Dank der vier einzeln aufgehängten Räder besitzt der komfortabel abgestimmte Siata eine ausgezeichnete Straßenlage - auch auf holprigen Nebenstrecken.
Dank der vier einzeln aufgehängten Räder besitzt der komfortabel abgestimmte Siata eine ausgezeichnete Straßenlage - auch auf holprigen Nebenstrecken.
Die Karosserieform des Siata stammt von 1952 und war bis Ende der 60er Jahre das Vorbild für fast alle sportlichen Coupés und Cabriolets.
Die Design-Urheberschaft des 208 S ist jedoch bis heute nicht restlos geklärt. In Frage kommen Giovanni Michelotti (Vignale) oder Franco Scaglione, der damals für Bertone arbeitete und auch das ebenso schlichte wie elegante Stufenheck-Coupé 208 S Gran Turismo entwarf.
Rocco Motto, dessen Firmenemblem an unserem Fotofahrzeug haftet, könnte als Subunternehmer nur im Auftrag der bekannten Karosseriebau-Größen gearbeitet, aber auch tatsächlich die Karosserie entworfen haben.
Doch wir wollen endlich los. Ein versenkter Hebelgriff dient zum Öffnen der kleinen, weit nach unten reichenden Tür, sodass das Reinschlüpfen in den Roadster-Turnschuh keine große Mühe bereitet.
Der Fahrer hält ein etwas martialisches Vierspeichen-Holzlenkrad in den Händen, während die Füße auf den eng positionierten Pedalen ein kleines Probespiel absolvieren.
Sitzposition und auch der Sitz erweisen sich trotz - oder wegen - der einfachen Konstruktion als sehr bequem. Verdeck und Steckscheiben blieben in der Garage, weshalb der linke Arm lässig auf der Türoberkante liegen kann.
Rasch gewöhnt man sich dank direkter Lenkung und ordentlicher Bremsen an den wendigen Roadster, der sich mehr und mehr in ein Körperteil des Fahrers verwandelt.
Er fühlt sich als moderner Zentaur mit vier Rädern, zumal die Siata-Karosserie fast ausschließlich die Technik und nur spärlich den Insassen bedeckt.
Das moderne Siata-Design mit den dezenten, schräg geschnittenen Heckflossen sollte für die nächsten 15 Jahre stilbildend werden.
Es findet sich an nahezu jedem italienischen Cabrio oder Coupé der 50er und 60er Jahre von Fiat bis Ferrari.
Geklärt ist dagegen die Herkunft des V8-Motors - es ist der legendäre Otto-Vu aus dem Fiat 8V mit dem ungewöhnlichen Zylinderwinkel von 70 Grad.
Die Schöpfer dieser Maßstäbe setzenden Karosserie sind bei der Karosserie-Firma Rocco Motto in Turin zu suchen.
Zumindest in den USA stehen die fünf Buchstaben für sündhaft teure Sportwagen.
Groß gewachsene Menschen fahren im knapp geschnittenen Roadster überwiegend an der frischen Luft.
Dieser 208 S Spider startet regelmäßig bei Oldtimer-Rallyes und beweist damit seine Standfestigkeit dank guter Wartung durch den Spezialisten. Ausgestattet ist mit Halda-Tripmaster und einem modernen Feuerlöscher sowie einer Schwanenhals-Leselampe.
Die aggressiv gestaltete Wagenfront mit in den Kotflügeln integrierten Scheinwerfern und großem Kühlergrill erinnert durch dessen Gitterstruktur stark an die zeitgleich entstandenen Ferrari 250 Coupés mit Karosserien von Vignale und Pinin Farina.
Völlig neu ist hingegen die Form des Hecks mit den weit nach hinten gezogenen, schräg abgeschnittenen Kotflügeln, die dem Wagen im Stand eine gewisse Tempo-Dynamik verleihen.
Der wunderschöne Tankdeckel aus Aluminium sitzt mittig auf dem Heck des Siata 208 S. Es gibt übrigens keine Kofferraum-Öffnung.
Die Preise des seltenen Siata 208 S liegen auf hohem Niveau: Für ein Exemplar in Zustand 2 müssen rund 350.000 Euro angelegt werden. In Zustandsnote 4 sind es immerhin noch 150.000 Euro.
Große, rennsporttaugliche Instrumente. Die Tachometer-Skala reicht bis 250 km/h, 185 km/h sind mit dem serienmäßigen Motor realistisch.
Siata Amica 50 auf Basis des Fiat 500 B. Nach dem Krieg begann die 1926 gegründete Firma mit dem Bau von Straßenautos.
Die modern gestaltete Coupé-Version 208 CS mit Karosserie von Stabilimenti Farina und auf 122 PS erstarkter V8-Maschine.
Der Verkaufsschlager Siata Spring mit Großserientechnik vom Fiat 850 (Heckmotor). Trotzdem schloss Siata 1970 die Fabriktore.