er reiht sich in die illustre DB-Reihe ein, die es bei Aston Martin schon seit mehr als 65 Jahren gibt. DB steht für Sir David Brown, der den Autobauer zwei Jahre nach dem 2. Weltkrieg übernahm.
Der neue Aston Martin DB11 gibt ein stimmiges Bild ab. Besonders prägnant: die Dachsäulen aus Aluminium, die entweder in Schwarz oder Silber gefärbt sind.
Die Motorhaube hat nun vier Luftauslässe.
Der Luftauslass an den vorderen Kotflügeln ziert seit dem DBS von 1967 die Mehrzahl der Aston Martin-Modelle. Beim neuen GT erfüllt er auch aerodynamische Zwecke.
Aston Martin leitet die Frischluft, die die Radhäuser durchströmt und sich mit der Abwärme der Carbon-Keramik-Bremsen vermischt, geschickt um die Seitenlinie des neuen DB11 herum und fängt sie in einem Kanal zwischen hinterem Seitenfenster und C-Säule ein.
Die Luft, die senkrecht vor der Abrisskante austritt, übernimmt die Aufgabe eines feststehenden Spoilers, der überströmt wird und dadurch Anpressdruck generiert. Nur bei höherem Tempo, zwischen 140 und 150 km/h, fährt ein kleines Flügelelement automatisch aus.
Der DB11 hat sich in seinen Dimensionen im Vergleich zum DB9 verändert. In der Gesamtlänge ist er um 1,9 Zentimeter gewachsen, beim Radstand um 6,5 Zentimeter (2.740 mm zu 2.805 mm). In der Breite misst er einen Millimeter weniger, in der Höhe drei.
Wer auf den unteren Teil der Mittelkonsole schaut, dürfte sich in einem Mercedes wähnen. Hier findet sich der Comand Controller mit der gepolsterten Handauflagefläche wieder.
Auch die Bedienung für Klimaautomatik, Radio, Telefon, Navi, Heckscheibenheizung, 360-Grad-Kamera und Co. entspricht den Modellen mit dem Stern. Der freistehende Monitor misst 8 Zoll.
Auch das kennen wir von Mercedes.
Das nicht: Aston-typische Rundschalter aus Echtglas, über die sich der Motor starten und das Getriebe steuern lässt.
Der Materialmix aus Leder, Alcantara und zerkleinertem Carbon mit spezieller Oberflächenbehandlung an den Innenseiten der Mittelkonsole und Türen macht den DB11 zum Edel-GT.
Vor sich schaut der Fahrer nicht mehr in analoge, sondern in digitalisierte Instrumente. Das dreigeteilte Display misst 12 Zoll, je nach Fahrmodi (GT, Sport, Sport+), der sich über das Lenkrad bestimmen lässt, ändern sich die Einspielungen.
Die passenden musikalischen Klänge spielt das Bang & Olufsen-Soundsystem ein.
Das Gepäckabteil nimmt zwei Reisetaschen auf.