Highlight der diesjährigen Klassikermesse Retromobile waren die "Rhomboids".
Highlight der diesjährigen Klassikermesse Retromobile waren die "Rhomboids".
Bei den Parallelogramm-Autos sind die Räder rautenförmig angeordnet - eins vorn, eins hinten, eins rechts, eins links.
Bei der Retromobile in Paris konnten gleich 5 Exemplare der Rhomboids bestaunt werden. Das älteste ist ein 1947er Alamagny.
Das Jüngste stammt aus dem Jahr 1996 und ist ein Prototyp für ein elektrisches Stadtfahrzeug. Sein passender Name: City.
Das "Automodule" scheint aus der Requisitenkammer eines Science-Fiction-Films entsprungen, doch es fährt tatsächlich.
Die Schwingarme mit den daran befestigten kleinen Rädern können einzeln verstellt werden.
Zwei Personen finden in der runden, verglasten Kabine Platz.
Designed wurde "Automodule" von Jean Pierre Ponthieu für eine Werbekampagne.
Bekannt wurde das skurrile Gefährt wegen der Kampagne als "Pussycar" - drapiert wurde das Automobil mit leicht bekleideten Damen. 68er halt.
In der Ausstellungen wurden auch einige Skizzen des Designers gezeigt.
City, das 1996 gebaute Stadtauto besitz eine zweiteilige Karosserie - und ein Armaturenbrett aus dickem Holz.
Ebenfalls recht jung ist "Ellipsis", ein langgezogenes, eiförmiges Fahrzeug, das von Philippe Charbonneaux entworfen wurde.
Der Designer dachte das Konzept des sicheren, sparsamen Rhomboids weiter. So zeichnete er auch einen Omnibus.
An Ellipsis war ein weiterer "Freidenker" der Automobilindustrie beteiligt: Franco Sbarro.
Die beiden verfeinerten ihre Ideen und präsentierten schließlich einen dreisitzigen Sportwagen, der dank Porsche-Triebwerk die 300 km/h-Marke durchbrach.
Drei der von Sbarro und Charbonneaux entworfenen und gebauten Fahrzeuge sind im Automobilmuseum in Reims zu sehen.
Charbonneaux (im Bild, natürlich links) verfolgte bei der Entwicklung seines Rhomboids das Ziel, ein möglichst sicheres und verbrauchsarmes Fahrzeug zu bauen.
Philippe Charbonneaux designte unter anderem auch den Renault 16 und 25, weiß also durchaus, was ein praktisches Automobil ist.
Dank der Radanordnung bieten sich die Rhomboids vor allem für enge Radien wie in Großstädten an.
Die Studien, Prototypen und Concept-Cars sorgten bei der Retromobile für großen Andrang.
Sogar ein Feuerlöschwagen wurde entworfen.
Philippe Charbonneaux ist ein Vorreiter in Sachen aerodynamischem Automobildesign. Er hatte 1946 für Delahaye ein stromlinienförmiges Auto entworfen.
Ein weiterer Vorreiter war Marcel Alamagny aus Paris, der 1946 mit der Entwicklung seines Rhomboids begann.
Er kombinierte zwei nahezu identische Karosserie-Fronten mit einer breiten Säule, die in Verbindung mit dem Chassis für die notwendige Stabilität sorgt.
Im Innenraum sitzen sich die Passagiere Rücken an Rücken, pilotiert wird der von einem 13 PS starken Vierzylinder aus dem Simca 5 angetriebene Wagen allerdings nur in einer der beiden Kabinen.
Auch Pininfarina experimentierte mit der ungewöhnlichen Radanordnung, wie das Concept-Car PFX beweist.
Dieses Experimentalfahrzeug entstand 1960 und sieht aus wie eine Flugzeug-Kanzel auf vier Rädern.
Pininfarina entwarf eine formvollendete Karosserie mit einem Luftwiderstandsbeiwert von nur cW 0,20.
Auch die hohen Flossen am Heck tragen zu diesem Fabelwert bei.
Als Antrieb wurde ein 1,1-Liter-Vierzylinder aus dem Hause Fiat gewählt.
2015 war dieses einzigartige Automobil von dem Auktionshaus Barrett-Jackson versteigert worden. 330.000 Dollar war es seinem neuen Besitzer wert.
Zahlreiche Skizzen, Detailzeichnungen und auch Fotografien von Erprobungsfahrten bereicherten die Ausstellung auf der Retromobile.
Bizarr...Sie sagte bizarr! - so wurde die Ausstellung betitelt.
Das Automodule wird von einem 250 ccm-Motor angetrieben und soll bis zu 50 km/h schnell sein.
Von dem Automodule wurden insgesamt 10 Exemplare gebaut.
Das hydraulisch verstellbare Fahrwerk kann auch ein "Beinchen" heben und auf drei Rädern fahren.
Die Werbekampagne wurde vielfach ausgezeichnet: Die Kombination aus futuristischem Fahrzeug und modernen Outfits kam sehr gut an.
Der Stil passt ideal in die ausgehenden 60er-Jahre: Neue Ideale, Paradigmenwechsel, die Eroberung des Mondes - Themen, die sich auch in der Kampagne wiederfinden lassen.
Das Automodule auf einer Straße in Paris.
Hier sind die Schwingen ganz nach oben gefahren.
Ein Bild für die Presse vor dem Eiffelturm.
Jean Pierre Ponthieu mit seinem Automodule.
Bekannt wurde das Fahrzeug auch als "Pussycar" - nicht ganz politisch korrekt, doch so waren die Zeiten nunmal.