Außergewöhnlich - und so schön: Der Fiat 1500 Ghia stand so, wie auf diesen Bildern zu sehen, seit 1987 in einer Scheune in New Jersey.
Außergewöhnlich - und so schön: Der Fiat 1500 Ghia stand so, wie auf diesen Bildern zu sehen, seit 1987 in einer Scheune in New Jersey.
Zuerst wusste niemand so recht, was für ein Automobil da schlummert, doch es dauerte nicht lange, und die Bedeutung des Fundes wurde entdeckt. Der verschlungene Ghia-Schriftzug weist auf die Herkunft hin.
Historische Bilder verschafften Klarheit. Bei dem Wagen handelt es sich eines von 2 1947 gefertigten Cabriolets, mit denen die Ghia-Mitarbeiter zeigten, was sie können.
Der Firmengründer Giacinto Ghia war 1944 verstorben - und die Zeiten durch Krieg und Wierderaufbau unsicher.
Die Ghia-Mitarbeiter legten los, nahmen ihr Schicksal in die Hand - und bauten 2 Cabriolets sowie 2 Coupés, um auf die Qualitäten des Hauses aufmerksam zu machen.
Und tatsächlich, die Kreationen überzeugten Mario Boano und Giorgio Alberti, die 1948 Ghia übernahmen. Familienbande: die Ghia Cabriolets und ein Coupé in Monte Carlo.
Spannende Form: ausgestellte Kotflügel - die Blechkünstler dengelten traumhaft schöne, fließende Linien ins Leichtmetall.
Ebenso schönes wie ungewöhnliches Detail: klappbare Radabdeckungen.
Die großflächigen Karosserieelemente fügen sich in die Seitenlinie ein, erleichtern den Radwechsel und verbessern die Aerodynamik.
Inmitten lauter Schönheiten: Villa d'Este 1947. Der Fiat 1500 Ghia sammelte 1947 jede Menge Preise bei Concours d'Élégance. Am Comer See holte er einen Klassensieg.
Auch 67 Jahre danach hat der Wagen kaum etwas von seiner Faszination eingebüßt. Die Maschinenraum-Abdeckungen sind symmetrisch angelegt.
Eher mild im Vergleich zum Äußeren: Der 1500er-Sechszylinder mit 45 PS.
Das Heck des Ghia wirkt ein wenig ausladend. Unter der roten Abdeckung in der Wagenmitte verbergen sich zwei Notsitze für die Hinterbänkler.
Variabel: Innenraum für zwei ...
... oder vier Personen.
Noch befindet sich der Fiat 1500 Ghia in unrestauriertem Zustand. Die blaue Farbe wurde vermutlich in den Siebzigern in den USA aufgetüncht.
Filigran: Rückblickspiegel für den Fahrer. Die Sonnenblenden können auch als Windabweiser genutzt werden.
Pflegebedürftig: brüchige Ledersitze.
23 vertikale Streben bilden den Kühlergrill des Fiat 1500 Ghia. Die Zierrahmen um die Scheinwerfer und die mittig angeordnete Zierleiste laufen spitz zu.
Auf der Front prangt der Hinweis auf die Technik unter den Hauben.
Historische Bilder zeigen ein reichhaltig bestücktes Armaturenbrett.
Leicht verwittert: dürrer Kranz des Zweispeichenlenkrads.
Die Patina hat sich der Fiat 1500 Ghia über fast 7 Jahrzehnte erarbeitet. Allerdings steht nach langem Überlegen nun doch die Komplettrestaurierung im Raum.
Detailverliebt: Instrumententräger.
Eleganter Auftritt des Fiat 1500 Ghia in Mailand 1947.
Es entstanden zwei Coupés und zwei Cabrios, je als 1100er-Vierzylinder und als 1500er-Sechszylinder.
Mit Farbnebel: Chassisnummer-Plakette.
Gefunden wurde der Fiat 1500 Ghia in einer Scheune in New Jersey. Nur 2 Wochen später befand er sich schon in Holland.
Und 3 weitere Wochen später lief der Reihensechszylinder.
Der Aufkleber auf der Scheibe weist auf den portugiesischen Militärflughafen bei Lissabon hin.
Schon 2015 soll der Fiat 1500 Ghia beim Concorso d'Eleganza Villa d'Este teilnehmen. Die Restaurierung muss also auf Hochtouren laufen.