Dreimal Turbo, dreimal Saab: Die Schweden gelten als Vorreiter der Aufladung im Pkw-Bereich. Sie setzten über mehr als 3 Jahrzehnte konsequent auf Turbolader.
Dreimal Turbo, dreimal Saab: Die Schweden gelten als Vorreiter der Aufladung im Pkw-Bereich. Sie setzten über mehr als 3 Jahrzehnte konsequent auf Turbolader.
Der 99 Turbo zeigt noch das kantige Heck des 67er-Urmodells. Der 900 Turbo erinnert an das Combi Coupé der 70er, und der 9000 CS vollendet die Linie des stets avantgardistischen Saab-Looks.
Beginnen wir mit dem ältesten Saab dieses Trios, dem 99. Er erschien 1977 und gehörte mit seinem 145 PS starken Turbo-Vierzylinder zu den schnellsten im Land.
Als Höchstgeschwindigkeit wurden 195 km/h ermittelt. Besonders aerodynamisch gibt sich der kleine Schwede allerdings nicht: Originelles Saab-99-Design mit hoch aufragender Frontscheibe und kurzen Überhängen.
Kompaktes Turbotriebwerk, der Garrett-AiResearch-Lader sitzt vorn, ab 2.000/min setzt er ein.
Groß prangt der Turbo-Schriftzug an der armdicken Zuführung.
Markante Entlüftungsschlitze: Über den hinteren Radläufen ist an beiden Seiten die Karosserie durchbrochen.
Im Saab 99 gibt es eine aufrechte Sitzposition und bequeme, flauschige Sessel.
Recht pragmatisch gestaltetes Armaturenbrett, die Ladedruckanzeige wirkt etwas improvisiert.
Die Instrumente stammen aus dem Ur-99, roter Bereich ab 5.600/min.
Turbomerkmal Ladedruckanzeige, beim Saab 99 aufgesetzt. Mit bis zu 0,7 bar wird der Vierzylinder zwangsbeatmet..
Im Fond ist der Saab 99 sehr knapp geschnitten, Polster mutig in Form und Farbe.
Fensterkurbeln in typischer Saab-Form.
Extravagant gestylte Räder im Turbinen-Look – ein Tribut an die Turbotechnik.
Rund 12.000 Euro kostet ein Saab 99 Turbo im Zustand 2. Ab etwa 2.600 Euro gibt es mäßige Exemplare im Zustand 4.
Kommen wir zum Sympathieträger, dem Saab 900.
Zwischen den Achsen lässt stilistisch das 99 Combi Coupé herzlich grüßen.
Aerodynamisch optimierte Frontpartie nach dem 1986er-Facelift.
Spoilerlippe als Abrisskante, die große Heckklappe ist praktisch, ebenso der breite Stoßfänger, der beim Einladen behilflich sein kann.
Imposanter 16-Ventil-Turbomotor, der im Gegensatz zum Saab 99 Turbo-Triebwerk zwei kettengetriebenen Nockenwellen besitzt.
Auch der Saab 900 trägt noch über den hinteren Rädern das Entlüftungsgitter, hier allerdings als Kunststoffblende ausgeführt.
Das Alurad-Design kennt beim Saab 900 fünf Varianten, hier die 15-Zoll-Ausführung.
Nicht gerade raumsparend sieht es unter der Haube aus. Der längs eingebaute Vierzylinder leistet im Saab 900 Turbo 16 stolze 175 PS.
Luxuriöser Innenraum: Feinstes schottisches Leder, umrahmt von Wurzelnuss.
Die edlen Materialien können allerdings nicht über das etwas antiquierte Design hinwegtäuschen.
Der Ladedruckmesser wohnt jetzt im Kombi-Instrument.
In der Mittelkonsole gibt es in diesem Saab 900 Turbo noch zwei Uhren für Öldruck und Ladespannung.
Dynamisches Design, das die Einzigartigkeit des Saab 900 betont - so eine Linie gibt es nicht noch einmal.
1985 brachte Saab den 9000, der aus einer Gemeinschaftsarbeit mit Alfa Romeo, Fiat und Lancia entstand.
Das Design stammt von Giugiaro, die Türen deuten klar auf den Tipo 4 - so der Name des italienisch-schwedischen Projektes.
Serienmäßig hat der Motor 150 PS, mit dem unsichtbarem Heuschmid-Tuning kommt der Zweiliter auf 220 PS.
Feineres Leder gibt es nicht mal bei Aston, Clubgarnitur von Bridge of Weir, Scotland.
Das Armaturenbrett wirkt deutlich gefälliger als das des Saab 900.
Übersichtliche Anzeigen für Drehzahl, Tempo, Wassertemperatur und Tankanzeige.
Alles sauber in der Konsole integriert: Klimaautomatik, Bordcomputer, Radio/Kassette. Gernbe genommen im Saab 9000: die Viergang-Automatik von ZF.
Die breiten 16-Zoll-Räder heißen im Saab-Jargon Aero. Sie stehen dem 9000 sehr gut.
Modernisierter 9000 mit schmalem Leuchtenband. CS steht für die Schrägheckvariante.
Sie kamen innerhalb von nur 8 Jahren auf den markt - und doch liegen zwischen ihnen Welten.
Fazit von Alf Cremers: "Der Urtyp 99 ist mein Saab. Zwar können Saab 900 und Saab 9000 viel mehr, aber das Erlebnis ist nicht so intensiv...
...Es war meine erste, buchstäblich eindrucksvolle Begegnung mit dem Saab 99 Turbo. Ein wohlklingender Vierzylinder mit richtig Dampf, ein gut abgestuftes Fünfganggetriebe und ein agiles Handling, das den Frontantrieb fast vergessen lässt."